Erstes Unternehmen im CleanTech Business Park gestartet

Swissbit im neuen Haus

06.12.2019, Regina Friedrich

Fotos: Regian Friedrich 81-2), Birgitt Eltzel (3-4), Swissbit Germany AG (5-7)

Marzahn. Lange gab es auf dem Gelände des CleanTech Business Parks, der Berlins größter Technikpark werden soll und zu den elf Zukunftsorten der Hauptstadt gehört, nur eine Brache. Nun eröffnete am Mittwoch, 4. Dezember, die Swissbit AG dort ihren neuen Entwicklungs- und Produktionsstandort.

Weltweit führend bei Flash-Speichern und Sicherheitslösungen

Ganz neu im Bezirk ist Swissbit allerdings nicht. Seit 2003 produziert das Unternehmen als einer der weltweit führenden Hersteller von Flash-Speichern und Sicherheitslösungen „Made in Germany“ in seiner Niederlassung an der Wolfener Straße. Doch der bisher einzige Produktionsstandort des Unternehmens, das auch Tochtergesellschaften in der Schweiz, den USA, Japan und Taiwan hat, wurde zu klein. Der 90 Hektar große CleanTech Business Park bietet ausreichend Platz und die Option zur Erweiterung.

Bekenntnis zum Standort Berlin

Die Fabrik an der Bitterfelder Straße 22, in der seit Oktober dieses Jahres produziert wird, ist für Swissbit auch ein  Bekenntnis zum Standort Berlin. Mit den kreativen Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe man sich einen technologischen Vorsprung im internationalen Wettbewerb verschaffen können, sei nah an den Kunden und den eigenen europäischen Entwicklungszentren und könne so schneller und besser auf deren Wünsche und Anforderungen reagieren, hieß es am offiziellen Eröffnungstag. Zudem gäbe es hier eine große und kreative Entwickler- und Start-up Szene sowie Kooperationsmöglichkeiten mit lokalen Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

Jobs schaffen und ausbilden

Die Swissbit AG sieht sich auch als stabiler und zuverlässiger Arbeitgeber mit wettbewerbsfähigen Arbeitsplätzen in der Region. Dabei können sie auf gut ausgebildete Fachkräfte, Hightechexperten, Auszubildende und Studenten zurückgreifen. Ein großer Teil der Belegschaft ist hier verwurzelt, betonte Personaldirektor Chris Schwarze. Historisch gesehen, ist in der Region Berlin-Brandenburg ein breites Netzwerk Halbleitertechnik gewachsen. Auch ein Grund für die Ansiedlung in Marzahn. Darüber hinaus gibt es eine Zusammenarbeit mit der Technischen Universität und der Humboldt-Universität, der Hochschule für Technik und Wirtschaft, dem Fraunhofer IZM  und dem Ferdinand-Braun-Institut. Mit der Lise-Meitner-Schule ist die Swissbit AG auch Lehrbetrieb für Mikrotechnologie und bildet speziell für ihre Anforderungen aus.

Verdreifachung von Produktion und Entwicklung

Das Unternehmen hat weltweit 300 Mitarbeiter, davon 200 in Berlin. Die Zahl könnte sich auf 300 erhöhen, da geplant ist, die Produktionskapazitäten und die Entwicklungsressourcen zu verdreifachen. Dann würden bis zu 3 Millionen Baugruppen pro Monat hergestellt werden.

20 Millionen Euro investiert

Der neue Entwicklungs- und Produktionsstandort auf dem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück kostete 20 Millionen Euro, langfristig werden weitere Investitionen folgen. Die Zeitspanne von der Idee über erste Gespräche im Oktober 2017 bis zur Zustimmung des Abgeordnetenhauses zum Kauf des Geländes war für Berliner Verhältnisse kurz. Bereits am 31. Juli 2018 wurde der Grundstein für den neuen Firmensitz gelegt, LiMa+ berichtete. Deshalb dankte Chris Schwarze auch noch mal ausdrücklich allen Beteiligten, insbesondere den zuständigen Verwaltungen im Bezirksamt und beim Senat.

Erste Firma im Technikpark

Gearbeitet wird rund um die Uhr, ohne Lärm und Schmutz. Schließlich müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden, um sich im CleanTech Business Park anzusiedeln. Gesucht werden Unternehmen aus den Branchen umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung, Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Wasserwirtschaft, Rohstoff- und Materialeffizienz und grüne Chemie. Swissbit ist die erste Firma, die sich auf dem 90 Hektar großen Gelände, das nach dem Abriss des Klärwerks Falkenberg als neuer Technikpark hergerichtet wurde, niedergelassen hat.

Neue technologische Trends

Die Swissbit AG fördert neue technologische Trends wie Digitalisierung und Vernetzung durch Entwicklung und Produktion von industrietauglichen Speicherprodukten. Diese finden beispielsweise Anwendungen in der Telekommunikation, der Automobil- und der Medizintechnik. Auch der Fiskus profitiert. Ab kommendem Jahr müssen alle Registrierkassen manipulationssicher mit einer technischen Sicherheitseinrichtung ausgerüstet werden. Das Unternehmen ist das erste am Markt, das die entsprechenden Speicherlösungen dafür anbietet. 

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