Turmfalken im Rathausturm

18.06.2020, Volkmar Eltzel

Foto: Bezirksamt Lichtenberg. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. Zum Anblick des Lichtenberger Rathauses gehört seit langer Zeit ein fast jährlich brütendes Turmfalkenpaar. Auch in diesem Jahr ziehen sie in sicherer Höhe des Rathausturmes auf der Hofseite ihren Nachwuchs auf. Damit dies auch so bleibt, haben die Greifvögel nun mehr Platz zum Brüten bekommen. Anstelle der bisherigen Niststätte befinden sich jetzt zwei hölzerne Nistkästen in der Turmspitze.

„Bald werden die Jungvögel flügge sein und ihr Nest, den sogenannten Greifvogelhorst, verlassen. Ein Blick vom Bürgeramt aus bietet die Chance, das Schauspiel zu beobachten“, sagt Umweltstadtrat Martin Schaefer (CDU).

Falco tinnunculus

Mit einer Körpergröße von 33 bis 35 Zentimetern zählen die Turmfalken zu den kleinsten Greifvögeln. Unverkennbar sind die schnellen Flügelschläge beim Verharren an einer Stelle in der Luft – dem so genannten Rütteln. Dabei erspähen die Falken ihre Beute, die sie anschließend im Sturzflug ergreifen.

Den lateinischen Namen Falco tinnunculus, was “schellend, klingend” bedeutet, verdanken die Raubvögel ihrem charakteristischen Ruf. Turmfalken bauen keine eigenen Nester, sondern nutzen zum Brüten häufig Gebäudenischen und Mauerlöcher in Kirchtürmen oder Hochhäusern.

Viele der 180 bis 240 Berliner Turmfalkenpaare brüten zunehmend in Nistkästen, die von Menschenhand an Gebäude und auf Hochspannungsmasten angebracht wurden. Das ist nötig, weil Niststätten oft bei Gebäudesanierungen oder Modernisierungsarbeiten unwissentlich zerstört werden.

Schutz bei allen Bauvorhaben

Nur wenn die Lage der Brutstätten bekannt ist, können diese auch dauerhaft geschützt werden. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, Niststätten von Gebäudebrütern online beim Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg zu melden. (https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/auf-einen-blick/freizeit/gruen/formular.509219.php)

Die Gebäudebrüterverordnung schreibt vor, dass alle Bauvorhaben, bei denen Gebäudebrüter betroffen sind, beim Umwelt- und Naturschutzamt des jeweiligen Bezirkes angezeigt werden müssen. Dann werden sachkundige Ornithologen hinzugezogen, die das weitere Verfahren mit dem Bauvorhabenträger abstimmen.


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