Trauermarsch gedenkt der beiden Opfer eines Mordanschlags

Trauer – Verzweiflung – Mitgefühl

09.03.2020, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Marzahn. Mehrere hundert Menschen versammelten sich am frühen Sonnabendnachmittag, 7. März, auf dem Victor-Klemperer-Platz vor dem Freizeitforum Marzahn zu einem Trauermarsch. Sie gedachten damit der beiden Opfer eines brutalen Mordanschlages, der eine Woche zuvor geschehen war.

Die 38-jährige Afghanin Homa Z. und ihre neunjährige Tochter Tajala wurden, laut einer am 1. März verbreiteten, gemeinsamen Meldung von Polizei und Staatsanwaltschaft, am Sonnabend, 29. Februar, gegen 20 Uhr, tot in ihrer Wohnung in der Wörlitzer Straße 6 aufgefunden. Wie zu erfahren war, hatte der Ehemann und Vater die grausige Entdeckung gemacht und die Polizei gerufen.

Täter noch unbekannt

Die Beamten gehen von einem Verbrechen aus und ermitteln in alle Richtungen. Es gebe aber bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Hinweise auf den oder die Täter und die Hintergründe der Morde.

Nach einer Schweigeminute vor dem Freizeitforum sagte ein Redner: „Die Familie war in der Hoffnung auf Frieden und auf eine glückliche Zukunft von Afghanistan nach Berlin gekommen.“ Die Teilnehmer der Veranstaltung waren fassungslos, angesichts des brutalen Mordes. Vom Freizeitforum Marzahn führte der Trauerzug zu dem Haus in der Wörlitzer Straße, wo das Verbrechen geschehen war.

Spekulationen helfen nicht

Nachbarn berichteten, dass die Familie zunächst in der Flüchtlingsunterkunft Wittenberger Straße lebte und vor einiger Zeit die Wohnung in der Wörlitzer Straße bekommen hatte. Marzahner erzählten auch, dass die Familie regelmäßig in den Stadtteilzentren und in weiteren sozialen Einrichtungen an verschiedenen Veranstaltungen und Kursen teilnahm.

Mehrere Trauernde warnten vor Spekulationen im Zusammenhang mit dem Doppelmord. Mutmaßungen könnten schnell zu falschen Schlüssen führen, die für politische Zwecke missbraucht würden.


Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, verwendeten der oder die unbekannten Täter bei den brutalen Morden unter anderem einen Feuerlöscher, der mit in die Wohnung gebracht wurde.

Die Polizei sucht nach Zeugen, und fragt:

• Wer hat am Sonnabend, 29. Februar, zwischen 7 und 18 Uhr auffällige Beobachtungen im Bereich des Tatortes in der Wörlitzer Straße gemacht?

• Wer hat Personen beobachtet, die einen oder mehrere Feuerlöscher mit sich geführt haben?

• Wo sind Feuerlöscher entwendet oder entsorgt aufgefunden worden?

• Wer kann andere sachdienliche Hinweise zu diesem Verbrechen geben?

Hinweise nimmt die ermittelnde 4. Mordkommission beim Landeskriminalamt, 10787 Berlin, Keithstraße 30 unter der Telefonnummer (030) 46 64 91 14 44 oder per E-Mail an:
lka114-hinweis@polizei-berlin.de entgegen. Auch jede andere Polizeidienststelle kann dazu kontaktiert werden.


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