Gedankenbrösel: Die Nachrichtenflut macht einen kirre

Gruselige Nachrichten

02.02.2020, Mike Abramovici

Fotos: Birgitt Eltzel

Man darf es nicht vergessen – morgen ist heute schon gestern. Das klingt zwar simpel. Dem ist aber gar nicht so. Denn wenn wir uns überlegen: Wie schnell sind doch Neuigkeiten schon am nächsten Tag nicht mehr aktuell. Doch was steckt hinter der Nachrichtenflut?

Weg mit den Ein- und Zwei-Cent-Münzen?

Mal ein paar davon herausgepickt: Das Bargeld soll abgeschafft werden. Nachdem der große 500-Euro-Schein verschwunden ist, möchte nun die EU-Kommission Ein-Cent- und Zwei-Cent-Münzen obsolet machen. Wenn es denn nur um das Abschaffen von diesen kleinen nervigen Dingern gehen würde. Diese merkwürdigen Preise von 1,99 und ähnlich braucht man eh nicht. Das wäre kein Problem. Die Herstellung der kleinen Münzen ist teurer als der Nutzen. Aber ich glaube, die alten Schlawiner wollen eigentlich das Bargeld nach und nach beseitigen und gläserne Bürgerinnen und Bürger hervorbringen. Da ist dann nichts mehr mit Trinkgeld geben oder von der Oma schnell mal einen Zwanziger abfassen. Es soll alles überwiesen werden.

Noch gruseliger sind erste Tests, die es in Europa gab: Es soll nicht nur bargeldlos, sondern mit Gesichtserkennung gezahlt werden. Die biometrischen Daten werden gescannt. Das ist irgendwie unheimlich. Dürfen dann nur noch nette oder hübsche Menschen einkaufen oder mit der Bahn fahren? Das kann man eigentlich nicht schön finden. Auch wenn die Chinesen vielleicht darauf stehen, scheinbar den ganzen Tag überwacht zu werden.

Die Angst vor der Seuche

Apropos Chinesen, da sind wir schon beim nächsten Drama, dem Corona-Virus. Zur Aufklärung vorab mal ein paar Zahlen. In dieser Saison sind in Berlin bislang ca. 80 Menschen an Grippe gestorben. In der starken Grippewelle 2017/18 https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106375/Grippewelle-war-toedlichste-in-30-Jahren gab es in Deutschland etwa 25.000 Grippe-Tote. Ich habe dennoch keinen Menschen mit Angst vor Grippe gesehen. Doch das Corona-Virus reicht aus, um die Menschen in Panik zu versetzen. Es sollen, wenn die Zahlen stimmen, bisher 213 Menschen in China am Lungenvirus gestorben sein. Das genügt dann, um ganze Städte mit Millionen Menschen abzuriegeln. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber langsam keimt in mir der Verdacht, dass man üben möchte, Menschen zu kontrollieren, einzusperren. Da reicht ein wenig Panik, und schon sind die Menschen willig, alles wieder aufzugeben. Das ist wie beim Bargeld. Es muss nur ordentlich verpackt sein, und schon sind wir bereit, all das, wofür wir vor Jahren auf die Straße gingen, für Freiheit und Selbstbestimmung, zu vergessen.

Überwachungskameras ganz toll?

Wie haben wir uns früher im Osten aufgeregt, weil auf dem Alex Kameras waren, welche die Menschen überwachten! Heute finden wir das ganz toll, es gibt ja Terrorgefahr! Und wieder fällt mir hier ein Satz des Kabarettisten Volker Pispers: „Was meinen Sie, was hier los wäre, wenn viel mehr Menschen wüssten, was hier los ist?“ Doch wir lassen uns täglich für blöd verkaufen.

Und wenn uns dann gar nichts mehr einfällt, alle wichtigen Themen dieser Welt abgefackelt sind, dann kommt der Megxit um die Ecke. Wir sorgen uns um Harry und Meghan, welche dann nicht mehr Prinz und Prinzessin sind – wollen denn nicht alle Kinder Prinz und Prinzessin sein? Jetzt sollen sie selbst bezahlen für ihre Sicherheit, von selbstverdientem Geld leben. Das macht uns sprachlos. Mir ist das so was von egal. Egaler geht bald gar nicht mehr.

Heidi kommt zurück

Und noch ein ganz wichtiges Mega-Thema dieser Woche: Heidi kommt wieder! Nein, natürlich nicht das nette tolle Mädchen aus den Alpen. Die Modelmutter Heidi kommt zurück ins Fernsehen. Germany’s next Topmodel, das ist auch so eine gruselige Veranstaltung. Wir sollen bloß nicht über normale Dinge nachdenken… Ich weiß gar nicht, ob irgendeins von diesen Models wirklich ein Topmodel geworden ist, meistens landen sie am Ende doch im Dschungelcamp oder irgendwann nackt im Playboy. Das war es dann mit der schönen Karriere…

Noch so ein schlimmer Gedanke fällt mir bei diesen Nachrichten ein. Da ich aus dem Osten bin und in der Schule damals Staatsbürgerkunde hatte, stelle ich fest: Meine Lehrerin hatte Recht. Sie sagte, der Westen überschüttet Menschen nur mit halbwichtigen Nachrichten, lässt sie lieber verdummen. Wir lachten damals und glaubten ihr nicht, dort wäre doch alles toll, man kann alles kaufen, sogar Bananen. Ja, das stimmt, man kann alles kaufen, man muss nur das nötige Geld haben.

Lasst es Euch gut gehen!

Aber vielleicht ist es gar nicht gut, den ganzen Tag zu grübeln. Das macht nur Falten. Wichtig ist es doch, sich an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen, Zeit mit Freunden, mit lieben Menschen zu verbringen und auch mal in die Kiste zu springen anstatt schlechte Nachrichten zu verfolgen. Denn wie sagte man schon früher: Bumsen und Picheln ist immer noch besser als Hammer und Sichel!

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