Gesobau errichtet mehr als 2.500 Wohnungen in Hellersdorf

Auch das alte Gut wird neugestaltet

23.03.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Hellersdorf. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gesobau will bis 2023 mehr als 2.500 neue Miet-Wohnungen in Hellersdorf errichten. Die ersten Vorhaben werden bereits realisiert. Die meisten dieser Wohnungen haben zwei oder drei Zimmer, große Wohnungen mit fünf Zimmern sind lediglich auf den Baufeldern des alten Guts Hellersdorf vorgesehen. Wie bei allen landeseigenen Wohnungsunternehmen werden die Neubauten zu einem Drittel geförderten Wohnraum anbieten, der Menschen mit Wohnberechtigungsschein (WBS) für eine Quadratmeter-Miete um 6,50 Euro nettokalt zur Verfügung gestellt wird. Die Gesobau-Projekte wurden am Dienstag, 20. März, in einer Informationsveranstaltung im „Haus am Beerenpfuhl“ an der Tangermünder Straße vorgestellt. Weitere Infos und Workshops sollen folgen.

Erste neue Mieter im Sommer 2018

An der Stendaler Straße 73-77 werden noch in diesem Sommer die ersten neuen Gesobau-Wohnungen bezogen, informierte Wolfgang Wagner, Bereichsleiter Portfolio Management der Gesobau. 112 Wohnungen entstehen dort in zwei Sechsgeschossern. In der Tangermünder Straße werden sieben freistehende Häuser und zwei weitere, mit einem eingeschossigen Riegel versehene Häuser geschaffen. 149 der insgesamt 422 Wohnungen sind speziell für Senioren konzipiert. Der Bau hat begonnen, die Fertigstellung ist für Frühjahr 2020 vorgesehen. 56 Wohnungen in vier Gebäuden werden bis 2020 am Kummerower Ring in Kaulsdorf-Nord gebaut, 334 Wohnungen (darunter 157 Senioren-Wohnungen) in vier Mietshäusern entstehen bis 2020 an der Lion-Feuchtwanger-Straße/Gadebuscher Straße, ebenfalls in Kaulsdorf-Nord.

Orientiert an der Umgebung

Der größte Brocken für die Planer und Bauleute stellt die Fläche Zossener Straße/Gut Hellersdorf dar. Das teilweise brachliegende Areal soll bis 2023 im Rahmen einer Gesamtentwicklungsmaßnahme des Bezirks und der Gesobau entwickelt werden. Dabei errichtet die Gesobau entlang der Zossener Straße und der Kastanienallee ein völlig neues Quartier mit rund 1.200 Wohnungen – die Neubebauung soll sich an der Umgebung orientieren. Es wird neue Wegeverbindungen und Straßen geben, ebenfalls eine öffentliche Grünanlage. Der denkmalgeschützte Bereich des Stadtgutes soll saniert werden und zukünftig für Gewerbe, Kultur, Gastronomie und Kunst zur Verfügung stehen. Gegenwärtig werden die Bebauungspläne für die beiden Flächen überarbeitet, ab 2020 soll gebaut werden. Voraussichtlich werden die ersten Wohnungen im Jahr 2022 bezugsfertig sein.

Zwei Teilprojekte

Laut Wolfgang Wagner konzentriert sich der geplante Wohnungsbestand im Teilprojekt Nord (um die Zossener Straße). Dort sollen 890 Wohnungen entstehen, im Teilprojekt Süd nahe dem Gut noch einmal etwa 350 in etwas niedrigeren Häusern. Anders als bei den übrigen Gesobau-Projekten sind bei diesem Bauvorhaben auch große Wohnungen mit fünf Zimmern eingeplant (5 Prozent). Für das Projekt sollen die seit Jahren leerstehenden, alten Schulgebäude im Gebiet abgerissen werden, auch die Baracken auf dem Gewerbegebiet nahe der historischen Gutsgebäude verschwinden. Für die Schaffung der entsprechenden sozialen Infrastruktur mit Kita, Schule u.a. sorgt der Bezirk. Die Kleingärten im Umfeld bleiben. „Sie werden sogar noch erweitert“, kündigte Wagner an. Angrenzende bisherige Brachflächen sollten dem Verband der Gartenfreunde zur Verfügung gestellt werden. Auch der alternative Gemeinschaftsgarten im alten Gut soll erhalten bleiben, jedoch auf einer anderen Fläche als derzeit.

Noch keine Lösung für Liberty-Park

Noch keine Lösung gibt es für den Liberty-Park, eine Fläche für Skater und BMXer, bekannte Wagner auf Nachfrage der SPD-Bezirksverordneten Marlitt Köhnke. Dieser befindet sich den geplanten Wohnhäusern gegenüber – ein klassischer Nutzungskonflikt. „Es wird gerade mit dem Bezirk um eine Lösung gerungen“, sagte Wagner. „Die Erhaltung der Anlage ist allerdings eine bezirkliche Aufgabe. Wir unterstützen das gern, aber das hat auch seine Grenzen.“

Wenige Kfz-Stellplätze

Auf die Frage nach Auto-Stellplätzen enttäuschte Wagner die Veranstaltungsteilnehmer. Denn nach der diesbezüglichen Änderung der Berliner Bauordnung im Jahr 2002 gibt es keine Verpflichtung mehr für Bauherren, Parkplätze zu bauen (vorher 0,5 je Wohnung). Die Gesobau schaffe trotzdem Stellplätze, allerdings in beschränktem Maß, sagte Wagner. Lediglich im Bereich Zossener Straße/Stadtgut entstehen annähernd ausreichende Parkplätze. Dort ist ein Schlüssel von 0,8 je Wohnung vorgesehen. Die meisten Pkw- Stellplätze soll es in zwei Parkgaragen am nördlichen und südlichen Ende des Quartiers geben. Vor den Häusern sind Kurzzeitparkzonen angedacht. Die Straßen im Quartier sollen übrigens (ähnlich wie bei der Anlage von Kaulsdorf-Nord I in den 1980er-Jahren) keine ungehinderte Durchfahrt bieten. Die öffentliche Grünanlage schiebt dem im wörtlichen Sinn einen Riegel vor und sorgt somit auch für Verkehrsberuhigung im Wohngebiet.

Zahlreiche Bürgerveranstaltungen

Im Zuge der Planungen für das Stadtgut Hellersdorf (inklusive Zossener Straße) wird es im Rahmen der Bürgerbeteiligung zahlreiche öffentliche Informationsveranstaltungen und Workshops geben: am Sonnabend, 14. April (14-8 Uhr) mit vier Themenstätten zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans 10-44 (Teilprojekt Nord) in der Mensa der Rahel-Hirsch-Schule, Peter-Weiss-Gasse 6-8; Workshops im Bezirklichen Informationszentrum , Hellersdorfer Straße 159, am 19., 23. und 25. April, jeweils ab 17 Uhr (vorherige Anmeldung aus Kapazitätsgründen erforderlich!). „Kommen Sie und machen Sie von Ihrem Recht auf Mitsprache Gebrauch“, warb Wagner. „Wir sind gespannt auf Ihre Anregungen.“

Weitere Informationen zu den Planungen hier...

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