Drinnen + draußen

Wo ist die Hefe geblieben?

03.05.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel Zum Vergrößern bitte auf das Hauptfoto klicken!

Es gibt Neuigkeiten von der Einkaufsfront: Klopapier ist wieder ohne großes Herumrennen zu haben. Sogar welches mit buntem Design. Jedenfalls in den drei Geschäften, die wir am Tag vor dem 1. Mai aufgesucht hatten. Andere haben auf Facebook ähnliches berichtet. Inzwischen stapeln sich die Pakete wieder in den Drogerie-und Supermärkten. Noch vor zwei Wochen hatten wir uns gefreut, plötzlich und unerwartet ein paar Rollen erstanden zu haben. Die kamen übrigens aus Serbien und waren nicht schlechter als die aus deutscher Produktion. Allerdings viel schlankere Exemplare.

Küchenrollen wieder vorrätig

Auch Küchenrollen sind wieder vorrätig. Zwei der anscheinend größten Sorgen der Deutschen dürften sich nun erübrigt haben. Wenn das nicht nur eine Momentaufnahme ist. Denn noch gibt es die Befürchtung eines notwendigen zweiten Lock Downs, falls sich die Unvernunft einiger und das Drängeln der Industrie bei den politischen Entscheidern durchsetzt und es nach vielen einzelnen Lockerungen wieder zum Ansteigen der Zahl der Infizierten kommt. Denn das Corona-Virus ist schließlich nicht weg. Es wurde bisher nur in Schach gehalten. Hoffen wir mal, dass das auch weiterhin funktioniert.

Geheimmittel gegen das Virus?

Was aber immer noch fehlt, ist Hefe. Genauer gesagt, Trockenhefe. In den Regalen meiner Rewe-Filiale und auch in denen benachbarter Geschäfte ist immer noch keine zu finden. Mich würde ja mal brennend interessieren: Was machen die Leute eigentlich damit? So viel Hefekuchen kann doch gar kein Mensch verzehren, dass es einen wochenlangen Engpass bei dieser Zutat geben muss. Ist das Zeugs noch für irgendetwas anderes gut? Ein Geheimmittel gegen das Virus, von führenden Verschwörungstheoretikern empfohlen?

Päckchen mit DM-Aufdruck im Küchenschrank

Deshalb habe ich meine Backzutaten im Küchenschrank mal unter die Lupe genommen. Und siehe da: Auch fünf Hefepäckchen waren darunter. Allerdings mit einem unerwarteten Preisaufdruck: 0,99 DM. Äh ja, lange keinen Hefekuchen mehr gebacken. Sehr lange. Denn der Euro wurde schließlich im Jahr 2002 eingeführt. Die Päckchen habe ich entsorgt. Gesucht hatte ich sowieso klaren Tortenguss. Roten hatte ich zu Hauf. Vom weißen war allerdings nur noch ein Päckchen da. Haltbarkeitsdauer: 12/1998. War übrigens trotzdem noch zu benutzen. Und die damit übergossene Pfirsichtorte hat sogar geschmeckt.

Ehe die anderen darauf kommen

Falls es noch längere Zeit keine Hefe geben sollte, macht mir das auch nichts aus. Wird eben Kuchen mit Mürbeteig gebacken. Oder Rührkuchen. Dafür braucht man nur Backpulver als Treibmittel. Davon ist genügend im Handel vorrätig. Noch. Denn kürzlich habe ich gelesen, dass man das ganz wunderbar auch zum Reinigen von Rohren an der Spüle nutzen kann. Oder zum Ameisen-Bekämpfen. Vielleicht sollte man vorsorglich anfangen, jetzt Backpulver zu hamstern. Ehe die anderen ebenfalls darauf kommen.

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