Symbolischer Spatenstich im CleanTech Business Park

Swissbit Germany legt los

01.08.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Trotz sengender Mittagssonne am wohl wärmsten Tag dieses Jahres wurde an der Bitterfelder Straße kräftig zugepackt. Der erste Spatenstich für den neuen Unternehmenssitz der Swissbit Germany AG erfolgte am Dienstag, 31. Juli – allerdings nur symbolisch. Denn die Arbeiten für das Gebäude mit rund 10.000 Quadratmeter Grundfläche (für Entwicklung, Fertigung und Büro) haben bereits begonnen. Betonpfeiler auf dem Areal lassen schon die Ausmaße des Gebäudes erahnen.

Erstes Unternehmen am Platz

Swissbit ist das allererste Unternehmen, das auf dem vor knapp drei Jahren fertiggestellten Gelände des künftigen Technikparks baut. Auf der ehemaligen Fläche des Klärwerks Falkenberg waren ab 2012 die ersten Umgestaltungsmaßnahmen erfolgt, 2014 wurden die imposanten Klärtürme abgerissen. Der CleanTech Business Park ist als einer der zehn Berliner Zukunftsorte definiert. Dort sollen sich insbesondere produzierende Unternehmen aus den Branchen umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung, Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Wasserwirtschaft, Rohstoff- und Materialeffizienz sowie Grüne Chemie ansiedeln.

Weltmarktführer aus Marzahn

Swissbit passt genau dorthin. Denn das Unternehmen, das derzeit noch in einer Miet-Immobilie in einem Gewerbehof an der Wolfener Straße sitzt, entwickelt und fertig individuell angepasste Speichermedien für die Industrie – beispielsweise für Windräder oder Energieanlagen. CEO Silvio Muschter spricht davon, dass die Produkte von Swissbit auf lange Lebenszeit und Nachhaltigkeit zielen. Die Firma gilt als sogenannter Hidden Champion, ein über die Branche hinaus relativ unbekannter Weltmarktführer. Beliefert werden beispielsweise Konzerne wie Siemens und Bosch, aber auch viele Mittelständler. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen rund 250 Mitarbeiter.

Im nächsten Sommer Einzug

Schon ab dem nächsten Sommer soll am neuen Sitz an der Bitterfelder Straße produziert werden, so Muschter. Bis spätestens 2021 werden dann alle Abteilungen dorthin verlagert sein. Er freut sich über den neuen Standort: „An der Wolfener Straße hatten wir keine Möglichkeit mehr zur Expansion.“ Im CleanTech Business Park hat Swissbit ein Gelände erworben, das noch Erweiterungen zulässt – etwa dreimal so große wie das Areal, das gegenwärtig bebaut wird. Rund 20 Millionen Euro kostet der Neubau.

Lob für den Bezirk

Der CEO spart nicht mit lobenden Worten für die Wirtschaftsförderung des Bezirks. Flexibel, schnell und unkompliziert habe sich alles gestaltet. Die ersten Gespräche hätten schließlich erst im Oktober 2017 begonnen. Einen Seitenhieb auf die Senatspolitik verkneift sich Muschter allerdings nicht. Feuerwehr, Verkehrslenkung und andere Behörden, die der Bauherr ebenfalls konsultieren musste, seien personell so schlecht ausgestattet, dass es dadurch zu Verzögerungen komme.

Gespräche mit fünf Interessenten

Marzahn-Hellersdorfs Wirtschaftsstadtrat Johannes Martin (CDU) hört das Lob für seine Mitarbeiter gern. Er betont, dass mit dem Clean Tech Park drei Versprechen eingehalten werden: die Förderung innovativer, nachhaltiger Industrie, flexible Flächenaufteilungen und die Ermöglichung einer schnellen Ansiedlung. Derzeit führe der Bezirk Gespräche mit fünf weiteren Unternehmen, die sich für insgesamt 20.000 Quadratmeter Fläche interessieren. Konkrete Verhandlungen dazu haben allerdings noch nicht begonnen. Der Vermarktungshorizont für den CleanTech Business Park beträgt 15 Jahre. Denn ansiedeln können sich nur Firmen, die den strengen Kriterien des Zukunftsortes entsprechen.

 

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