Wieder Eisbären-Baby

03.12.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Tierpark Berlin

Friedrichsfelde. Im Tierpark Berlin gibt es wieder Eisbären-Nachwuchs. Wie Zoo und Tierpark mitteilen, brachte Eisbärin Tonja am 1. Dezember um 2:33 Uhr ein Jungtier in der Wurfhöhle zur Welt. Dieses ist etwa so groß wie ein Meerschweinchen. Eisbären-Kurator Florian Sicks entdeckte per Kameratechnik als Erster den Nachwuchs. “Mittlerweile trinkt das Eisbären-Jungtier regelmäßig und nähert sich einem Rhythmus von etwa 2-3 Stunden“, sagt Dr. Sicks. Tonja wurde zwischen März und April mehrmals von Eisbären-Vater Wolodja gedeckt und hat sich im Laufe der folgenden Monate eine dicke Schicht Winterspeck zugelegt. Von 230 Kilogramm im März schaffte es Tonja im September auf 390 Kilogramm. Eine Trächtigkeit wurde zwar vermutet, überprüfen konnte man das jedoch nicht: „Eisbären gehören zu den gefährlichsten Landraubtieren, Tonja per Ultraschall zu untersuchen wäre also ohne risikoreiche Vollnarkose nicht möglich gewesen“, erklärt Sicks. Eine genaue Tragzeit ist bei Eisbären nicht zu bestimmen. Ab Ende des Sommers entwickelt sich aus dem befruchteten Ei der Embryo und beginnt zu wachsen. Auch im natürlichen Lebensraum der Eisbären ziehen sich die Weibchen im Herbst zurück, um Nachwuchs zu bekommen.  „Uns haben die Erfahrung der letzten beiden Jahre nochmal klar gemacht wie schnell solch ein Glück vorbei sein kann. In den ersten zehn Tagen ist die Sterblichkeit besonders hoch, dennoch sind wir sehr zuversichtlich und drücken alle die Daumen. Tonja hat sich bisher immer vorbildlich um ihre Jungtiere gekümmert und sie tut es auch jetzt wieder. Dank der Kameratechnik kann auch ich sogar von zu Hause immer wieder live dabei sein und die Beiden in ihrer Wurfhöhle beobachten“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem.
In den nächsten Wochen wird sich niemand der Wurfhöhle nähern. Absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs ist für den Erfolg der Aufzucht ein entscheidender Faktor. Die Eisbären sind aktuell für die Tierparkgäste nicht zu sehen. Wie auch im natürlichen Lebensraum verlassen die Mütter mit ihren Jungtieren erst im Frühjahr die Wurfhöhle.

Die Eisbären-Nachzucht stand in den letzten Jahren in Berlin unter keinem guten Stern. Publikumsliebling Knut (Mutter Tosca, Vater Lars) starb 2011 im Alter von vier Jahren im Berliner Zoo. Jung-Eisbär Fritz (Mutter Tona, Vater Wolodja) aus dem Tierpark Berlin wurde 2017 nur vier Monate alt, seine namenlose Schwester starb schon kurz nach der Geburt.

 

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