Mitmach-Aktionen beim fünften Fassadenkunstwerk der Howoge

Statement für den Artenschutz

27.08.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: ZEBU (1-2), Birgitt Eltzel (3-5)

Lichtenberg. Das fünfte Fassadenkunstwerk der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Howoge entsteht von Mittwoch, 28. August, bis Freitag, 13. September, auf einem rund 500 Quadratmeter großen Giebel des Wohnhauses Am Tierpark 1-3. Passend zu der Adresse wurde auch das Thema gewählt. Denn das Riesen-Wandgemälde des Berliner Künstlerduos ZEBU beschäftigt sich mit dem Artenschutz. Unter dem Motto „Eine Frage der Haltung“ geht es den jungen Künstlern um den Erhalt der Artenvielfalt auf der Erde.

Das Gesamtsystem in Balance halten

„Jedes Tier, jede Pflanze, die verschwindet, bringt unsere Welt ins Wanken. Es ist unsere Aufgabe, das Gesamtsystem in Balance zu halten.“ Diese Botschaft wollen Lynn Lehmann und Dennis Gärtner durch ihr Werk vermitteln. Im Zentrum ihres Kolossalgemäldes steht eine menschliche Figur, die eine Konstruktion aus Formen und Figuren auf ihren Händen trägt. In den Formen werden Tiere und Pflanzen dargestellt, die in Deutschland vom Aussterben bedroht sind, darunter die Bekassine, ein Schnepfenvogel, die Biene oder die Grasnelke. Der Entwurf von ZEBU symbolisiert ein Ökosystem. Wird nur ein Baustein bewegt, besteht die Gefahr, dass alles zusammenbricht. Er zeigt, dass alle Arten im Naturraum voneinander abhängig sind. Der Mensch hat aber auch die Macht, im Einklang mit der Natur zu leben und diese im Gleichgewicht zu halten.

Lehmann und Gärtner lernten sich schon als Jugendliche bei Graffiti- und Urban-Street-Projekten kennen. Sie studierte an der Kunsthochschule in Weißensee, er an der Universität der Künste. Seit 2015 arbeiten sie erfolgreich als Duo ZEBU in den Bereichen Illustration, Druckgrafik, Malerei und Wandgestaltung.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

„Für unsere diesjährige Fassade haben wir uns bewusst dafür entschieden, das Thema Artenvielfalt in den Fokus zu stellen“, sagt Michael Wagner, Vorstand der Stiftung Stadtkultur. „Der Entwurf von ZEBU ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein öffentliches Statement zweier junger Menschen in der aktuellen Debatte um Nachhaltigkeit und Klimaschutz.“ Dieser Anspruch soll sich auch im Rahmenprogramm wiederfinden, das während des gesamten Aktionszeitraums parallel zu den Arbeiten der Künstler an der Fassade stattfindet.

Howoge startete 2012 Kunstinitiative

Die Howoge startete im Jahr 2012 die Lichtenberg Open ART (LOA Berlin) als Kunst- und Bildungsinitiative mit dem Ziel, eine Freiluft-Galerie quer durch den Bezirk und Berlin zu schaffen. Seit 2018 trägt das Unternehmen die Initiative gemeinsam mit der von ihr gegründeten Stiftung Stadtkultur. Diese soll Kultur und Soziales mit städtischen Zielen verbinden und damit einen Beitrag zurr Stärkung des Gemeinwesen in Berlin zu leisten. Begleitend zu LOA gibt es ein Nachwuchsförderprogramm für Kinder, Jugendliche und junge Talente.

Bisher fünf Kolossalgemälde

Bisher hat die Howoge fünf Großgemälde an Giebelwänden von Plattenbauten gestaltet. Das erste Kunstwerk dieser Art wurde 2012 von Christian Awe an der Frankfurter Allee 192 geschaffen. Nach „Totem“  des US-amerikanischen Künstlerduos JBAK an der Landsberger Allee 228 B und „Aufbruch in neue Welten“ der Künstlergruppe Klub 7 am Warnitzer Bogen in Neu-Hohenschönhausen entstand 2017 an der Erich-Kurz-Straße 9-11 „Tropfen und Ringe“ des international bekannten Streetart-Künstlers 1010. Welche  Entwürfe realisiert werden, entscheidet eine Jury. Eingeweiht wird das jeweilige Kunstwerk immer mit einem Fest.

Das Begleitprogramm:

28. August, 4. und 11. September, jeweils von 16–20 Uhr:

Mitmachaktionen mit Yeşil Çember: „Mehr Blumen- und Insektenvielfalt für den Kiez“. Gemeinsames Herstellen und Verbreiten von Pflanzensamenkugeln, Bauen von Insektenhotels und vielfältige Aktionen rund um die Biene.

28. August, 4. und 11. September, jeweils von 18–19 Uhr:

Fragestunde mit ZEBU. Nutzen Sie die Chance, die Künstler kennenzulernen und sich auszutauschen. 

6. September, 19–22 Uhr:

„Lange Nacht der Bilder“ des Bezirks Lichtenberg. Dokumentarfilmkino mit „More than Honey“ von Markus Imhoof. Zuvor Impulsvortrag und Diskussion mit Jens Jetzkowitz vom Museum für Naturkunde und vom Leibniz-Institutsfür Evolutions- und Biodiversitätsforschung. 

10. September, 16 und 19 Uhr:

Theater-Aufführungen von Fräulein Brehms Tierleben zum Thema „Gefährdete Tierarten“. 16–17.30 Uhr: Der Wolf; 19–20 Uhr: Die Biene 

13. September, 16–20 Uhr:

Fassadenkunst-Fest für die ganze Familie: Zu den Programm-Highlights der Abschlussveranstaltung zählen DIY (Do It Yourself)-Workshops rund um das Thema Natur- und Artenschutz, Interviews mit den Künstlern und weiteren prominenten Gästen, preisgekröntes Dokumentarfilmkino, Theateraufführungen und vieles mehr. 

Ort für alle Veranstaltungen: Am Tierpark 1–3, 10315 Berlin (an der Kunstfassade oder im Innenhof). Eintritt frei!


Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden