Weg frei für städtebaulichen Wettbewerb, urbanes Zentrum geplant

Später Lückenschluss

20.02.2020, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding (1-2), Volkmar Eltzel (3). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Neu-Hohenschönhausen. Nachdem Versuche gescheitert sind, für die Gestaltung des Zentrums von Hohenschönhausen einen privaten Investor zu finden, nimmt der Bezirk die Sache selbst in die Hand. Das Bezirksamt Lichtenberg hat sich darauf verständigt, im Rahmen eines sogenannten städtebaulichen Wettbewerbs Ideen zu sammeln, wie das neue Zentrum von Hohenschönhausen künftig aussehen soll.

Bebauungsplan platzte durch Verzögerung

Damit kommt mehr als 30 Jahre nach der Gründung des letzten Ostberliner Stadtbezirks Bewegung in die Planung. Denn bislang gab es zum Zentrum Hohenschönhausen allenfalls Lippenbekenntnisse. Zwar entstanden Mitte und Ende der 1990er-Jahre das Einkaufszentrum „Linden-Center“ und ein großes Multiplexkino. Doch ein Großteil der rund sechs Hektar großen Flächen blieb unbebaut und wird bis heute als Parkplatz benutzt. „Hohenschönhausen war der Bezirk, der 1990 nicht fertig wurde“, sagt Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke). 2005 war das frühere DDR-Lehrerbildungsinstitut abgerissen worden.

Erst vor gut einem Jahr zog man Entwürfe für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zurück, nachdem der Verkauf landeseigener Flächen an einen privaten Investor scheiterte. (Durch Verzögerungen platzte der vorhabenbezogene Bebauungsplan und damit der Verkauf an den Investor – LiMa+ berichtete )

Bahnhof Hohenschönhausen nicht im Blick

Bevor nun öffentliche und private Partner gesucht werden, die aus der Brachfläche ein urbanes Zentrum entwickeln, sind Ideen gefragt. Ziel sei es, ein Gesamtkonzept zu erstellen und das Gebiet baulich neu zu ordnen. Sehr konkret weiß der Bezirk jedoch, dass im neuen Zentrum unbedingt ein Kulturhaus entstehen soll. Das Geld dafür liegt bereits quasi auf dem Konto. Unter anderem wird laut darüber nachgedacht, dort Platz für die Anna-Seghers-Bibliothek zu schaffen, die bislang zur Miete im Linden-Center untergebracht ist. Bezirksbürgermeister Michael Grunst wünscht sich zudem Angebote der medizinischen Versorgung sowie verschiedene Wohnformen.

Einziger Haken: In den jetzt veröffentlichten Unterlagen zum städtebaulichen Wettbewerb fehlt der Bahnhof Hohenschönhausen im sogenannten Betrachtungsraum. Seit Jahren fordern Anwohner und Initiativen jedoch, die Station zu entwickeln und die Aufenthaltsqualität sowie die Anbindung an die umliegende Großsiedlung zu verbessern. Der Bahnhof war seinerzeit lediglich als eine Art Haltepunkt ohne Bahnhofsgebäude eingerichtet worden.


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