Marzahner und Hellersdorfer Panoramen

Soweit das Auge reicht

03.02.2014, Birgitt Eltzel

Foto: Birgitt Eltzel

Marzahn. Auf den Parkplätzen zwischen den Neubauten gibt es viele freie Stellplätze. Trabis und Wartburg stehen dort, auch einige Lada. Man schreibt das Jahr 1985 und Peter Kießlich hat festgehalten, was er von einem der Marzahner Hochhäuser erblickte. Sein Panorama, aufgenommen in Schwarz-Weiß-Fotogafie, ist seit Sonntag, 2. Februar, so wie zahlreiche andere historische Rundumblicke im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf zu sehen.

Dokumente der Anfangsjahre
“Soweit das Auge reicht” heißt die neue Ausstellung des Bezirksmuseums. Museumschefin Dorothee Ifland und ihre Mitarbeiter haben dazu Panoramen aus den Anfangsjahren von Marzahn und Hellersdorf aus dem Fundus geholt, der etwa 10.000 Fotos umfasst. Im 35. Jubiläumsjahr von Marzahn bietet die Exposition eine gute Möglichkeit zur Rückschau. “Es sind Häuser zu sehen, bei denen sich gerade die Kräne drehen und Häuser, die es heute schon gar nicht mehr gibt”, sagte Ifland. Kulturstadträtin Juliane Witt (Die Linke) sagte, dass Erinnerungen wiederbelebt werden, auch daran, mit welcher Leidenschaft und mit welch großer ingenieurtechnischer Leistung damals ein neues Stück Stadt geschaffen wurde. “Das Jubiläumsjahr, das wir als Themenjahr unter dem Motto ‘Wir sind Nachbarn’ begehen, ist ein guter Anlass, diese Geschichte zu erzählen. Und natürlich ebenfalls die Geschichten der Menschen, die damals nach Marzahn und Hellersdorf zogen.”

Zwei Bürgermeister zu Gast
Zur Ausstellungseröffnung waren gleich zwei frühere Marzahner Bürgermeister gekommen: Gerd Cyske, der dem Bezirk von dessen Gründung 1979 bis 1990 vorstand und Harald Buttler (1995-2000). Beide leben noch heute in Marzahn. Doch auch sie mussten bei einigen der Panoramen kurz nachdenken, was die Fotos zeigen und von wo sie aufgenommen wurden. Denn in den vergangenen mehr als 20 Jahren hat sich wiederum viel verändert – die meisten Häuser haben neue, farbenfrohere Fassaden, wo zunächst kaum Bäume standen, gibt es üppiges Grün. Der Blick von der Spitze des 102 Meter hohen Kienbergs auf die gerade angelegte Kleingartenkolonie im Wuhletal an der Cecilienstraße, den Volkhard Kühl 1987 dokumentierte, ist heute nicht mehr möglich. Denn dort ist inzwischen fast alles zugewachsen. Mit der Internationalen Gartenausstellung IGA 2017 sollen auf dem Kienberg wieder Sichtachsen geschaffen werden.

Interessant auch für Lichtenberg
Auch aus dem Nachbarbezirk Lichtenberg kam ein interessierter Besucher: Thomas Thiele, der Leiter des dortigen Museums. Auch er möchte Panoramen zeigen, wenn 2015 das 30. Jubiläum der Gründung des Bezirks Hohenschönhausen begangen wird. “Wahrscheinlich werden wir das aber nicht im Museum tun, sondern vielleicht im Linden Center oder in der Anna-Seghers-Bibliothek”, sagte er. Ob die Marzahn-Hellersdorfer Panoramen ebenfalls noch außerhalb des Museums gezeigt werden, ist offen: “Bisher haben wir nicht daran gedacht”, sagte Museumschefin Ifland.

Die Ausstellung im Bezirksmuseum, Haus 1, Alt- Marzahn 51, wird noch bis zum 20. April gezeigt. Der Eintritt ist kostenlos. Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-17 Uhr, Sonntag 11-17 Uhr.

Foto 1: Musik zur Vernissage im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf
Foto 2: Kulturstadträtin Juliane Witt und Museumsleiterin Dorothee Ifland v.l.n.r.
Foto 3: Detail eines Panoramas, aufgenommen 1985
Foto 4: Aussicht vom Kienberg heute, ziemlich zugewachsen

 

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