Seewasserfilter und Außenprojekt der IGA 2017

Die Juwelen Ober- und Orankesee

14.11.2014, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Alt-Hohenschönhausen. Am kommenden Montag, 17. November, beginnen die Bauarbeiten an der Seewasser-Filteranlage für den Obersee. Darüber informierte Wilfried Nünthel (CDU), Lichtenbergs Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, auf einer Einwohnerversammlung am Mittwoch, 12. November, in der Aula der Obersee-Grundschule.

Kanalbau Oberseestraße
Nach neuer, kostengünstigerer Planung und wiederholter Ausschreibung der Leistungen (das erste Ausschreibungsverfahren wurde 2013 wegen Unstimmigkeiten mit dem damals einzigen Bieter von der Vergabestelle aufgehoben) hat die Strabag AG im Oktober 2014 den Zuschlag für das anderthalb Millionen Euro schwere Projekt erhalten. Wie Ulrich Blüher vom Büro AquaConstruct Beratende Ingenieure berichtete, soll noch in diesem Jahr der Seewasserentnahmeschacht mit einem Durchmesser von 2,60 Meter und einer Tiefe von 3,98 Meter am südöstlichen Zipfel des Sees entstehen. Die Pumpe, in 3,50 Metern Tiefe, wird mit Styropor gegen Lärm ummantelt. In der Oberseestraße beginnt der Kanalbau für die Druckleitung, die von der Wasserentnahmestelle zu den beiden Filterbecken führt. Diese werden auf der Brachfläche zwischen Oberseestraße und Biergarten errichtet. Auch hier beginnen noch in diesem Jahr die vorbereitenden Arbeiten. Im Wesentlichen werden die Bodenfilter aus mit Schilf bewachsenen Kiesschichten bestehen. Das gereinigte Wasser wird dann durch eine zweite Leitung wieder in die südwestliche Seeseite zurückgepumpt. So soll nach Fertigstellung der Anlage das Seewasser 4,5 Mal im Jahr komplett die Filter durchlaufen. Wie Wilfried Nünthel ergänzte, ist nach Inbetriebnahme (die Arbeiten sollen bis zum 10. August 2015 abgeschlossen sein) ein langfristiges Monitoring vereinbart, das den Erfolg der Maßnahmen überprüfen soll. Erste Ergebnisse erwarte er 2017 oder 18.

Ohne Schädigung der Bäume
Ulrich Blüher, der mit der Projektsteuerung betraut ist, versicherte auf Nachfrage einer Anwohnerin, dass während der Bauzeit die Zufahrtmöglichkeiten zu den Grundstücken gewährleistet bleiben. Der östliche Teil der Leitung soll grabenlos in sechs Meter Tiefe vorangetrieben werden. In jedem Falle will man eine Schädigung der Bäume vermeiden. Im Park kann es zu einer halbseitigen Sperrung des Weges kommen. „Sollten Schwierigkeiten entstehen, kann man sich jederzeit an uns wenden“, so Blüher. Dazu würde in der Oberseestraße noch ein Baustellenschild mit den Erreichbarkeiten aufgestellt.

Wie Joachim Ehrendreich, Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes, ergänzte, soll der bislang unbefestigte Gehweg an der Oberseestraße instandgesetzt werden. Der Fahrdamm werde zur Verkehrsberuhigung im Wechsel rechts und links eingeengt. Dazu werden Verkehrsschilder genutzt, für eine entsprechende Aufpflasterung fehlten derzeit die Mittel.

Außenprojekt der IGA 2017
In einem zweiten Themenkomplex stellte der Vorsitzende des Fördervereins Obersee & Orankessee e.V., Dr. Jörg Ritter, noch einmal Schwerpunkte des Konzeptes für einen einheitlichen Alt-Hohenschönhausener Seenpark vor. Viel davon sei schon umgesetzt. Der Obersee sei saniert, der Orankesee teilentschlammt. Ritter betonte, dass weiter ehrenamtliches Engagement nötig sei. Ab 2014 würden die Mittel des Bezirks zur Grünpflege um 25 Prozent gekürzt. Trotzdem verfolge man das ehrgeizige Vorhaben, das 18 Hektar große Gebiet zu einer attraktiven Park- und Seenlandschaft für alle zu gestalten. Im Dezember wolle man gemeinsam mit dem Landschaftspark Herzberge den Antrag für ein Außenprojekt der Internationalen Gartenausstellung IGA 2017 stellen, die in und um die Gärten der Welt in Marzahn stattfindet. Kontakte zu Verantwortlichen seien bereits hergestellt.

Auch von Seiten des Mies van der Rohe Hauses gebe es die Bereitschaft zur Unterstützung des IGA-Vorhabens zum Beispiel durch Ausstellungen und die mögliche Nutzung des Gartens zum See hin. Die 2013 gestohlene Bronzefigur „Große Liegende“ soll möglicherweise durch eine neue Plastik ersetzt werden, informierte Ritter. Man sei dazu mit einer Künstlerin im Gespräch und guter Dinge, dass eine Lösung im kommenden Frühjahr gefunden werde.

Anlieger wollen investieren
Familie Barnewski, Betreiber des Strandbades Orankesee, stünde mit den Bäderbetrieben über eine Verlängerung des Pachtvertrages um weitere fünf Jahre in Verhandlungen. Bei positivem Ausgang wollten sie nötige Investitionen tätigen. Verhandlungen eines potenziellen Investors für den Biergarten Orankesee seien bereits erfolgreich. Für 450.000 Euro wolle er das Grundstück von der bisherigen Eigentümerin, der Gesobau, erwerben. Es gebe ein Konzept und Architektenentwürfe für den 1,2 Millionen Euro teueren Bau eines Wirtshauses. Die Sanierung des Biergartens soll noch einmal bis zu 200.000 Euro kosten. Eine ganzjährige Öffnung mit gastronomischer Betreuung ist angedacht. Die Unterschriften seien bereits gesetzt und die Bonität des Investors gegeben, sagte der Vorsitzende des Fördervereins. Leider sei der ehemalige Wasserturm bisher hauptsächlich nur für geschlossene Veranstaltungen nutzbar.

Noch keine Lösung gab es an diesem Abend für das steigende Parkplatzproblem im Kiez. An heißen Sommertagen kommen bis zu 2.000 Gäste in das Strandbad, viele davon mit PKW. Dann wird es eng in den umliegenden Straßen.

Am Sonnabend, 15. November, treffen sich Interessierte und Engagierte von 9 bis 12.30 Uhr zum Herbstputz in der Waldowstraße vor dem Grünflächenamt. „Vielleicht kann dann zum 10. Seenfest 2015 schon der Alt-Hohenschönhausener Seenpark eingeweiht werden“, hofft Jörg Ritter.

 

 

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Leserkommentare

  1. Kleine Richtigstellung
  2. Nicht der JETZIGE Betreiber (Pächter) plant die Investition,sondern der (hoffentlich) NEUE Eigentümer !

  3. Danke :-)
  4. Vielen Dank für den Hinweis! Wurde überprüft und korrigiert.

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