Von Berlin nach Tomsk

12.02.2020, Volkmar Eltzel

Karlshorst. „Von Berlin nach Tomsk. Auf den Spuren eines Gastarbeiters im Sibirien der 1930er Jahre“, lautet der Titel eines Dokumentarfilms, zu dem das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst am Donnerstag, 13. Februar, um 19 Uhr einlädt.

Der Film der Anthropologin Dr. Cordula Gdaniec begibt sich auf die Spur eines deutschen „Gastarbeiters“ der 1930er Jahre in die Sowjetunion. Bis heute ist wenig bekannt über diese Facharbeiter und Spezialisten, die mithalfen die Industrie der Sowjetunion aufzubauen. Ausgehend vom Fotoalbum ihrer Familie, das die Jahre in Westsibirien von 1930 bis 1934 dokumentiert, folgt Gdaniec dem Weg ihres Großvaters, eines Bergbauingenieurs, nach Tomsk. Der Alltag der Familie und die Arbeitsbedingungen waren geprägt von Abenteuer und Privilegien. Ebenso wenig blieb die Familie von den sowjetischen Realitäten der Mangelwirtschaft, der Überwachung und des herannahenden großen Terrors verschont. Der Kurzfilm enthält historische Filmaufnahmen aus der Zeit des ersten Fünfjahresplans. Er ist zudem ein Reisetagebuch der Regisseurin von ihrer Tour nach Tomsk.

Im Anschluss an die Filmvorführung führt die Berliner Historikerin Dr. Carola Tischler ein Gespräch mit der Regisseurin und beleuchtet die deutsch-sowjetischen Beziehungen aus einer historischen Perspektive. Der Film wird in russischer Originalfassung (mit englischen Untertiteln) aufgeführt, das anschließende Gespräch findet in deutscher Sprache statt. Der Zugang zum Kinosalon des Museums ist barrierefrei.

Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Zwieseler Straße 4 | 10318 Berlin


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