Veranstaltungen in den Bezirken zu 30 Jahre Mauerfall

Von Menschen und Mauern

08.11.2019, LiMa+ Team

Fotos: Birgitt Eltzel (1-5), ngbk (6) Zum Vergrößern bitte auf das Startbild klicken.

Marzahn-Hellersdorf/Lichtenberg. Dieses Datum kennt jeder: Am 9. November 1989 fiel die Mauer, die den Westen und den Osten Deutschlands trennte. 30 Jahre danach wird in Berlin mit einer Festivalwoche des Jubiläums gedacht. Doch auch außerhalb dieser zentralen Gedenkwoche, die an sieben Tagen und sieben Orten stattfindet, gibt es in Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg etliche interessante Veranstaltungen, die sich nicht nur der Zeit von 1989 widmen, sondern auch Fragen der Jetztzeit aufwerfen: Was ist seitdem mit uns geschehen? Was muss passieren, um die Ziele der friedlichen Revolution zu vollenden? Und: Wie wollen wir in der Zukunft leben?

Ausstellung im Schloss Biesdorf

„Von Menschen und Mauern“ heißt die bereits seit dem 27. Oktober gezeigte Ausstellung in der Kommunalen Galerie Schloss Biesdorf. Sie zeigt neben verschiedenen künstlerischen Arbeiten zur Berliner Mauer und ihrem Verschwinden künstlerische Positionen zu politischen Mauern im globalen Kontext. „Mauern grenzen weltweit noch heute ab und aus, sie sperren ein, beengen und trennen Menschen voneinander“, heißt es im Einführungstext. Gezeigt werden Werke der bildenden Kunst verschiedener Genres: Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie, Performance und Video. Die Exposition ist bis zum 14. Februar 2019 zu sehen.
Schloss Biesdorf, Alt-Biesdorf 55, täglich von 10-18 Uhr, freitags von 12 bis 21 Uhr. Dienstag geschlossen. Eintritt frei.

Marzahn-Bilder von Roger Melies

Exakt 30 Jahre nach dem Fall der Mauer findet am Sonnabend, 9. November, in der Hellersdorfer Pyramide an der Riesaer Straße 94 die Ausstellung „Wandel und Annäherung“ statt. Sechs Fotografinnen und Fotografen blicken zurück auf die 1980er- und 1990er-Jahre im Osten Deutschlands. Gezeigt wird auch die Fotoserie von Roger Melies „Marzahn ‘83“. Der als „Meister des ostdeutschen Fotorealismus“ geltende Melies hatte sich 1983 ein eigenes Bild von der neu entstehenden Stadt auf ehemaligen Rieselfeldern gemacht. Im 40. Jahr des Bestehens von Marzahn-Hellersdorf wird die Serie, die ein Gegenstück zu Melies’ Prenzlauer Berg- und Mitte-Fotografien darstellt, erstmals im Bezirk gezeigt. Die Schau ist bis zum 17. Januar 2020 zu sehen.
Pyramide, Riesaer Straße 94. Eintritt frei. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 bis 18 Uhr. Geöffnet auch zu den Veranstaltungen sonnabends, jeweils 17 Uhr. Eintritt frei.

“Das Jahr 1990 freilegen”

In Kooperation mit  der station urbaner kulturen/nGbK hellersdorf vom Boulevard Kastanienallee in Hellersdorf finden in der Pyramide auch drei Veranstaltungen im Rahmen der -Ausstellung „Das Jahr 1990 freilegen oder Aufführung eines Buches“ statt: Bereits am 4. November ging es um marxistische, feministische und migrantische Perspektiven auf das Jahr 1990. Am 14. November findet ein Filmscreening des Dokumentarfilms „Material“ (D, 2009) von Thomas Heise unter dem Titel „Material sichten“ statt, Kommentare von Madeleine Bernstorff.  Das Buch „Das Jahr 1990 freilegen“ von Anne König und Jan Wenzel (2019) steht im Mittelpunkt eines Gespräches mit den Autoren am 27. November, moderiert von Elske Rosenfeld.
Die Ausstellung „Das Jahr 1990 freilegen oder Aufführung eines Buches“ wird in der station urbaner kulturen noch bis 31. November gezeigt.
station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41. Geöffnet Do und Sa von 15 bis 19 Uhr. Eintritt frei.

