Kiezpark Schönagelstraße eingeweiht

Spielen und Toben unter Palmen

04.09.2019, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Marzahn. Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf baut sein Angebot an Spielplätzen aus: Am Dienstag (2. September) wurde nahe dem Blumberger Damm der Kiezpark Schönagelstraße eröffnet. An der Gestaltung wurden nicht nur Anwohner und Vereine beteiligt – die Anlage ist auch die erste inklusive Freizeitfläche im Bezirk.

Kaum ist das Flatterband verschwunden, hält es Eltern und Kindern nicht mehr: Emily Joliene hat sich sofort einen Platz in der Vogelnestschaukel gesichert, ihr Vater Horst Balzer sorgt für den nötigen Schwung. „Hier in der Gegend gibt es kaum große Spielplätze“, sagt der 29-Jährige. Umso erfreuter sind seine Tochter und er, dass sie nun im neuen Kiezpark Schönagelstraße gleich eine ganze Reihe von Spielattraktionen vorfinden.

Zwei Jahre lang war die Brachfläche, die sich neben der Gemeinschaftsunterkunft Blumberger Damm befindet, umgestaltet. 1,176 Millionen Euro investierte der Bezirk aus Stadtumbaumitteln in das Areal. Die Anwohner konnten die Arbeiten nicht nur tagtäglich beobachten, sondern auch mit Vereinsvertretern aktiv an der Gestaltung des Parks mitwirken. Und der präsentiert sich im Ergebnis exotisch: Überall stehen künstliche Palmen, viele sind durch dicke Kletterseile und -netze miteinander verbunden.

Ein „Dschungel“ für Teenies

Das 4.000 Quadratmeter große Areal wurde entsprechend der Altersklassen unterteilt: Es gibt eine „Wüste & Steppe“ für Zwei- bis Sechsjährige, „Wald und Wiese“ mit einem Kletterparcours für Sechs- bis Zwölfjährige, eine „Graslandschaft“ für jedes Lebensalter mit generationenübergreifendem Sportangebot, einen „Dschungel“ für Zwölf- bis Sechzehnjährige mit vielen Angeboten zum Chillen und Sport treiben sowie eine „Rasenbühne“ für Gespräche und Entspannung. Ergänzt wird der Kiezpark durch eine Seilbahn, einen Rutschenturm und eine Tischtennisplatte. Darüber hinaus entstand ein Bolz- und Basketballplatz.

Die für Grünflächen zuständige Bezirksstadträtin Nadja Zivkovic (CDU) sagt, dass der Kiezpark einer von insgesamt neun Spielplätzen ist, die der Bezirk in diesem Jahr in seiner Planung hat – und ist ganz begeistert, dass die Anlage so gut ankommt. „Ich hätte nie gedacht, dass wir schon zur Eröffnung einen so großen Andrang haben.“

Breite Wege und keine Barrieren

Grenzenlos spielen und toben ist im Kiezpark Schönagelstraße durchaus wörtlich zu nehmen: Denn es gibt keine Barrieren, dafür aber Angebote, die auch von Menschen mit körperlichen Einschränkungen genutzt werden können. So wurden die Wege extra breit angelegt, auf Stufen wurde verzichtet. Expertenrat holten sich die Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes vom bezirklichen Behindertenbeauftragten, der die Arbeiten begleitete. Nicht nur die Wege können unkompliziert mit Rollstühlen oder Kinderwagen erreicht werden, auch die Flächen um die Spielgeräte wurden mit einem Untergrund aus Kunststoff versehen.

Ein weiteres Plus ist der „Paradiesgarten“, der gleich am Kiezpark anschließt. Dort können alte und neue Nachbarn gemeinsam gärtnern und sich dabei näher kennenlernen: Er besteht aus Hochbeeten, einer Wildblumenwiese und bietet Obst zum Naschen (LiMa+ berichtete). Seinen Praxistest hat der Garten bereits bestanden: Regelmäßig treffen sich Bewohner der benachbarten Flüchtlingsunterkunft mit alteingesessenen Mietern. Allerdings sind noch einige Wünsche offen, wie Projektleiterin Susanne Schnorbusch sagt. Derzeit fehlt es unter anderem noch an einem Strom- und Wasseranschluss.

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