Auf dem Weg zum Bilderschloss

Bald in zwei Schichten

27.12.2013, Volkmar Eltzel

Foto: Volkmar Eltzel

Biesdorf. Nach dem Tag des offenen Denkmals im September war erst einmal Schluss: Schloss Biesdorf ist seitdem abgesperrt. Denn dort wird jetzt gebaut, was Spaziergänger unschwer an den Containern und Bauwagen vor der spätklassizistischen Türmchenvilla im Park an der Bundesstraße 1/5 Alt-Biesdorf erkennen. Das Schloss, in dem einst auch die Familie Siemens residierte, soll bis 2015 sein im Zweiten Weltkrieg zerstörtes zweites Obergeschoss wiederbekommen – und dann zum Bilderschloss werden. Denn einziehen wird dort die Galerie “Bilderstreit” mit Werken der sogenannten DDR-Auftragskunst, die jetzt noch im Archiv von Burg Beeskow lagern. Bereits seit 2011 gibt es dazu einen Kooperationsvertrag.

Pläne genehmigt
“2014 – endlich, es wird gebaut!” Unter dieses Motto setzt der Vorsitzende des Vereins Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf, der Ex-Stadtrat für Ökologische Stadtentwicklung Heinrich Niemann (Linke) die guten Wünsche auf seiner Neujahrskarte, versehen mit dem Zusatz “Eine Vision wird Realität.” Denn es war der von dem 2013 verstorbenen Biesdorfer Günter Peters gegründete Verein, der überhaupt erst für den Erhalt des von Bezirk und Land mehr schlecht als recht gepflegten Schlösschens sorgte. Zunächst mit Spendensammlungen für die Instandhaltung, dann mit der erfolgreichen Suche nach Fördermitteln für die erste Etappe der denkmalgerechten Sanierung, die 2007 abgeschlossen wurde. Nun soll das I-Tüpfelchen kommen, der originalgetreue Wiederaufbau des Gebäudes, das 1861 nach Plänen von Heino Schmieden entstand. “Die Pläne der Architekten sind fertig und genehmigt”, freut sich Heinrich Niemann.

2015 muss alles fertig sein
Etwas nüchterner sieht es der für die Immobilien des Bezirks zuständige Stadtrat Stephan Richter (SPD): “Wir sind gut im Geschäft”, sagte er im Dezember vor dem Bezirksparlament. Allerdings gebe es einen Verzug von etwa zwei Monaten – die Prüfung der Bauunterlagen habe länger als erwartet gedauert. Im Januar wollten sich alle Beteiligten deshalb zusammensetzen: ” Wir werden überlegen, was wir wie beschleunigen können.” Möglich sei eventuell ein Zwei-Schicht-Betrieb und Arbeit an sechs Tagen in der Woche.

Denn 2015 soll der Bezirk, der als Bauherr fungiert, das Projekt abgeschlossen haben. Sonst müssen Fördermittel an den Europäischen Kulturfonds zurückgezahlt werden, immerhin 3,5 Millionen Euro.

Teil der IGA 2017
Insgesamt kostet der Wiederaufbau der zweiten Etage von Schloss Biesdorf 8,5 Millionen Euro. Neben der EU zahlt vor allem die Stiftung Deutsche Klassenlotterie, der Bezirk Marzahn-Hellersdorf gibt 1,4 Millionen Euro dazu. Das Denkmalensemble Schloss und Park Biesdorf soll 2017 auch Teil der Internationalen Gartenausstellung (IGA) werden, die dann in Marzahn stattfindet.

 

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