Storchenfamilie: vier Kinder, Schwanenfamilie: 16 Kinder!

Storch-, Schwan- und Graugansbabys

06.08.2018, Birgitt & Volkmar Eltzel

Fotos: Sylvia Bräuer-Jahn (1-4), Volkmar Eltzel (5-11), Birgitt Eltzel (12-14). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Falkenberg. „Ach sind die schöön! Was für eine Freude!“ Besucher, Anwohner, und Ladenbesitzer in Falkenberg sind dieser Tage immer wieder entzückt beim Anblick der Storchkinder auf der Wiese hinter dem Storchennest, Dorfstraße 7. Die Kita in der Nachbarschaft hat den Storch sogar zu ihrem Wahrzeichen gemacht. Die Hohenschönhausenerin Sylvia Bräuer-Jahn hatte die Redaktion auf den Nachwuchs der Schwarzweiß-Gefiederten aufmerksam gemacht. „Ende Mai, Anfang Juni haben sie das erste Mal neugierig ihre Köpfchen aus dem elterlichen Nest hochgereckt, immer die Schnäbel hoch“, sagt die Naturfreundin. „Kaum hatten die beiden Eltern die tägliche Fütterung der vier Kleinen beendet, fielen sie um und schliefen“, ergänzt die Inhaberin des Friseursalons in der Nachbarschaft.

Innehalten und staunen

Inzwischen sind die Babys zu stattlichen Jungstörchen herangewachsen. Das neue Federkleid leuchtet geradezu in der Sonne. Auch das Unwetter Anfang Juli konnte den Jungtieren nichts mehr anhaben. Manchmal kommt es nämlich vor, dass die Küken im Nest ertrinken. In diesem Jahr scheint alles gut zu gehen. Die Storcheltern verschwanden in den vergangenen Wochen immer häufiger zu längeren Ausflügen und hielten ihre Kinder so dazu an, Flugversuche zu unternehmen. Zuerst prüften die hungrigen Jungvögel durch Flügelschläge ihre Kraft, dann hoben sie ein paarmal mal kurz vom Nest ab, schließlich wagten sie den ersten Flug in die weite Welt. Die befindet sich zunächst keine 100 Meter vom Schornstein-Nest entfernt auf der Wiese. Dort lässt es sich vortrefflich durch das hohe Gras staksen und nach schmackhaften Insekten und Regenwürmern (trotz Trockenheit) suchen. Immer öfter starten die eleganten Rotschnäbel und ziehen ihre Kreise über der Grasfläche und den Baumwipfeln der Umgebung. Ein imposanter Anblick, der die Beobachter vor Staunen innehalten lässt.

Bald geht es nach Afrika

„Einer der vier jungen Störche ist in den letzten Tagen leider nicht mehr aufgetaucht“, sagt die Friseurin traurig. „Wir wissen nicht, was mit ihm passiert ist.“ Manchmal gebe es Flugunfälle an Hochspannungsleitungen.

Die verbliebenen Brüder und Schwestern (wer weiß?) haben noch etwas Zeit, um so viel Kraftreserven wie möglich aufzubauen. Mitte bis Ende August ist es dann so weit: Die große Reise nach Afrika beginnt. Bis dahin ist etwas Rücksicht im Interesse der scheuen Tiere geboten. Schließlich wollen alle, dass die Jungstörche im nächsten Jahr wiederkommen und dann hoffentlich als Eltern auch Nachwuchs haben. Als LiMa+ vor Ort war, latschte gerade eine Familie mit Kinderwagen und Handy im Anschlag über die Wiese, genau auf die Adebare zu und zwang sie so zur Flucht aufs Blechdach eines benachbarten Hauses.

Ansonsten sind Besucher gern gesehen. Das Café in der Dorfkate, Dorfstraße 4, öffnet nach Urlaub wieder und bietet ab 9. August leckeren Kuchen und Getränke. Gleich nebenan im selben Haus, übrigens das älteste aus Lehm errichtete in Berlin, hat der Förderverein Landschaftspark Nordost e.V. eine Infostelle, wo es viel Interessantes zu entdecken gibt.

Ungewöhnlich große Schwanfamilie – 16 Kinder!

Marzahn-Hellersdorf. Ein sehenswertes Schauspiel bieten in diesen Tagen auch die Schwäne im Wuhletal zwischen Hellersdorf und Marzahn. Weil eines der beiden Elternpaare seine Jungen kurze Zeit nach dem Schlüpfen nicht mehr annahm, sprang das andere als Adoptiveltern ein. Mutter und Vater Schwan haben nun eine Großfamilie mit 16 Kindern! Diese sind inzwischen ziemlich herangewachsene Teenager, tragen aber noch ihr braunes Federkleid. Und wie Teenager brauchen sie anscheinend Zerstreuung. Erst kürzlich konnten Spaziergänger erleben, wie die Alt-Vögel und ihr vielköpfiger Nachwuchs gemächlich den Fuß- und Fahrradweg entlang der Kienbergterrassen entlangliefen. Schwäne ganz ordentlich im Gänsemarsch. Nahe den „Gärten der Welt“ verschwanden sie dann im Wald am Kienberg – dort gibt es auch in der Sommerhitze noch grünes Gras.

Graugänse sind ebenfalls fruchtbar

Herangewachsen ist auch der Nachwuchs der Graugänse, die sich schon vor einigen Jahren im Schilfgebiet zwischen der Brücke unterhalb der Suhler Straße und dem Wuhleteich angesiedelt haben. Die Eltern mit ihren Jungtieren sind ebenfalls nicht immer im Wasser zu finden. Auf der Koppel mit der sogenannten Sandlinse, auf der drei Pferde der Rasse Dülmener weiden, suchen sie Grünfutter und ruhen sich auch einmal im Sand aus. Um dann im Tiefflug wieder über den Wuhlesteg, eine Stahlbrücke, Richtung Teich zu fliegen. Dort werden sie und die anderen Wasservögel besonders in den Abendstunden gern von Menschen beobachtet, die auf der Holzterrasse des zur IGA 2017 geschaffenen Umweltbildungszentrums den Tag ausklingen lassen.

 

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