#WallysHockeyCorner

Junge, Junge…

09.12.2014, Christian Baumeier

Fotos: Christian Baumeier

WallysHockeyCorner… seufzte Ur-Eisbär Hartmut Nickel nach dem 4:3 Sieg (nach Penaltyschießen) am 28. November gegen die Krefeld Pinguine. Mit dem Spiel war eigentlich niemand zufrieden, da man innerhalb kürzester Zeit 1 Punkt verschenkte. Denn die Eisbären führten bis 2 Minuten vor Schluss, ehe der gebürtige Berliner und Ex-Eisbär Marcel Müller (der gerade frisch von Köln nach Krefeld wechselte) das Tor zum 3:3 Ausgleich schoss. So mussten beide Teams in die Verlängerung und anschließend ins Penaltyschießen, wo die Eisbären dann gewannen. Eisbären Headcoach Jeff Tomlinson war trotz des Sieges bei der Pressekonferenz sehr sauer. Er sagte, dass wohl beide Mannschaften verlieren wollten und dass es eigentlich keiner seiner Spieler verdient hätte, auf dem Eis zu sein. Zwei Tage später verloren die Eisbären beim amtierenden Deutschen Meister ERC Ingolstadt 3:1. Das Mantra, dass die Eisbären am Anfang der Woche ausgaben, dass es wegen der sich langsam bessernden Verletztenmisere keine Ausreden mehr gibt, hat wohl nur die Pressevertreter erreicht, nicht die Mannschaft.

In der Woche darauf gab es die Back-to-Back Games mit Köln. Erst spielten die Berliner in der Domstadt am Mittwoch, 3. Dezember, und gewannen im Penaltyschießen 3:4. Zwei Tage später konnten die Kölner in der o2 World 2:3 nach Penaltyschießen gewinnen. Letztendlich gingen so jeweils 3 Punkte nach Berlin und 3 Punkte nach Köln. Geholfen ist damit in der aktuellen Tabellensituation keinem der beiden Teams. Jeff Tomlinson hat aber noch Hoffnung, dass es bei seinen Spielern Klick macht, sich die Blockade im Kopf löst und sie bald wieder befreit aufspielen und so der angestrebte Tabellenplatz 4 noch erreicht werden kann.

Beim dritten Spiel der Woche ging es am Sonntag, 7. Dezember, gegen den ewigen Rivalen aus Mannheim. In diesem Spiel taten sich die Eisbären wahnsinnig schwer und man hatte das Gefühl, dass sie am 2. Advent nur reagierten statt zu agieren. Der bärenstarke Petri Vehanen verhinderte wie so oft in den letzten Spielen, dass die Eisbären mehr Tore kassierten. Der Endstand der Partie war 0:2 für Mannheim. Besonderheit bei dem Spiel: Es gab das erste Mal Bobbleheads. Die in den USA sehr beliebten Wackelköpfe werden jetzt auch endlich hier eingeführt, um ehemalige und aktuelle Spieler zu ehren. Die Bobbleheads sind ein nettes gratis Gimmick für die Fans und für die Sponsoren eine neue Werbemöglichkeit.

Warum wird es immer leerer in der Arena?
Ich finde die Idee richtig Klasse, da ich bisher auch schon einige Bobbleheads aus Washington besitze wie z.B. die von Alex, Ovechkin, Troy Brouwer oder aus Hershey von den Bears aus der American Hockey League vom deutschen Nationaltorwart Philipp Grubauer und vom jetzigen Eisbärenstürmer Marcel Noebels aus seiner Juniorenzeit bei den Seattle Thunderbirds aus der kanadischen Nachwuchsliga WHL. Typisch Deutsch ist es ja, bei Geschenken zu meckern. Die Leute, die nach dem Spiel bemängelten, dass die Figur ja gar nicht aussieht wie Sven Felski, hatten wahrscheinlich noch nie einen Bobblehead in der Hand, den sonst würden sie wissen, dass in wahrscheinlich 99 Prozent der Fälle ein Bobblehead nur grob wie sein Vorbild aussieht und man ihn eher am Drumherum erkennt wie z.B. dem Trikot. Aber wahrscheinlich waren die jährlichen Weihnachtsmützen & Schokoweihnachtsmänner zu Wellizeiten die bessere Option.

Gewundert hat mich die Tatsache, dass trotz der Wackelkopfaktion & massiver Werbung online (Google Ads) die o2 World gefühlt immer leerer wird. Waren beim Spiel gegen Krefeld 11.560 Zuschauer anwesend, waren es gegen den KEC 12.560 Zuschauer und gegen Mannheim nur noch 11.460 Zuschauer. Ob es nur an der Leistung der Eisbären liegt oder ob die Berliner mittlerweile einfach satt sind und alle mal die Arena nach sechs Jahren besucht haben, wäre schon spannend zu wissen. Ändern muss sich auf alle Fälle auch der Auftritt des Events. Ich glaube seit 2008 ist nichts neues Spektakuläres mehr hinzugekommen. Seit Jahren das gleiche Feuerwerk, die gleichen Werbesprüche etc. Vielleicht sollte man da doch mal den einen oder anderen Blick über den großen Teich nach Nordamerika wagen, wo die Potenziale der Arenen wesentlich besser ausgenutzt werden.

