Theater mit neuer Leitung

24.11.2019, Birgitt Eltzel

Lichtenberg. Das Theater an der Parkaue hat eine neue künstlerische Leitung. Wie die Bühne jetzt mitteilte, werden Florian Stiehler – geschäftsführender Direktor und seit September 2019 kommissarischer Intendant – und der neue Chefregisseur Thomas Fiedler gemeinsam mit Dorothea Lübbe (designierte Leiterin Vermittlung & Community) und Jutta Wangemann (designierte Leiterin der Dramaturgie) die Spielzeit 2020/2021 gestalten. Bis zum Ende der laufenden Spielzeit arbeiten Florian Stiehler und Thomas Fiedler mit der Leitenden Dramaturgin und Theaterpädagogin Karola Marsch zusammen. Der langjährige Intendant Kay Wuschek hat das Haus aus gesundheitlichen Gründen verlassen.

Das traditionsreiche Junge Staatstheater, 1948 als „Theater der Freundschaft“ gegründet, war im Sommer wegen eines rassistischen Vorfalls ins Gerede gekommen. Eine Führungskrise begann. Ulrich Seidler beschrieb das ausführlich in der Berliner Zeitung.

Die drei Neuen stellen sich als Team vor, heißt es auch auf der Website des Theaters, das sich weiterhin mit den Vorfällen auseinandersetzt: „Rund 90 Mitarbeiter*innen schaffen als Junges Staatstheater Berlin mit Künstler*innen, Partner-*innen und Förder*innen künstlerische Erlebnis- und Erfahrungsräume für Kinder, Jugendliche und Menschen jeden Alters. Spezialist*innen mit ihren unterschiedlichen Fertigkeiten, Hintergründen und Überzeugungen arbeiten hier zusammen für ein Publikum, das so vielfältig ist wie die Stadt Berlin.

Wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen, entscheidet darüber, ob wir den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sein werden. Abwertung, Benachteiligung und Einschüchterung sind Handlungen, denen wir im Alltag entgegentreten müssen. Im Theater entsteht Kunst aus der Begegnung. Das Theater, das uns begeistert, ist ein Ort, an dem jede*r die eigene Wahrnehmung an den Blicken anderer schärfen kann.

Seit den bekannten rassistischen Diskriminierungen hier am Haus und der vorzeitigen Vertragsbeendigung des langjährigen Intendanten befindet sich das Theater an der Parkaue in einem vielschichtigen und vielstimmigen Prozess des Umbruchs, des Fragenstellens und der Aufarbeitung. Als neue Mitarbeiter*innen steigen wir in diesen Prozess ein und haben ab jetzt daran teil.

Wir freuen uns darauf, Verantwortung zu übernehmen für einen solidarischen und machtkritischen Arbeitszusammenhang. Unsere Arbeit gilt dem mutigen und munteren Erproben von Perspektiven darauf, was Junges Theater für eine weltoffene und verantwortungsvolle Gesellschaft kann und in Zukunft können will.“

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden