Umfangreiche Erneuerungsarbeiten im Parkfriedhof Marzahn

Sowjetischer Ehrenhain wird saniert

15.09.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Für den Sowjetischen Ehrenhain auf dem Parkfriedhof Marzahn sind laut einer Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Linke) umfangreiche Instandsetzungsarbeiten geplant. Wie Staatssekretär Stefan Tidow aus der zuständigen Umweltverwaltung mitteilte, sollen Arbeiten an der baulichen Substanz, d.h. an den Mauern, am Obelisken und der Pergola erfolgen. Die Grabsteine für die Offiziere am Hauptweg sollen wiederhergerichtet werden. Zudem sollen die Grabkennzeichnungen der übrigen Angehörigen der ehemaligen Sowjetarmee, die unter den Schutz des Gräbergesetzes fallen, erneuert werden. Die landschaftsbaulichen Maßnahmen werden ausgeschrieben. Zur Ermittlung der bestehenden Schäden und der notwendigen Arbeiten wurde in der 34. Kalenderwoche, also Ende August, ein Landschaftsarchitektenbüro, das in einer Ausschreibung ermittelt wurde, eingesetzt.

Zunächst Instandsetzung der Bausubstanz

Zunächst sollen aufgrund der Dringlichkeit (Verkehrssicherheitspflicht) die Instandsetzungsarbeiten an den Baulichkeiten erfolgen. Danach geht es an die Rekonstruktion der bestehenden Grabsteine der Offiziere. Diese Arbeiten sollen im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Die Kennzeichung der Soldatengräber jenseits des Hauptweges erfolge in einem separaten Schritt, erklärte Tydow. Neben den bereits gekennzeichneten Gräbern gebe es dort noch Ruhestätten weiterer Opfer, zum Beispiel von Kriegsgefangenen, die bisher noch keine Grabsteine haben. Aufgrund gegenwärtig noch erforderlicher Namensverifizierungen dieser Verstorbenen sei die Setzung von Grabsteinen für diese Toten in einem weiteren Schritt vorgesehen. Geplant ist laut Tydow die Umsetzung im Jahr 2020.

Grabstellen von Zivilisten bleiben

Grabstätten der Zivilangehörigen der ehemaligen sowjetischen Militärkommandantur fielen nicht in den Geltungsbereich des Gesetzes über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz), das den dauerhaften Erhalt der Ruhestätten vorsieht, so Tydow. Für die Grabstätten von ehemals in Ostberlin stationierten sowjetischen Streitkräfte und deren Angehörigen gelten die normalen Bestimmungen des Friedhofsrechts. Demnach können diese Grabstellen bei Ablauf der Ruhezeiten neu vergeben oder eingeebnet werden. Aufgrund der Besonderheit der geschlossenen Anlage des Sowjetischen Ehrenhains sei mit dem Denkmalschutz vereinbart worden, diese Grabstellen als Einzelgräber unverändert zu belassen. „Eine Sanierung im Sinne der Wiedereinrichtung ist nicht vorgesehen, damit entfällt auch die Erforderlichkeit einer Finanzierung dafür.“ Das Büro für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit bei der Botschaft der Russischen Föderation sei im Juli über die anstehende Sanierung des Ehrenhains und den zeitlichen Rahmen seiner Umsetzung informiert worden.

In der Mitte ein zehn Meter hoher Obelisk

Der Parkfriedhof Marzahn am Wiesenburger Weg ist mit einer Fläche von mehr als 22 Hektar der größte Friedhof in Marzahn-Hellersdorf. Dort sind auch mehr als 6.000 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft bestattet. Auf dem Gelände befinden sich zahlreiche Gedenkstätten, darunter ein Gedenkstein für gefallene Rote Matrosen 1918 und ein Gedenkstein für Sinti und Roma, die unmittelbar neben dem Parkfriedhof 1936 in ein Lager gebracht worden waren. Der sowjetische Ehrenhain – ein Rondell , das von einer quadratischen Grünfläche umgeben wird, zu der es zwei Zugänge gibt, wurde 1958 eingeweiht. Im Zentrum steht ein zehn Meter hoher Obelisk aus Granit. In einer Urne aus Muschelkalk, die sich in einer Pergola befindet, ist die Asche von 125 gefallenen sowjetischen Soldaten aufbewahrt. Die Inschrift auf dem Obelisken lautet: „Eure großen Heldentaten sind unsterblich/ Euer Ruhm wird Jahrhunderte überdauern /Die Heimat wird Euch stets in Erinnerung behalten“.

 

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