Zum Jubiläum 30 Jahre Hohenschönhausen

Stele erinnert an Rieselfelder und Bebauung

10.04.2014, Klaus Tessmann

Foto: Klaus Tessmann

Hohenschönhausen. Eine Gedenktafel am Mühlengrund erinnert seit Donnerstag, 10. April, an einen ganz besonderen Teil der Geschichte von Hohenschönhausen. Zwar begehen die Einwohner in diesem und im kommenden Jahr den 30. Jahrestag des Neubaugebietes, aber die Geschichte des Dorfes geht bis in das Jahr 1352 zurück. Dort, wo sich heute der Mühlengrund befindet, wurden ab 1874 die Rieselfelder angelegt, um die Abwässer aus der Hauptstadt zu klären. Aus den Ackerbauern des Dorfes Hohenschönhausen wurden Rieselfeldbauern, die hauptsächlich Obst und Gemüse für die Bewohner der schnell wachsenden Metropole anbauten. In dieser sogenannten Gründerzeit (1871-1900) begann in Berlin die große Industrialisierung. Aus allen Landesteilen zogen Menschen nach Berlin, in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben. Die großen Wohngebiete im Prenzlauer Berg und Wedding wurden quasi auf der grünen Wiese gebaut, damals noch außerhalb der Großstadt. Nordöstlich davon entstanden besagte Rieselfelder. Noch bis 1968 wurden die Abwässer Berlins auf diese Felder zwischen Karow und Marzahn/Hellersdorf geleitet.

Bürgermeister Andreas Geisel und Kulturstadträtin Kerstin Beurich (beide SPD) erinnerten nach der gemeinsam mit Historiker Dr. Rolf Meyerhöfer vorgenommenen Enthüllung der Erinnerungstafel daran, dass an dieser Stelle am 14. April 1986 die ersten zwölf Wohnbereiche des Neubaugebietes an ihre Bewohner übergeben wurden. Zentrum des neuen Wohngebietes sollte der Mühlenbrunnen des Künstlers Achim Kühn sein. Der Bürgermeister verwies darauf, dass von 1984 bis 1989 im Bezirk Hohenschönhausen rund 30.000 Wohnungen gebaut wurden. „Auf den Rieselfeldern entstand eine ganze Stadt“, sagte er. Es sei eine hervorragende Leistung gewesen, Wohnungen für so viele Menschen zu schaffen. Noch heute sei der Lokalpatriotismus zu bemerken, den die neuen Bewohner von Hohenschönhausen damals entwickelt hätten. Geisel forderte die Einwohner auf, sich einzumischen, wenn es um neue Bauvorhaben geht. Jeder habe die Möglichkeit sich bei Veränderungen zu engagieren. Das beträfe auch den Mühlengrund, der nun aufgewertet werden solle.

 

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