Mit Beginn des neuen Schuljahres ist die Mittagsmahlzeit kostenlos

Zusammenrücken beim Mittagessen

08.08.2019, Marcel Gäding

Fotos: Volkmar Eltzel (1,2), Marcel Gäding (3,4). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. Die Idee ist gut, doch die Umsetzung für einige der 39 Lichtenberger Schulen eine Herausforderung: Seit dem 1. August ist das Mittagessen in den Berliner Grundschulen kostenlos. Der Praxistest läuft. „Wir können das an allen Schulen sicherstellen“, sagt Lichtenbergs Schulstadtrat Wilfried Nünthel (CDU). Allerdings mussten viele Einrichtungen Technik wie zusätzliche Theken oder Geschirrspüler ordern. In einigen, wenigen Fällen reicht zudem der Platz in den Mensen nicht aus, so dass das Mittagessen auch in benachbarten Räumen eingenommen werden muss.

Abläufe optimiert, Pause verlängert

Eine Herausforderung ist das kostenlose Mittagessen schon deshalb, weil der vorhandene Platz an den Lichtenberger Schulen bereits knapp ist (LiMa+ berichtete). Die Zahl der Schüler vor allem im Grundschulbereich steigt weiter an. Und dennoch haben die Schulen es irgendwie hingekommen, die Sache mit dem kostenlosen Mittagessen umzusetzen. „In erster Linie wurden Abläufe optimiert“, sagt Nünthel. Dazu gehört, dass in einigen Schulen die Mittagspause verlängert wurde, damit alle Schüler in Ruhe essen können. Das entsprechende landesweite Gesetz war erst Anfang April vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen worden. Viel Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen, blieb nicht.

Erst mal mit Provisorien essen

Erweitert wurde unter anderem die Mensa an der Lew-Tolstoi-Schule am Römerweg. Dort werden anliegende Räume genutzt. Bis der neue Speiseraum fertiggestellt ist, wird es bei diesem Provisorium bleiben. Ähnlich ist es in der Friedrichsfelder Grundschule an der Lincolnstraße. Bauliche Veränderungen gab es in der Bürgermeister-Ziethen-Schule in der Massower Straße. Dort wurde auch technisch aufgerüstet. Bis Ende des Jahres müssen etliche Schüler vom Grünen Campus Malchow in den Klassenräumen essen. Wegen Bauarbeiten steht die Mensa nicht zur Verfügung. Betroffen sind zwölf Schulklassen. Am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in der Franz-Jacob-Straße wird darüber nachgedacht, das Angebot der Cafeteria zu reduzieren, um die Räume für das Mittagessen zu nutzen. Und im Barnim-Gymnasium an der Ahrensfelder Chaussee werden für das Mittagessen die Aula sowie die Cafeteria genutzt, die einst ein Klassenraum war.

Bedarf anfangs schwer kalkulierbar

Ob es zu Schwierigkeiten kommt, wird die Praxis zeigen, sagt Schulstadtrat Wilfried Nünthel: „Leider liegen den Caterern keine abschließenden Teilnehmerzahlen vor und die Anmeldungen durch die Eltern verlaufen schleppend.“ Dadurch sei es schwierig, zu kalkulieren – sowohl was die Portionen betrifft als auch die Raumkapazitäten in den Lichtenberger Schulen. Auch wenn man sicherstellen könne, dass rein technisch das kostenlose Mittagessen ausgegeben werden kann, heiße das nicht, dass es optimal gewährleistet werden könne. Das Bezirksamt wird daher in den kommenden Tagen noch einmal einen besonderen Blick auf die Schulen werfen – vor allem nach den Einschulungen am 10. August.


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