Alte Hellersdorfer Straße soll neues QM-Gebiet werden

Was bringt Quartiersmanagement?

15.11.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Neues Quartiersmanagement-Gebiet soll ab 2021 das Areal um die Alte Hellersdorfer Straße werden. Nach einem Bezirksamtsbeschluss vom 25. Oktober wurde das bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen beantragt. Der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wird der Beschluss in der Tagung am Donnerstag, 21. November, zur Kenntnis gegeben.

2020 laufen zwei QM-Verfahren aus

Marzahn-Hellersdorf hat derzeit vier Quartiersmanagement-Gebiete. Doch Ende 2020 werden das QM Marzahn NordWest und das QM Mehrower Allee aus der Förderung des Programms Soziale Stadt entlassen. Denn dort hat sich laut Einschätzung des Senats die Gesamtsituation in den vergangenen Jahren verbessert. Es bleiben die QM-Gebiete Boulevard Kastanienallee und Hellersdorfer Promenade. Wenn die Senatsverwaltung wie erwartet zustimmt, kommt dann ab 2021 das Gebiet Alte Hellersdorfer Straße dazu. Das soll nicht nur den Namensgeber umfassen, sondern einen größeren Bereich zwischen dem Wiesenpark, der Landsberger Chaussee , Stendaler, Zossener und Gothaer Straße sowie der Alten Hellersdorfer Straße.

Seit Jahren eines der sozial problematischsten Viertel

Das Gebiet Alte Hellersdorfer Straße gehört zu den problematischsten Wohngebieten von Berlin. Der Statutsindex ist seit Jahren sehr niedrig – es wohnen viele Menschen dort, die unter ungünstigen sozialen Bedingungen leiden. Viele leben von Transferleistungen wie Hartz IV oder Sozialhilfe, der Bildungsstand ist geringer als in anderen Vierteln, die Kinderarmut hoch. Das geht aus dem Bericht Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2017 hervor. Alle zwei Jahr untersucht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Situation in 436 sogenannten Planungsräumen in den zwölf Berliner Bezirken. Nach der Erhebung 2017 belegt das Gebiet Alte Hellersdorfer Straße Rang 422  – bildet also eines der Schlusslichter der Hauptstadt.

Ziel: positive Entwicklung anstoßen

Mit Mitteln aus dem Förderprogramm Soziale Stadt soll dort nun eine positive Entwicklung angestoßen werden. Kristian Ronneburg (Linke), in Marzahn-Hellersdorf direkt gewählter Abgeordneter, erklärt dazu: „Das ist auch notwendig, denn das Quartier an der Alten Hellersdorfer Straße braucht dringend Unterstützung. Der entsprechende Senatsbeschluss soll im November bzw. Dezember 2019 erfolgen. Ab 2020 erfolgt ein EU-weites Vergabeverfahren, um den passenden Träger für die Einrichtung des QM-Gebietes zu finden, damit das neue Quartiersmanagement Alte Hellersdorfer Straße im Januar 2021 starten kann.“

Hilfe zur Selbsthilfe

QM-Verfahren dienen vor allem dazu, die Nachbarschaft für die Entwicklung des eigenen Kiezes zu aktivieren – und somit Hilfe zur Selbsthilfe anzustoßen, LiMa+ berichtete. Gebiete, die drohen, von der gesamtstädtischen Entwicklung abgehängt zu werden, werden mit Bundes-, Landes- und Bezirksmitteln im Rahmen des Quartiersverfahrens besonders gefördert.

Erfolgreich in Marzahn NordWest

So ist es im seit 1999 bestehenden QM Marzahn NordWest, dem ältesten des Bezirks und dem flächenmäßig größten Berlins, gelungen, ein effektives Netzwerk zu schaffen. Stadtteilzentrum, Vereine und Initiativen sowie die Behörden arbeiten zusammen. Rund 24 Millionen Euro wurden in den vergangenen 20 Jahren in das Gebiet investiert. Damit wurden städtebauliche Aufwertungen gefördert, aber auch viele soziokulturelle Angebote. Es ist eine gute Infrastruktur entstanden, die den Bewohnern hilft, ihre schwierige soziale Lage zu kompensieren – beispielsweise durch Bildungsarbeit, sportliche und kulturelle Aktivitäten.

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