Der Helene-Weigel-Platz bekommt ein Wegeleitsystem

Landmarke mit Uhr

07.05.2015, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Fast drei Jahrzehnte musste Gerd Cyske darauf warten, dass sein Wunsch für den Helene-Weigel-Platz endlich in Erfüllung geht. Der erste Marzahner Bürgermeister (1979–1990), heute 86 und Rentner, hatte sich dort immer eine öffentliche Uhr gewünscht. Doch das klappte nie. Ursprünglich sollte einmal ein Chronometer ans 1988 bezogene Rathaus kommen, doch daraus wurde nichts. Nun wäre das auch nicht mehr möglich, denn das Gebäude steht seit 2008 unter Denkmalschutz. Am Mittwoch, 6. Mai, konnte sich Cyske allerdings freuen: Da wurde mitten auf dem Platz eine sogenannte Landmarke eingeweiht – ein ca. vier Meter hoher Pylon mit einer Karte, auf der Geschäfte und Einrichtungen rund um das Areal verzeichnet sind. Ganz oben ist das rot-gelbe Logo des Platzes angebracht – zwei sich in gegensätzliche Richtungen öffnende Hälften. Und darunter befindet sich eine Uhr.

Weithin zu sehen
Die Landmarke vor dem Supermarkt und der Sparkasse auf der Westseite des Platzes ist weithin zu sehen. Was die Stunde geschlagen hat, damit auch. Das Bauwerk sowie ein Pylon mit Orientierungstafel am Ausgang des Fußgängertunnels ist das Hauptelement eines neuen Wegeleitsystems, das schrittweise weiter auf dem Platz umgesetzt werden soll. Wirtschafts- und Stadtentwicklungs-Stadtrat Christian Gräff (CDU) sagt, man habe ursprünglich an eine „Art kleine Weltzeituhr gedacht, wo auch die aktuellen Uhrzeiten in den Partnerstädten wie Hanoi (Vietnam) oder Halton (Großbritannien) angezeigt werden. „Aber das passte dann nicht so recht.“

Open-Air-Konzert im Juli
Die Landmarke, die auch nachts beleuchtet wird (den Strom spendieren die Betreiber des Wochenmarktes), gehört zu den Maßnahmen für die Belebung des Helene-Weigel-Platzes. Dafür wurde mit rund 180.000 Euro Fördermitteln für drei Jahre aus den Programmen Soziale Stadt und und Wirtschaftsdienliche Maßnahmen 2012 eine Zukunftsagentur unter Leitung von Oleg Peters ins Leben gerufen. Diese entwickelte nicht nur ein passendes Logo, eine Kiezzeitung und eine Internetplattform, sondern sorgte auch für Marketing und Werbung sowie für Veranstaltungen. Die größte war das Fest „Helli lässt grüßen“ im Sommer 2013 mit rund 8.000 Besuchern. Im Umkreis wohnen etwa 15.000 Menschen. In diesem Jahr soll es am 5. Juli eine Neuauflage geben: Höhepunkt dabei wird ein Classic-Open-Air-Konzert.

Noch keine Klarheit über Sojus
Zu den Aufgaben der Zukunftsagentur gehörte auch, ein planerisches Konzept für die derzeit weniger ansehnliche Osthälfte des Helene-Weigel-Platzes zu erarbeiten. Das liegt seit 2013 vor. Danach sollen die überdimensionierten Parkplätze neu geordnet werden, ebenso die Wegebeziehungen. Getan hat sich allerdings noch nichts. Was auch daran liegt, dass es immer noch keine Klarheit über das Schicksal des 2007 geschlossenen Kino Sojus gibt. LiMa+ berichtete  siehe auch hier.

Gräff kann sich anstelle des maroden Gebäudes einen Neubau mit Einzelhandel inklusive Dienstleistungen und altengerechtes Wohnen vorstellen, das Bezirksparlament will jedoch, dass auch eine weitere kulturelle Nutzung und die Kosten dafür geprüft werden. In etwa drei bis vier Monaten könne er voraussichtlich einen Interessenten, mit dem derzeit vertrauliche Gespräche laufen, präsentieren. „Ich bin nicht der Auffassung, dass man das Kino Sojus retten kann, lasse mich aber gern eines Besseren belehren“, sagt der Stadtrat. „Was wir jedoch nicht zulassen werden ist, dass dort jemand einen Netto-Markt hin baut und sonst nichts“, sagt er in Anspielung auf die ursprünglichen Vorstellungen des Eigentümers, der die Immobilie bei einer Zwangsversteigerung erworben hatte.

Brunnen wird jetzt repariert
Eine gute Nachricht für den Sommer hatten Gräff und Peters auch noch zu bieten: In dem seit vergangenem Jahr trockenen Brunnen auf dem Helene-Weigel-Platz soll voraussichtlich Ende Juli/Anfang August wieder das Wasser fließen. Rund 100.000 Euro kostet die Reparatur, dabei muss unter anderem die gesamte Pumpenanlage in Ordnung gebracht werden. „Wir haben die Arbeiten  in Auftrag gegeben“, sagt der Stadtrat. Auch neue Ideen für die weitere Ausgestaltung des Helene-Weigel-Platzes gibt es: So wird unter anderem an eine Gedenkbank für die Namensgeberin gedacht.

 

 

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