Konzeptverfahren für Wernerbad erfolglos beendet

Ziel: Wohnen statt Baden

12.07.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Kaulsdorf. Das Vergabeverfahren für das Grundstück des ehemaligen Freibades Wernersee in Kaulsdorf ist gescheitert. Wie die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) jetzt mitteilte, wurde bei einem mehrstufigen Konzeptverfahren ein Investor gesucht, der speziell für Menschen mit Demenzerkrankungen ein Wohnkonzept realisiert. Dabei sollten durch Nutzungskombinationen auch die Kiezöffentlichkeit eingebunden werden, Wohnmöglichkeiten für Angehörige geschaffen und eine Tagespflege bzw. Kindertagesstätte integriert werden. Doch mangels zuschlagsfähiger Angebote wird laut Mitteilung der BIM das Verfahren beendet.

Vergabe „innerhalb des Landes Berlin“

Das Gelände soll nun „innerhalb des Landes Berlin“ einer Nachnutzung zugeführt werden. „Die Planung sieht weiterhin vor, ein Wohnprojekt für Menschen mit Demenzerkrankung zu realisieren“, sagt BIM-Sprecherin Johanna Steinke. „Die sozialgerechte Nutzung soll dabei dauerhaft sichergestellt werden.“ Dass die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlinovo das Areal entwickelt und später der Krankenhauskonzern Vivantes den Betrieb übernimmt, wie im Tagesspiegel-Newsletter zu lesen war, bestätigt Steinke nicht: „Was ich sagen kann ist, dass weiterhin ein Wohnprojekt geplant werden soll. Alles andere sind derzeit nur Behauptungen.“

Seit 2002 geschlossen

Das Gelände des ehemaligen Freibads (Ridbacher Straße 44, Eigentümer Berliner Bäderbetriebe) soll gemeinsam mit dem landeseigenen Grundstück Ridbacher Straße 52 (ehemalige Tennisplätze) vermarktet werden. Das Wernerbad war 2002 wegen großen Sanierungsbedarfs geschlossen worden. Im Jahr 2013 war durch das Abgeordnetenhaus die Entwidmung als Sportfläche beschlossen worden. „Die Prüfungen in der Vergangenheit haben ergeben, dass der Standort für ein Freibad unter den veränderten gesetzlichen Regelungen nicht mehr geeignet ist“, sagt Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke), die auch für Stadtentwicklung zuständig ist. Die Aufhebung des Konzeptverfahrens bedeutet, dass kein Bewerber die Bedingungen erfüllen konnte. Insofern bedürfe es einer erneuten Auswahl.

Beschlüsse der BVV berücksichtigen

Alexander J. Herrmann, der Vorsitzende der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) sagt, dass Konzeptverfahren oftmals länger dauern als die vormals praktizierte Vergabe an den Meistbietenden. Sie böten allerdings die Chance, dass dann auch entsteht, was sich die Bezirke wünschten. Bei Konzeptverfahren geht es laut BIM um innovative, standortgerechte Nutzungskonzepte, Perspektiven für bezahlbaren und bedarfsgerechten Wohnraum und Möglichkeiten für soziale Projekte. „Ich hoffe jetzt auf eine schnelle Einigung“, sagt Herrmann, „damit der schon lange brachliegenden Standort entwickelt werden kann.“ Dabei sollten Beschlüsse der BVV wie zur Sicherung der Nilpferdskulptur Knautschke und zur öffentlichen Zugänglichkeit des ehemaligen Freibadgeländes berücksichtigt werden. Dass wie von vielen Hellersdorfern gewünscht, wieder ein Freibad an dieser Stelle entsteht, hält auch Herrmann, der als Rechtsanwalt tätig ist, für nicht realisierbar. „Das ist nach den heutigen Anforderungen kaum möglich.“ Regelungen zu Lärm- und Gewässerschutz sowie verkehrstechnische Probleme stehen dem entgegen.

Renaturierung ab August

Aktuell bleibt die vorgesehene Renaturierung des früheren Freibads. Ab August werden dort die Berliner Wasserbetriebe tätig. Das heißt, die Schwimmbecken und weiterer Beton werden entfernt. Die Zäune bleiben aber bis zu einer realisierten Bebauung stehen.

 

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