Lichtenberg verstärkt die Kontrollen in Parks

Wildes Grillen wird hart bestraft

29.05.2019, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding (1,3,4), Bezirksamt Lichtenberg (2). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. So manche Gruppe von Männern oder jungen Heranwachsenden wird zum Himmelfahrtstag den Weg ins Grüne suchen, ein paar Biere trinken und dann vielleicht den Grill anwerfen. Wer sich einen Park oder eine Grünanlage in Lichtenberg als Ziel ausgesucht hat, sollte aber vorsichtig sein: Das bezirkliche Ordnungsamt verstärkt seinen Kampf gegen illegales Grillen. Und das kann ab sofort richtig teuer werden.

Offiziell ist das Grillen an nur vier Stellen in Lichtenberg erlaubt – und zwar an den ausgewiesenen Plätzen, die im Stadtpark Lichtenberg, im Grünzug an der Storkower Straße Ecke Kar-Lade-Straße, im Fennpfuhlpark und an der Ahornallee in Wartenberg eingerichtet wurden. Wer bislang woanders gegrillt hat, kam in der Regel mit einem Verwarngeld in Höhe von 20 Euro davon. Doch das zeigte nach Angaben von Umweltstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) kaum Wirkung. Im Gegenteil: Oftmals seien die Ordnungsamtsmitarbeiter belächelt worden. Dabei gibt es durchaus eine Vielzahl guter Gründe, warum das Grillen in den geschützten Grünanlagen untersagt ist. Meist hinterlassen die Griller Müll und heiße Asche. Nicht selten werden die Flächen beschädigt, die für viele Pflanzen und Tiere einen wichtigen Lebensraum darstellen.

Bis zu 10.000 Euro für illegales Grillen

Rein rechtlich ist der Spielraum, den das Ordnungsamt jedoch hat, höher als bislang in der Praxis umgesetzt. Dieser kann vom einfachen Verwarngeld bis hin zum Ordnungswidrigkeitenverfahren reichen, das ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro nach sich zieht. „Und das ist dann kein Taschengeld mehr“, erklärt Nünthel. Um für mehr Ordnung zu sorgen, soll nun härter durchgegriffen werden. So verstärkt das Ordnungsamt seine Streifen am Wochenende, geplant sind zudem Einsätze gemeinsam mit der Berliner Polizei. „Nur so kann sichergestellt werden, dass Brandschutz, Sicherheit und Sauberkeit langfristig gewahrt bleiben.“ Gleichzeitig werde auch der für Hunde geltende Leinenzwang stärker kontrolliert.

Grund für die härteren Sanktionen: Der Müll in den Lichtenberger Parkanlagen nimmt zu – obwohl die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) seit drei Jahren im Stadtpark Lichtenberg und im Fennpfuhl die Reinigung übernommen haben. Angesichts steigender Bewohnerzahlen sei davon auszugehen, dass die Einsätze von BSR und dem Straßen- und Grünflächenamt nicht ausreichen werden, um das Müllproblem langfristig zu lösen. Umweltstadtrat Wilfried Nünthel will diesem „Fehlverhalten“ durch die „intensive Bestreifung“ von Park- und Grünanlagen begegnen.

Zunächst kein zusätzliches Personal

Darüber hinaus ist der Einsatz von Parkmanagern denkbar, für die es nun vom Land Berlin Geld gibt. 300.000 Euro stehen allein in diesem Jahr zur Verfügung, den gleichen Betrag gibt es zusätzlich für sogenannte StadtNaturRanger. „Einig sind wir uns, dass wir mehr Leute vor Ort brauchen, um auf menschliches Fehlverhalten einzuwirken“, sagt Wilfried Nünthel. Allerdings ist unklar, ob auch in den beiden folgenden Haushaltsjahren Geld für die neu zu schaffenden Stellen vom Land Berlin kommt. Dabei sei der Einsatz von zusätzlichem Personal wichtig – auch, um geschützte Arten und Lebensräume vor Beeinträchtigungen zu schützen. Doch wegen der finanziellen Unsicherheit verzichtet der Bezirk zunächst auf Parkmanager und StadtNaturRanger. „Angesichts dieser Bedingungen stellen wir daher zunächst niemanden ein.“


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