Werkstattgespräch in der HWR zu verdeckter Polizeiarbeit

Undercover in Europa und den USA

28.07.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Friedrichsfelde. Trotz großer Hitze war der Vortragsraum in der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) am Donnerstagnachmittag, 27. Juli, gut gefüllt. Denn Prof. Dr. Jacqueline Ross, Professorin für Strafrecht und vergleichendes Strafprozessrecht an der University of Illinois, stellte ihre Forschungsergebnisse zur Undercover-Polizeiarbeit in den USA, Deutschland, Frankreich und Italien vor. Eingeladen auf den HWR-Campus nach Friedrichsfelde hatte zu dem „Werkstattgespräch“ das seit 2013 bestehende Forschungsinstitut für öffentliche und private Sicherheit (FÖPS) an der HWR. Laut dem Stellvertretenden Institutsdirektor Prof. Dr. Hartmut Aden, der auch durch die Veranstaltung führte, bietet das Institut seit seiner Gründung regelmäßig solche Foren. Beim nächsten Werkstattgespräch am 12. Oktober geht es mit Vertretern von Transparency International um Korruptionsbekämpfung. Die öffentlichen Veranstaltungen richten sich zwar vor allem an ein Fachpublikum, aber auch interessierte Bürger können kommen – eine Anmeldung per E-Mail genügt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Unterschiedliche Kriterien in den Ländern

Dieses Mal waren vor allem Polizisten und ehemalige Polizeibeamte, aber auch HWR-Dozenten und Studenten unter den Teilnehmern. Denn verdeckte Polizeiarbeit ist ein wichtiges Instrument, um im Antiterroreinsatz, im Kampf gegen Drogen, Korruption und kriminell organisierte Strukturen Informationen und Beweise gegen mutmaßliche Täterinnen und Täter zu sammeln. Die Methoden ähneln sich, die Kriterien für deren rechtsstaatliche Anwendung sind jedoch in westeuropäischen Ländern und den USA sehr unterschiedlich. Die Unterschiede reichen von der Immunität verdeckt arbeitender Polizisten (in Deutschland gibt es im Vergleich zu den drei anderen betrachteten Staaten dafür keine eigenständige gesetzliche Regelung) über die Nutzung der gewonnenen Beweismittel, von staatsanwaltschaftlicher Aufsicht bis zu den Voraussetzungen für die Genehmigung von Undercover-Tätigkeiten.

Früher Bundesanwältin in Chicago

Jacqueline Ross, die im Studienjahr 2017/18 an der American Academy in Berlin war, hat zahlreiche Beiträge zur vergleichenden internationalen Polizeiarbeit publiziert. Als ehemalige Bundesanwältin in Chicago verfügt Ross zudem über ein großes Praxiswissen. Derzeit arbeitet sie an einem neuen Werk unter dem Titel „Undercover Under Scrutiny: Am comparative Look at Covert Policing in the United States, Germany, Italy and France“, das voraussichtlich im nächsten Jahr erscheinen wird. Sie spricht mehrere Sprachen, ihren Vortrag an der HWR hielt sie in perfektem Deutsch.

Zusammenführung von Fachkompetenz

Das FÖPS wurde vor fünf Jahren von Hochschulleitern des Fachbereichs Polizei und Sicherheitsmanagement der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin gegründet. Laut eigener Beschreibung ist das zentrale Merkmal des Instituts die Zusammenführung fachlicher Kompetenzen insbesondere aus den Bereichen Polizei, Recht, Kriminologie, Sozialwissenschaften und Psychologie im Kontext der öffentlichen und privaten Sicherheitsforschung. Die HWR ist mit über 11.000 Studierenden im Campus Friedrichsfelde und Schöneberg eine der großen deutschen Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Auch Polizisten und Sicherheitsmanager werden dort ausgebildet, im Fachbereich 5 werden in Friedrichsfelde zwei Bachelor- und zwei Masterstudiengänge angeboten.

Infos zum Institut und den Veranstaltungen hier…

 

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