Denkmaltag: Großer Bahnhof für das Bilderschloss

Gedränge schon am Eingang

13.09.2015, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Biesdorf. Das wollten sich viele Einwohner aus Marzahn-Hellersdorf, aber auch viele Interessierte aus anderen Teilen Berlins nicht entgehen lassen: Am Sonntag, 13. September, öffnete Schloss Biesdorf nach umfangreichen Sanierungsarbeiten das erste Mal wieder seine Pforten, pünktlich zum „Tag des offenen Denkmals“. Viele Gäste bestaunten die schöner denn je hergerichteten Räume, teilweise gab es schon an der Pforte Gedränge. Mehrere Hundert Leute waren bereits um 12 Uhr gekommen, als die Veranstaltung zum Denkmaltag begann. Denn der Innenausbau der spätklassizistischen Turmvilla, die jetzt auch ihr im Zweiten Weltkrieg zerstörtes Obergeschoss wiedererhielt, ist plangemäß geschafft, man blieb dabei sogar im festgelegten finanziellen Rahmen. Künftig soll das Haus als Galerie dienen, ein Bilderschloss sein. Bis zum September 2016 werden auch die noch erforderlichen Fassadenarbeiten ausgeführt, LiMa+ berichtete.

Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel, der das Gebäude seit seiner Kindheit kennt, sagte: „Hier ist ein Kleinod entstanden.“ Der SPD-Politiker sprach von den Aufgaben der wachsenden Stadt Berlin. „Wir müssen viele neue Wohnungen bauen. Doch damit ist es nicht genug.“ Gleichzeitig werde die passende Infrastruktur benötigt, auch Stätten für Kultur. „Denn die Menschen sollen sich ja auch wohlfühlen in ihrem Umfeld.“ Das Schloss Biesdorf sei so ein Ort, der gebraucht werde. Und Geisel fügte hinzu: „Ich werde mit Sicherheit auch ganz privat oft hierher kommen, wenn der Galeriebetrieb läuft.“

Ein Mann war an diesem Tag ganz besonders aufgeregt, erfüllte sich doch einer seiner Träume: Dr. Heinrich Niemann, der Vorsitzende des Vereins Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf erinnerte daran, wie der Verein unter dem damaligen Chef Dr. Günter Peters (1928-2013) den Anstoß dazu gegeben hatte, das Schloss, das unter jahrelangem Fast-Verfall gelitten hatte, denkmalgerecht zu sanieren. Es wurden Spenden gesammelt, Fördergelder eingeworben, Mitstreiter gewonnen. Und gemeinsam wurde man immer wieder bei den verantwortlichen Bezirkspolitikern vorstellig. „Es verging wohl kaum eine Woche, in der Dr. Peters oder Dr. Niemann nicht im Bezirksamt waren und nach dem Fortschritt fragten“, erzählte Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD).

Die Nutzung des historischen Hauses als Bilderschloss hatten Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke) und das Kulturamt am Sonntag schon ein wenig vorweggenommen: Mit einer Installation aus Koffern und Kinderzeichnungen wartete der Marzahner Kunstmaler Ulrich Uffrecht auf. Er hatte gemeinsam mit Jungen und Mädchen aus dem Flüchtlingsheim am Blumberger Damm gemalt. Auch im Schloss konnten sich Kinder mit Papier und Farbe versuchen – in einem Raum, wo der Lichtenberger Künstler Christian Awe einige der Bilder ausgestellt hatte, die er in den vergangenen drei Jahren in Workshops mit Schülern aus Marzahn-Hellersdorf geschaffen hatte.

 

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