Sperrungen und Ersatzverkehr vom 30. August bis zum 3. November

Wochenlang ohne S-Bahn

04.05.2019, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding

Lichtenberg/ Marzahn-Hellersdorf. Wegen Bauarbeiten kommt es ab dem Spätsommer zu Einschränkungen im S-Bahnverkehr. Noch gibt es keinen Ersatzfahrplan für die betroffenen Linien S5 (Strausberg Nord – Westkreuz), S7 (Ahrensfelde – Potsdam Hauptbahnhof) und S75. (Wartenberg – Ostbahnhof).

Längere Fahrzeiten und große Umstände

Die Fahrt mit der S-Bahn von Wartenberg zum Alexanderplatz dauert für gewöhnlich eine halbe Stunde – einmal umsteigen inklusive. Doch ab Ende August müssen Fahrgäste mindestens eine Viertelstunde mehr für Touren in die Berliner Innenstadt einplanen – weil die Deutsche Bahn wegen Bauarbeiten einzelne Abschnitte auf der S-Bahnlinie 75 sperrt.

Nun sind Bauarbeiten an den Strecken der Berliner S-Bahn nichts Ungewöhnliches, ganz im Gegenteil: Fast jeden Tag kommt es irgendwo in der Stadt zu Einschränkungen, weil Signalanlagen oder Gleise erneuert werden. Die jetzt bekannt gewordenen Pläne für die Baumaßnahmen an den wichtigsten S-Bahnstrecken dürften jedoch den Nutzern der Linien 5, 7 und 75 einiges abverlangen.

Neun Wochen Stress

Allein fünf Wochen Zeit nimmt die Sperrung des Abschnittes Springpfuhl – Wartenberg in Anspruch: Dort verkehren vom 30. August bis zum 4. Oktober keine Züge, wie die Senatsverkehrsverwaltung auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Sven Kohlmeier (SPD) mitteilte. Gleich im Anschluss ist der Bahnverkehr vom 4. Oktober an bis einschließlich 3. November zwischen Nöldnerplatz und Wuhletal unterbrochen. Davon betroffen sind die Verbindungen von und nach Ahrensfelde, Strausberg und Wartenberg.

Alles in allem müssen sich Fahrgäste neun Wochen lang alternative Routen überlegen. Von Hohenschönhausen empfiehlt sich ein Umstieg auf die Straßenbahnlinie 5 – mit mindestens 15 Minuten mehr Fahrzeit Richtung Alexanderplatz. Komplizierter wird es für die Bewohnerinnen und Bewohner von Marzahn: Wer in der Zeit der S-Bahnsperrung auf Bus und Straßenbahn setzt, muss zweimal umsteigen und bis zu einer Stunde Fahrzeit in die City Ost kalkulieren. Normalerweise dauert die Fahrt mit der S-Bahnlinie 7 nur 28 Minuten. Das größte Nachsehen haben also diejenigen, die ganz weit draußen wohnen.

Ersatzkonzept lässt auf sich warten

Nicht viel schneller dürfte es mit dem Ersatzverkehr gehen, der ab Spätsommer eingerichtet werden könnte. Doch allzu große Eile scheint der dafür zuständige Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg nicht zu haben – und setzt stattdessen auf Routine. Nach Auskunft von Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese (Bündnis 90/ Die Grünen) befinde sich das Ersatzkonzept für die Sperrungen derzeit noch in der Erarbeitung und Abstimmung, „was im Hinblick auf die üblichen planerischen Vorlaufzeiten von Ersatzkonzepten für baubedingte Sperrungen im S-Bahn-Netz als unproblematisch bewertet wird“. Neben einem Schienenersatzverkehr wird es auch Empfehlungen geben, auf U-Bahn, Straßen- und Regionalbahn auszuweichen. „Inwiefern zum Teil eine kapazitive Verstärkung dieser Umfahrungsalternativen erforderlich und möglich ist, wird im Rahmen der Planung des Ersatzkonzeptes ebenfalls geprüft“, erklärt Streese. Dazu gehörten eine mögliche Taktverdichtung der U5, der Einsatz längerer Züge auf der Straßenbahnlinie M4 und Entlastungszüge bei den Regionalbahnlinien RB25 und RB26.

Keine Verstärkung auf U5

Die BVG hat sich diesbezüglich schon positioniert: Neben Verstärkerfahrten sei der Einsatz „größtmöglicher Züge“ auf den Straßenbahnlinien M5, M6, M8 und M17 geplant. Dadurch soll das Platzangebot um 30 Prozent erweitert werden. Schwieriger wird es mit mehr Zügen und kürzeren Takten auf der U-Bahnlinie 5. „Generell können aufgrund der Fahrzeuglage und der Sperrung der Kehrlage Alexanderplatz keine Verstärkerleistungen während der Hauptverkehrszeit auf der Linie U5 während der Baumaßnahme der S-Bahn vom 4. Oktober bis 4. November angeboten werden“, teilte die BVG der Senatsverkehrsverwaltung mit.

Gleichwertige Angebote im ÖPNV gefordert

Über diese frühzeitige Absage zeigt sich der Kaulsdorfer SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier verwundert. Er erwartet von der Senatsverkehrsverwaltung, dass während der Bauarbeiten die Einschränkungen für die gut 140.000 Nutzerinnen und Nutzer der drei betroffenen S-Bahnlinien reduziert werden. Auch fordert er, dass der Bezirk Marzahn-Hellersdorf beim Ersatzverkehr nicht schlechter gestellt wird als Innenstadtbezirke: „Wir haben im Mobilitätsgesetz geregelt, dass die Angebote des ÖPNV in allen Bezirken gleichwertig angeboten werden müssen.“


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