Gespräche zur Geschichte

Zwei Veranstaltungen gibt es im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf in der Reihe „ Gespräche zur Geschichte“: Um „Wirtschaft im Umbruch“ geht es am Mittwoch, 13. November. Dr. Christa Bertag, von 1985 bis 1990 Generaldirektorin des VEB Kosmetik Kombinat Berlin, und Nils Busch-Petersen, langjähriger Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V. diskutieren.
„Soziales im Umbruch“ heißt es am Mittwoch, 11. Dezember: Schwester Margareta Kühn vom Don-Bosco-Zentrum und Dr. Thomas Pfeiffer, Geschäftsführer der Wuhletal gGmbH, sprechen über die Neuordnung gesellschaftlicher und staatlicher Verantwortung auf dem Feld des Sozialen.
Die Veranstaltungen wurden gemeinsam mit dem Bündnis für Demokratie und Toleranz organisiert.
Bezirksmuseum, Alt-Marzahn 55, Haus 1. Beginn jeweils 18 Uhr. Eintritt frei.

Entwicklung zum Campus der Demokratie

Die 4. Standortkonferenz zur Entwicklung des Areals der ehemaligen Stasizentrale in Lichtenberg findet am Freitag, 8. November, statt. Der Standort wird seit Sommer 2018 unter der Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zu einem Campus für Demokratie entwickelt. Zur Einordnung in die internationale Erinnerungs- und Gedenklandschaft blicken Basil Kerski, Leiter des Europäischen Solidarność-Zentrum Gdańsk, und Kari Lämsä, Service Manager der Helsinki City Library Oodi, auf die gesellschaftliche, planerische und städtebauliche Genese ihrer für die demokratische Bildung und Aufklärung  renommierten und ausgezeichneten Orte in Europa. Die sich anschließende Podiumsdiskussion fragt nach den Perspektiven des geplanten Campus für Demokratie in Berlin im politischen und öffentlichen Diskurs und zieht Schlussfolgerungen aus den vorgestellten Projekten für die weitere städtebauliche und funktionale Entwicklung des Ortes. Auf dem Podium sitzen Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, Kultursenator Dr. Klaus Lederer (beide Linke) , Lutz Henke, visit Berlin, Dr. Robert Kaltenbrunner und Luise Meier.
Hofsaal des Finanzamtes für Körperschaften II, Magdalenenstraße 25, Beginn: 17 Uhr. Eintritt frei.

Die ostdeutsche Transformationsgesellschaft

Der Soziologieprofessor Steffen Mau liest am Sonnabend, 9.November, im 360° – Raum für Kreativität aus seinem neuen Buch „Lütten Klein – Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft“ über die Wendezeit in Rostock. 30 Jahre nach einer aufsehenerregenden Lesung in Neu-Hohenschönhausen – der Schriftsteller Stefan Heym las damals aus seinem Werk „Ahasver“ in der Anna-Segher-Bibliothek – findet damit am Prerower Platz wieder ein spannender politischer Diskussionsabend statt, schreibt Thomas Stande vom Projekt „PLATTE MACHEN für Hohenschönhausen“. Nach der Lesung will man mit dem Publikum ins Gespräch kommen: Wie wurde die Wendezeit in Hohenschönhausen erlebt? Was hat sich seitdem verändert?
360° – Raum für Kreativität, Prerower Platz 10, Beginn 16 Uhr, Eintritt frei.

“sofort, Unverzüglich”

Noch bis zum 17. November ist im Museum Lichtenberg die Fotoausstellung „sofort, Unverzüglich“  mit Bildern von Lothar M. Peter zu sehen. Die Auswahl zeigt Schwarzweißfotografien, die zwischen 1985 bis 1995 entstanden sind. Nur noch bis zum 10. November wird die Open-Air-Ausstellung „Zugeführt – in der Gewalt von Volkspolizei und Staatssicherheit“ an der Rummelsburger Hauptstraße gezeigt. Ein solcher „Zuführungsort“ von Demonstranten, die am 7. Oktober 1989 gegen das DDR-Regime demonstrierten, war die Polizeiwache an der Hauptstraße.
Museum Lichtenberg, Türrschmidtstraße 22, geöffnet die–fr von 11 bis 18 Uhr, So 11 bis 18 Uhr. Alte Polizeiwache, Hauptstraße 10. Für beide Ausstellungen ist der Eintritt frei.

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