Zentrum nimmt Gestalt an

Theaterplatz erhält Namen

02.02.2014, Volkmar Eltzel

Foto: Volkmar Eltzel

Karlshorst. Bislang wird das zirka 2.200 Quadratmeter große Areal östlich der Treskowallee und südlich der Ehrenfelsstraße in Karlshorst nur Theaterplatz oder „Platz vor dem Theater Karlshorst“ genannt, was auf die frühere Nutzung des großen Gebäudes an der südlichen Seite hinweist. Am Mittwoch, 5. Februar, um 12:30 Uhr wird der Platz in einem feierlichen Akt in „Johannes-Fest-Platz“ umbenannt. Damit wird der einstige Karlshorster Bürger, Schulrat und Bezirksverordnete von Lichtenberg, Johannes Fest (1889 – 1960) zu seinem 125. Geburtstag gewürdigt. Fest vertrat nach der Machtergreifung Hitlers weiter offen und standhaft seine antinazistische Haltung. Er sah Judenverfolgung und Krieg voraus. „Auch wenn alle mitmachen – ich nicht!“, war einer der Grundsätze des Katholiken. Im April 1933 entfernten ihn die Nazis aus dem Amt des Rektors der 20. Grundschule und erteilten ihm Berufsverbot. Die Namensbenennung erfolgt auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg. Kulturstaatssekretär André Schmitz wird die Laudatio halten. Schauspieler Ulrich Matthes liest aus einem Buch über Johannes Fest.

Ein gut genutzter Stadtplatz
Den vor wenigen Jahren mit Bänken, Bäumen, Laternen und neuem Pflaster gestalteten Stadtplatz, an dem es auch auch eine Trattoria und ein Kaffeehaus gibt, nutzen die Karlshorster gerne zum Verweilen. Aber auch das Herbst- und Kürbisfest der HOWOGE und der Weihnachtsmarkt finden dort statt. Zur Ehrenfelsstraße hin reihen sich regelmäßig Stände des Wochenmarktes aneinander. Andreas Köhler, Vorsitzender des Bürgervereins Karlshorst vermutet: „Der Platz wird im Volksmund einfach nur ‚Fest-Platz’ heißen.“

Howoge will verkaufen
Wie Bürgermeister, Andreas Geisel am Donnerstag, 30. Januar, während des „Karlshorster Gesprächs“ im Kulturhaus sagte, plant die Eigentümerin des Platzes und des Theaters Karlshorst, die Howoge, einen Teil des Grundstückes zu verkaufen. Auf der westlichen Seite zur Treskowallee hin, wo sich derzeit ein Parkplatz und Fastfood-Imbisse befinden, soll der Platz durch ein Gebäude vor Verkehrslärm geschützt werden. Die WPK Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, die sich auch für die Gartenstadt Karlshorst, an der Zwieseler Straße engagiert, habe Interesse gezeigt. Allerdings solle der Grundstückskauf mit der Auflage verknüpft werden, das Theater mit zu erwerben und den baupolizeilich gesperrten Theatersaal so herzurichten, dass dort öffentliche Veranstaltungen stattfinden können, so Geisel. Es gebe bereits ein Konzept, das jedoch keinen Theaterbetrieb mehr vorsieht. Allein den Saal so zu sanieren, dass er geöffnet werden könne, koste rund 750.000 Euro. Die Erinnerung an Zeiten, da hier noch Theaterstücke aufgeführt wurden, wird dennoch bleiben. Schließlich behält die östlich an den Platz grenzende kleine Straße den Namen Theatergasse.

Unvernünftige Autofahrer
Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität auf dem Platz ist die nördlich angrenzende Ehrenfelsstraße in diesem Bereich als Spielstraße und verkehrsberuhigter Bereich gekennzeichnet. Nur der Linienbus 396 der BVG darf noch ohne Halt hindurchfahren. Eigentlich sollten Autofahrer durch eigens montierte herausfahr- und absenkbare Poller davon abgehalten werden, die Straße als Abkürzung zu nutzen. Doch mehrfach hatten ortsansässige PKW-Fahrer versucht, die Technik auszutricksen, indem sie, schneller als im gebotenen Schritttempo versuchten, noch hinter dem Bus durch die Sperre hindurchzuschlüpfen. „Das klappte nur nicht“, sagt Bürgermeister Geisel. Immer wieder wurden die Poller angefahren und waren dann nicht mehr versenkbar, weil sie schief standen. Reparaturkosten beliefen sich mittlerweile auf über 20.000 Euro. Jetzt habe der Bezirk entschieden, so Andreas Geisel, die Poller zunächst im Boden zu belassen. Man werde stattdessen hohe Straßenkissen aufbringen. Perspektivisch solle die Ehrenfelsstraße in diesem Abschnitt gänzlich für den motorisierten Verkehr gesperrt werden, um das Karlshorster Ortsteilzentrum noch attraktiver zu machen.

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden