Ringelnatzsiedlung-Süd ist bald fertig

Ziemlich eckig

21.09.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Biesdorf. Noch wird an der Cecilienstraße in Biesdorf-Nord emsig gebaut. Doch bereits Ende 2018/Frühjahr 2019 werden die ersten Mieter in die 299 Wohnungen (ein Drittel davon gefördert) einziehen, so Degewo-Sprecherin Isabella Canisius. Die Vermietung hat bereits begonnen, hier ein Beispiel…

Vor 25 Jahren Grundstein gelegt

Die sieben Häuser mit vier bis sechs Geschossen komplettieren die Joachim-Ringelnatz-Siedlung, für die vor 25 Jahren der Grundstein gelegt wurde. Die Wohnanlage (396 Wohnungen) mit den markanten Tonnendächern wurde seinerzeit als Gartenstadt angelegt. Großzügige Grünanlagen gibt es dort, sogar ein künstlicher Bachlauf wurde geschaffen. Erdgeschosswohnungen haben Mietergärten. Die Ringelnatzsiedlung zwischen Einfamilienhäusern, Kleingartenanlagen und der Cecilienstraße war das erste größere Wohnungsbauvorhaben im Ostteil Berlins und wurde vom Land Berlin seinerzeit großzügig mit 160 Millionen D-Mark gefördert. Mit dem Kopfsteher von Karl Biedermann, der Skulptur eines Artisten, der auf einem zwölf Meter hohen Maibaum steht, erhielt sie auch ihr eigenes Kunstwerk. Das befindet sich direkt neben einem beliebten Spielplatz. Einen Bolzplatz gibt es gleich nebenan.

Jetzt wird dichter gebaut

So großzügig wird heute nicht mehr gebaut. Der neue Siedlungsteil, auf dem sich bis in die 1990er-Jahre hinein noch Kleingärten befanden, nimmt nicht einmal ein Viertel der Fläche des älteren Teils ein. Das Investitionsvolumen beträgt rund 44 Millionen Euro. Die Häuser sind einfache Quader, teilweise mit sehr niedrigen Balkonen fast direkt am Gehweg. Auch die Weiterführung der begrünten Mittelachse der Ringelnatzsiedlung, die den Anwohnern bei der Vorstellung des Projektes im Februar 2016 noch versprochen wurde, ist inzwischen aus Kostengründen weitgehend entfallen. Diese sollte über ein begrüntes Parkdeck führen, wir berichteten.

Statt Parkdeck ebenerdige Stellplätze

Degewo-Sprecherin Canisius teilt auf Anfrage von LiMa+ mit, dass die Parkplätze zwar an der vorgesehenen Stelle errichtet werden, allerdings nicht tiefergelegt und überdacht. „Die Ergebnisse des Ausschreibungsverfahrens machten diese Entscheidung aus Gründen der Wirtschaftlichkeit erforderlich.“ Erfahren haben die Anwohner von dieser Korrektur nichts. Insgesamt 108 Stellplätze, davon elf behindertengerechte, entstehen für den Neubaukomplex. Bereits jetzt gibt es ziemlichen Parkdruck im vorderen Abschnitt der Ringelnatzsiedlung.

Keine Pflicht für Bauherren

Der dürfte sich noch verschärfen, wenn ab Oktober die Berlin-Brandenburgische Wohnungsbaugenossenschaft auf einem gegenüberliegenden Gelände ein geplantes mehrgeschossiges Wohnhaus baut. Der in Biesdorf direkt gewählte CDU-Abgeordnete Christian Gräff hatte, wie berichtet, kürzlich mangelnde Parkplätze bei den Neubauvorhaben an der Cecilienstraße kritisiert. Eine ÖPNV-Verbindung gibt es dort nämlich nur mit dem Bus, der teilweise im 20-Minuten-Takt verkehrt.  Doch seit der Änderung der Berliner Bauordnung im Jahr 2002 ist es bei der Errichtung von Wohnhäusern keine Pflicht mehr für die Bauherren, Stellplätze für Autos zu schaffen. Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke), auch zuständig für Stadtentwicklung, hatte in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) erklärt, der Bezirk bemühe sich dennoch, die Wohnungsunternehmen zum freiwilligen Bau von Stellplätzen zu bewegen.

 

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