HTW-Studenten präsentieren Arbeiten

Wie spart man Energie?

05.02.2014, Birgitt Eltzel

Foto: Birgitt Eltzel

Lichtenberg. Was haben die Richard-Wagner Grundschule in der Ehrenfelsstraße in Karlshorst (Baujahr 1968), die Robinson-Grundschule in der Lichtenberger Wönnichstraße (1898) und die Paul-Schmidt-Sekundarschule (1950/51) am Malchower Weg in Hohenschönhausen gemeinsam? Dort könnte der Energieverbrauch deutlich verringert werden, wenn alte Gaskesselanlagen erneuert und teilweise auch Fenster und Fassaden saniert würden. Wie viel gespart werden könnte und welche Investitionen in den drei Schulen empfehlenswert sind, haben Studenten des Studiengangenes Gebäude-Energie und Informationstechnik (Geit) der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) untersucht. Am Dienstagnachmittag präsentierten sie ihre Semesterarbeiten öffentlich im Ratssaal des Lichtenberger Rathauses an der Möllendorffstraße.

Unterwegs in der Praxis
Die jungen Leute – vor allem Männer und einige wenige junge Frauen – haben sich im fünften Semester ihres Bachelor-Studiums intensiv in der Praxis umgetan. Von Ulrike Viltain vom bezirklichen Facility Management hatten sie zu Beginn detaillierte Unterlagen bekommen – Pläne der Schulen, Dokumentationen der vorhandenen Technik und des Gebäudezustandes. Sie waren häufig vor Ort, analysierten den Energieverbrauch, das Funktionieren der Anlagen und das Verhalten der Haus-Nutzer. Sie rechneten und berechneten, fertigten Thermobilder und Diagramme. Und sie machten Vorschläge für Änderungen. Die reichten vom Tausch der rund 20 Jahre alten Heizungstechnik gegen neuere Modelle und auch kleine Blockheizkraftwerke über energetische Fassadensanierungen bis hin zu kleinen Appellen an Schüler und Lehrer. Ein Foto, das wie die anderen Untersuchungsergebnisse per Computer an eine Leinwand im Ratssaal projiziert wurde, zeigte nämlich Verschwendung pur: Mitten im kalten Dezember waren in einem der Schulhäuser zahlreiche Fenster angekippt. Richtiges Lüften geht anders.

Schmales Budget
Doch nicht alles, was die angehenden Ingenieure als richtig und wichtig ansahen, konnten sie bei ihren Präsentationen empfehlen. Denn es war ja eine Praxis-Arbeit. Und da in der öffentlichen Verwaltung das Geld knapp ist, wurde ihnen auch ein Budget vorgeschrieben – etwa 60.000 (fiktive) Euro sollten jeder der drei Arbeitsgruppen reichen. Trotz der recht knappen Summe kamen alle Gruppen auch damit auf deutliche Einsparmöglichkeiten.

Seit neun Jahren gibt es die Kooperation des Bezirkes mit der HTW zum Energiemanagement, zum fünften Mal präsentierten die Studenten ihre Arbeiten im Rathaus. “Nicht alle Vorschläge werden verwirklicht, und vor allem nicht gleich”, sagte Stadtrat Andreas Prüfer (Linke), der auch für die bezirklichen Immobilien und das Facility Management zuständig ist. Dennoch seien die Analysen der Studenten wichtig: “Sie geben uns viele Anstöße zum Nachdenken.” Peter Fischer (Linke), der Vorsitzende des Umweltausschusses im Bezirksparlament, lobte die Präsentationen: “Das war alles sehr interessant.”

Neue Fenster für Robinson-Grundschule
Die Studenten Benjamin Reinbach und Philipp Zemke sagten, dass ihnen die Arbeit Spaß gemacht habe: “Wir waren sehr nahe an der Praxis, haben in den Schulen viel erfahren.” Und sie hoffen, dass einigen ihrer Empfehlungen gefolgt wird: “Bei unseren Vorgängern war das jedenfalls so.” Eine der drei Schulen werde bereits in diesem Jahr energetisch saniert, sagt Ulrike Viltain: In der denkmalgeschützten Robinson-Grundschule sollen die alten Fenster ersetzt werden. “Auch eine neue Heizungsanlage ist dort geplant, doch bisher ist das noch nicht beschlossen.”

 

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