Besuch bei Stratus Hohenschönhausen
Wie bereits in der letzten Ausgabe angekündigt, gibt es heute einen ausführlichen Bericht über das Skaterhockeyteam Stratus Hohenschönhausen. Abteilungsleiter Marcus Proske ist auf meine kleine Kolumne aufmerksam geworden und lud mich im September ein, sein Team im September zu besuchen. Da am von ihm angedachten Termin bereits die Eisbären spielten und Sven Felski für seine 1000 Spiele im Eisbärentrikot geehrt wurde, mussten wir den Termin auf den 23. November umlegen, welcher gleichzeitig auch als gemeinsamer und bunt gemischter Saisonabschluss der Herren- , Freizeit- und Nachwuchsteams diente. Marcus Proske stellte mir ausführlich sein Skaterhockeyteam vor, während wir den ersten Mannschaften beim Spielen zuschauten. Die Abteilung Inline-Skaterhockey ist eine von 15 Abteilungen, die bei TuS Hohenschönhausen ihre Heimat haben. Seit 2006 gibt es sie beim Verein und seit 2011 trainieren die Jungs und Mädels gemeinsam im Barnim-Gymnasium an der Grenze von Berlin-Hohenschönhausen. In nächster Zeit möchte sich die Abteilung weiter professionalisieren, bekannter werden und wenn möglich umziehen – um mit Grundschulen und Kitas besser zusammenzuarbeiten zu können. Da es sich beim Inline-Skaterhockey um eine sehr bewegungsintensive Sportart handelt, könnte in bestimmten Turnhallen die Temperaturen angepasst werden. Der Bezirk würde davon profitieren und Betriebskosten einsparen, bei vielen anderen Sportarten wäre das nicht denkbar. Zusätzlich soll ab Dezember ein neues Logo vorgestellt werden, um auch im Marketing einige weitere Schritte gehen zu können. Die Herrenteams von Stratus spielen in der Regional- und Landesliga. Die Spielzeiten sind genau wie beim Eishockey mit 3×20 min. angegeben.

Zurzeit gibt es vier Nachwuchsaltersklassen (U10, U13, U16 und U19), die bei Stratus Hohenschönhausen spielen. Mädchen und Jungs spielen gemischt was ich gar nicht schlecht finde. Ab etwa 5 Jahren können die Kinder mit dem Sport beginnen. Für die U10 und U13 werden immer Kinder gesucht. Zuerst steht natürlich das Skaten im Vordergrund, später dann die Arbeit mit den Schlägern. Während des Trainings lernen die Kids auch mal alle Positionen kennen – von Stürmer über Verteidiger zum Torwart. Dadurch müssen die Jungs und Mädels früh Verantwortung übernehmen, wobei die Teambildung laut Marcus Proske sehr hoch im Kurs steht. Ich habe mich ja ein wenig über die Grün/Weiß/Goldenen Trikots gefreut, mit denen hier gespielt wird, da diese mich sehr stark an mein schwedisches Lieblingsteam Färjestad BK aus Karlstad oder die Texas Stars aus der American Hockey League erinnern. Mir haben die drei Stunden, die ich bei Stratus Hohenschönhausen war, sehr gut gefallen und ich werde auch mal eine Trainingseinheit in der Freizeitmannschaft mitmachen. Da ich das Laufen auf Inlineskates erst mal mit den jüngeren Semestern in der Laufschule üben müsste, werde ich es bei den Schießübungen belassen, um so für die „Teichhockey-Saison“ auf dem Obersee gut vorbereitet zu sein. Falls Ihr nach dem Lesen Lust bekommen habt, mal das ein oder andere Spiel von Stratus zu sehen oder euch selbst auszuprobieren, Ihr könnt bis zu dreimal in der Woche die Trainingszeiten hier nutzen. In allen Altersklassen findet die Ligasaison von März bis Oktober statt. Das Team würde sich sicher über einen Besuch und ein wenig Support freuen. www.stra-tus.com

OSC Berlin und FASS Berlin
FASS Berlin bleibt weiterhin sieglos. In den Back-to-Back Spielen mit Halle ging das erste am 28. November 7:3 verloren und zwei Tage später mit 5:1. Die erste Klatsche im Dezember kassierten die Akademiker beim EHC Fortuna Leipzig am 6. Dezember. 8:1 wurde FASS vom Eis gefegt.

Bei den Damen vom OSC Berlin sah das Wochenende um den 29. und 30. November äußerst erfolgreich aus. Im ersten Spiel gewannen die Berlinerinnen gegen EKU Mannheim mit 7:1 und tags darauf legte man nochmal eine Schippe oder sogar zwei, drei drauf und demontierte die Damen aus der Quadratestadt mit 19:0. Das Wochenende darauf hatten die Eisladies spielfrei in der DFEL.

In eigener Sache
Demnächst wird im Fanmagazin Eis-Dynamo ein Interview mit mir zu finden sein zu meiner Kolumne hier bei LichtenbergMarzahnPlus.de . Und wenn Euch die Kolumne gefällt, könnt Ihr sie gern bei Facebook und Twitter teilen.

Ciao and Take care!

Wally #WHC

 

 

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