Wirtschaftskreis WKHL hat neue Geschäftsstellenleiterin

Claudia Kirchert mit Power

21.08.2014, Volkmar Eltzel

Foto: Volkmar Eltzel

Seit 1. August ist die Geschäftsstelle des Wirtschaftskreises Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V. (WKHL) in der Franz-Jakob-Str. 2c nach langen Monaten wieder besetzt. Claudia Kirchert, 39 Jahre, verheiratet, Mutter zweier Töchter, vier und ein Jahr jung, ist die neue Geschäftsstellenleiterin. Mit ihrer Familie lebt die junge Frau wie sie selbst sagt „mitten in Lichtenberg“.

Diplom-Kommunikationswirtin
In Thüringen geboren, zog Claudia, noch im schulpflichtigen Alter mit ihren Eltern kurz nach der Wende nach Hessen. Hier machte sie ihr Abitur und absolvierte eine Ausbildung zur Werbekauffrau. 1997 kam sie nach Berlin und begann ein Studium an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW – heute HTW) in Karlshorst, das sie 2002 als Diplom-Kommunikationswirtin abschloss. Während des Studiums wohnte die Hochschülerin im Studentenwohnheim Hans und Hilde Coppi in der Coppistraße. „Vom Wohnheim war es nicht weit nach Friedrichshain, wo rings um die Simon-Dach-Straße immer etwas los ist“, sagt die heutige Akademikerin. Wenn Zeit und etwas Geld übrig waren, ist sie mit Kommilitonen und Freunden auf einen Kaffee oder ein Bier um die Häuser in eine der schönen Straßenkneipen gezogen. Dort lernte sie auch ihren späteren Mann, den Friedrichshainer Olaf, kennen und lieben.

Führungsqualitäten
„Nach dem Studium war es nicht leicht, eine passende und stabile Arbeitsverstelle zu finden“, meint die Kommunikationswirtin. „Ich glaube, das ist auch heute noch schwer für Absolventen.“ Es gebe eine Reihe namhafter Unternehmen, die ganz offen damit kalkulierten, Hochqualifizierte erst einmal mit unbezahlten Praktika auszubeuten. „Eine Unsitte“, sagt sie. Claudia Kirchert fand einen Job in einem großen Unternehmen der Call Center-Branche. „Ein hartes Brot“, sagt sie. Aber bald erkannte man dort ihre Führungsqualitäten und setzte sie als Projektleiterin im Vertrieb ein. 2005 gab es Umstrukturierungen und Personaleinsparungen im Unternehmen und Claudia musste gehen. „Leider“, meint sie, „denn es hatte trotz allem Stress auch Spaß gemacht.“

Weiterbildung nebenberuflich
Wieder neu orientieren, wieder neu bewerben. Es folgten Anstellungen im Bereich Vertrieb und Marketing bei einer Software-Firma, die Echtzeitsysteme für den Maschinenbau programmierte und im Sales-Bereich eines Personalberatungsunternehmens. In dieser Zeit kam auch Claudias erstes Töchterchen zur Welt und die junge Mutter nahm die sogenannte Elternzeit in Anspruch. Zeit, auch etwas Abstand zum beruflichen Alltag zu gewinnen und einmal Fragen zuzulassen wie: War das die Tätigkeit die ich mir vorgestellt habe? Wie will ich mich weiterentwickeln? Die Geschäftsfrau kam zu der Erkenntnis: „Vertrieb ist auf längere Sicht nicht ‚das Wahre‘ für mich.“ Und sie traf eine Entscheidung. Noch bei der Personalberatung bildete sie sich neben ihrem Beruf weiter zur Heilpraktikerin für Psychotherapie mit Spezialisierung für Burnout- und Stressmanagement. Das fand die taffe Frau so spannend, dass sie sich im Anschluss gleich für ein Fernstudium der Psychologie bei einer der größten Fernuniversitäten Deutschlands einschrieb. „Man ist viel auf sich selbst angewiesen, muss gut organisiert und strukturiert an das Studium herangehen, um erfolgreich zu sein“, erläutert die Fernstudentin. „Ich hoffe, dass ich bis zum Herbst kommenden Jahres meinen Bachelor of Science (B.Sc) – Abschluss schaffe“, sagt sie. Stimme, Mimik und Körpersprache lassen indes keinen Zweifel: Sie schafft das.

Freude auf neue Aufgaben
Psychologie ist eine Leidenschaft von Claudia Kirchert. Der inhaltliche Arbeitsschwerpunkt werde aber weiter im Bereich Wirtschaftskommunikation bleiben, versichert sie, wobei sich beide Bereiche durchaus sehr gut ergänzten. Jetzt freut sich die neue Geschäftsstellenleiterin auf ihre Aufgaben beim Wirtschaftskreis, denen sie sich mit ganzer Kraft widmen will. In der kommenden Woche ist sie mit dem Vorsitzenden des WKHL, Thomas Kleindienst, zu Gast bei Lichtenbergs Bürgermeister und Wirtschaftsstadtrat Andreas Geisel (SPD). Danach steht ein Besuch im Nachbarbezirk beim Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis auf dem Plan. Die nächsten großen Ereignisse werfen auch schon ihre Schatten voraus. Am 6. November findet der 10. Wirtschaftspartnertag Berlin eastside zum Thema „Wohnen und Arbeiten in Berlin eastside – Herausforderung Demografischer Wandel“ im Alten Kesselhaus des Unfallkrankenhauses Berlin-Marzahn (UKB) statt. Gut eine Woche später ist im Abacus Tierpark Hotel die Feier zum 20. Gründungsjubiläum des WKHL geplant. Eine Menge Arbeit für eine 20-Stunden-Stelle.

Dank für gute Wünsche
Natürlich sei sie auch außerhalb der Sprechzeiten (Dienstag und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr) per E-Mail (info@wkhl-berlin.de) zu Hause erreichbar und erledige dringende Angelegenheiten sofort von dort aus. In der Geschäftsstelle ist leider noch kein Anrufbeantworter geschaltet. „Bald werde ich aber auch über Funk dienstlich erreichbar sein. Ich freue mich über Anrufer“, sagt die kommunikative Frau lächelnd. „Viele Mitglieder haben bereits auf meine Begrüßungsmail geantwortet und mir Erfolg für die Arbeit gewünscht. Herzlichen Dank dafür!“ Perspektivisch würde sie sich freuen, wenn ihr Arbeitsvertrag später vielleicht als Vollzeitstelle ausgedehnt wird. „Aber zunächst passt mir die jetzige Regelung auch familiär ganz gut“, sagt die Mutter. „In zwei Wochen bekommen wir für unsere Jüngste einen Kitaplatz.”

 

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