Verkehrskonzept von der Senatsverwaltung für Verkehr vorgelegt

Tram bleibt auf Hönower Straße

05.09.2019, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Mahlsdorf. Die Siedlungsgebiete des Bezirks Marzahn-Hellersdorf ersticken im Straßenverkehr. Seit 30 Jahren wird den Bewohnern eine Verkehrskonzeption versprochen, doch bisher ist nichts passiert. Nun hat die Senatsverwaltung für Verkehr eine Planung für die Umgestaltung der Verkehrsströme in Mahlsdorf vorgelegt. Die Hönower Straße und der nördliche Teil des Hultschiner Damms sollen neu gestaltet werden LiMa+ berichtete. Knackpunkt bleibt weiter – es gibt keine Parkfläche, auf denen Autofahrer ihre Fahrzeuge abstellen können. Sie können also gar nicht in Mahlsdorf auf den öffentlichen Verkehr umsteigen.

Zweigleisig und neue Haltestelle

Positiv in der Planung ist: Die Straßenbahn soll alle 10 Minuten in Richtung Köpenick fahren. Dazu wird die Strecke zwischen dem Bahnhof Mahlsdorf und der Haltestelle Rahnsdorfer Straße zweigleisig ausgebaut. Die Straßenbahn bekommt auf dem Hultschiner Damm eine neue Haltestelle am Gutspark Mahlsdorf. Das wird natürlich vom Förderverein Gutshaus Mahlsdorf begrüßt, denn viele Besucher des Gründerzeitmuseums Mahlsdorf kommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Haltestelle unter S-Bahnbrücke

Die Straßenbahn soll an ihrer nördlichen Endhaltestelle unter den Bahnhof verlegt werden. Damit soll das Umsteigen zur S-Bahn erleichtert werden. Diese Planung ist nun nicht neu. Schon in den 20er Jahren wurde die Bahnbrücke so breit gebaut, damit eine zweigleisige Straßenbahnführung genug Platz hat. Der Nachteil dieser Planung ist: Die große Abstellfläche für Fahrräder verschwindet. Dort wird die Haltestelle gebaut.

Stau auf der Hönower ist „Normalzustand“

Der Fahrzeugstrom in der Hönower Straße und im nördlichen Teil des Hultschiner Damms soll neu geordnet werden. Besonders im Berufsverkehr sind beide Straßen ständig zugestaut. Das liegt vor allem an fehlenden Abbiegespuren. Wenn mehr als vier Fahrzeuge, von der Hönower Straße kommend, nach links auf die B 1/5 abbiegen wollen, dann ist die Kreuzung dicht. Deshalb staut es sich besonders im Berufsverkehr bis zum Kreisverkehr am Bahnhof Mahlsdorf.

Neue Kreuzung an der B1/B5

Der Autostrom soll nach der vorliegenden Planung über die Pestalozzistraße und die Straße an der Schule zur B 1/5 geführt werden. An der Bundesstraße ist eine neue Kreuzung geplant. Die Straße An der Schule wird über die Bundesstraße erweitert und führt am Rohrpfuhlgraben entlang bis zum Hultschiner Damm auf der Höhe der Elsenstraße.

Für den Durchgangsverkehr teilweise gesperrt

Problematisch bleibt der Teil der Hönower Straße zwischen der Pestalozzistraße und dem Bahnhof Mahlsdorf. In diesem Abschnitt teilen sich Pkw, Lkw, zwei Straßenbahngleise und die Buslinien die Straße. Ab Pestalozzistraße wird die Hönower Straße in südliche Richtung für den Durchgangsverkehr gesperrt. Nur Anlieger und der Lieferverkehr sollen freie Fahrt haben. Das trifft auch für den nördlichen Abschnitt des Hultschiner Damms zu. Auch hier gilt – freie Fahrt nur für Anlieger. Lediglich die Liniebusse dürfen so wie gewohnt sowohl die Fritz-Reuter-Staße, die Treskowstraße und den Wilhelmsmühlenweg benutzen.

Fahrzeugverkehr durchs Wohngebiet

Die Pestalozzistraße und die Straße An der Schule sollen ausgebaut werden. Bisher ist die Pestalozzistraße eine Einbahnstraße aus dem Siedlungsgebiet in Richtung Hönower Straße. Die Straße An der Schule hat keine durchgängige Verbindung zur Bundesstraße. Die Straße An der Schule wird auf 22 Meter erweitert. Damit soll Platz geschaffen werden für zwei Fahrbahnen, einen Grünstreifen an beiden Seiten sowie Fußwege und Radwege an beiden Seiten der Straße.

Ampeln und Radwege

Problematisch bleibt die Sicherung des Schulweges vor der neuen Schule, die erst in diesem Jahr eingeweiht wurde. Die Senatsverwaltung geht von 16.000 Fahrzeugen aus, die täglich diesen Straßenabschnitt befahren werden. Mehre Ampeln sind dort vorgesehen, damit die Kinder auch sicher zur Schule kommen. Sowohl in der Hönower Straße als auch auf dem Hultschiner Damm sind auf beiden Seiten Radwege geplant. Noch sind es Planungsvarianten. Es werden noch mindestens drei bis vier Jahre vergehen, bis in Mahlsdorf wirklich mit Baumaßnahmen begonnen wird.


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Leserkommentare

  1. Zunahme des Schleichverkehrs im Siedlungsgebiet Mahlsdorf nördlich B1/5
  2. In einer Informationsveranstaltung am 21.08.2019 stellte die Senatsverwaltung VUK in der Kiekemal-Schule die Vorplanung der sogenannten Verkehrslösung Mahlsdorf vor. Dabei handelt es sich um den zweigleisigen Ausbau der Tram-Linie 62 von der Rahnsdorfer Straße zum Bahnhof Mahlsdorf im Hultschiner Damm und der Hönower Straße. Die Wendeschleife der Tram in der Treskowstraße wird in dem Zusammenhang aufgegeben und nur noch für Buslinien der BVG genutzt. Der Individualverkehr soll in der Hönower Straße ab Pestalozzistraße über eine neue Straßenführung über die Straße An der Schule über die B1/5 zum Hultschiner Damm auf Höhe Gutspark Mahlsdorf geführt werden. Der Hultschiner Damm und die Hönower Straße sollen von Gutspark bis Pestalozzistraße nur für den Straßenbahn- Bus- und Anliegerverkehr geöffnet werden. Wie außer den Richtungspfeilen und der Anliegerbeschränkung Schleichverkehr von und zur B1/5 unterbunden werden sollen blieb an dem Abend offen. Erschrockenheit machte sich bei der Offenlegung der Absicht, die Treskowstraße für den Individualverkehr von der Hönower Straße aus zu öffnen, breit. Hier werden die Kraftfahrer eingeladen über das Sielungsgebiet und speziell über die Neuenhagener Straße und Am Kornfeld schneller von und zur B1/5 zu gelangen. Das bedeutet eine weitere Verdichtung des Durchgangsverkehrs im Siedlungsgebiet.
    Fazit: Die vorgestellte Lösung bringt außer dem von der BVG zugesagten 10-Minutentakt der Tram Linie 62 eine weitere Erhöhung des Verkehrsaufkommens und damit Verschlechterungen der Wohnbedingungen in den Siedlungsgebieten östlich und westlich der Hönower Straße.

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