Kinderbauernhof im Spielewald Eiche hofft auf Unterstützung

Jetzt ist Solidarität gefragt

23.03.2020, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Hellersdorf/ Eiche. Still ist es geworden in den letzten Tagen auf dem großen Gelände das Spielewaldes in Eiche. In normalen Zeiten tummeln sich bei schönem Wetter über 150 Kinder in der Woche auf dem riesigen Gelände. Seit fast zehn Jahren bietet der Kinderbauernhof den Kindern aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf die Möglichkeit, ein Abenteuer mit Tieren an der frischen Luft zu erleben.

Einnahmequellen weggebrochen

Doch seit dem 19. März musste auch der Kinderbauernhof geschlossen werden. Die 24 Pferde, 33 Schafe, Kaninchen, Hühner, Hunde und Katzen sind allein – ohne den Trubel, der sonst auf dem Platz herrscht.

Zunächst war noch der Reitunterricht erlaubt, doch auch er musste schon einen Tag später beendet werden. Damit ging für den Bauernhof auch die letzte Einnahmequelle verloren. Der Platz bekommt keine staatliche Förderung. Alles Geld wird durch den Reitunterricht, Ponyreiten, Kremserfahrten und Veranstaltungen von Anna Freda und ihren Mitarbeiterinnen aus dem Eventunternehmen Red Feather Events (Link führt zu Facebook) selbst erwirtschaftet (LiMa+ berichtete). Sie hatten auf die großen Veranstaltungen im Frühjahr gehofft, mit denen immer auch ein finanzielles Polster angelegt werden kann.

Viel Arbeit auf dem Kinderbauernhof

Doch auch solche Veranstaltungen wie der Mittelaltermarkt auf der Zitadelle Spandau oder auf der Burg Storkow wurden abgesagt. Das geplante Feriencamp in den Osterferien kann ebenfalls nicht stattfinden. Der Kinderbauernhof ist aber auf diese Einnahmen angewiesen, um Futter für die Tiere zu kaufen.

Es fehlt nicht nur das Geld, es fehlen auch die vielen kleinen und großen Helfer auf dem Bauernhof, die an normalen Tagen alle Arbeiten erledigen, die auf einem Bauernhof anfallen. Die Tiere brauchen täglich ihre Pflege, sie müssen gefüttert werden, die Ställe und Koppeln sind regelmäßig zu säubern. Diese Arbeiten bleiben und müssen nun über Wochen von wenigen Mitarbeiterinnen erledigt werden.

Zwei Standbeine – nun zwei Probleme

„Wir haben zwei Standbeine“, erklärt Anna Freda. „Das eine ist der offene Bereich für Kinder und Jugendliche. Sie können dabei direkt den Kontakt mit den Tieren halten.“ Das sei gerade für Kinder aus der Großstadt sehr wichtig.

Der zweite Bereich ist das Event-Unternehmen „Red Feather Events“. Mit Veranstaltungen auf Wochenmärkten, Mittelalterfesten oder mit Reitstunden und Kremserfahrten wird das Geld verdient. „Darüber finanzieren wir unsere Arbeit auf dem Kinderbauernhof“, sagt die Geschäftsführerin. „Nun haben wir auch zwei Probleme. Die zahlenden Kunden kommen nicht mehr und die Kinder kommen nicht mehr, die sonst am Nachmittag hier beschäftigt sind.“

Sie befürchtet, dass es zu einem großen sozialem Problem wird, wenn die Kinder viele Tage nur noch in den Wohnungen verbringen werden. Anna Freda hofft, dass die strengen Regelungen, die jetzt erlassen wurden, wirklich „nur“ bis nach den Osterferien gelten.

Die Tiere brauchen Futter

Das größte Problem des Spielewaldes ist jedoch die Beschaffung von Futter. Die Reserven reichen nur noch wenige Tage. Allein für die Pferde braucht der Hof sechs Tonnen Heu im Monat. Es kommen schon Bewohner aus der Nachbarschaft, die Tüten mit Küchenabfällen, Äpfel, Möhren oder Hundefutter an den Zaun hängen. „Dafür sind wir sehr dankbar und es hilft schon etwas. Aber mit all diesen Spenden können wir die Tiere nicht ernähren.“

Spendenaufruf und Gutschein-Verkauf

Deshalb hat Anna Freda einen Spendenaufruf gestartet. Schon nach den ersten Stunden gingen Spenden ein. Das stimmt die Mitarbeiterinnen vom Kinderbauernhof froh. Sie blicken schon wieder optimistischer in die Zukunft.

Eine weitere Idee, um an Geld für Futter und nötige Tierarztbesuche zu kommen, ist es, schon heute Gutscheine für Reitunterricht oder Kremserfahrten zu verkaufen. Die Gutscheine können dann später eingelöst werden, wenn die Einschränkungen wieder aufgehoben sind. Die Kremserfahrten sind nicht nur eine Attraktion für die Kinder, sondern auch für Unternehmen, Schulen, Kitas und Vereine geeignet.

Welle der Solidarität ist angelaufen

Der Kinderbauernhof hat schon vor zwei Jahren erfahren, wie groß die Solidarität im unmittelbaren Umfeld ist. Im Januar 2018 gab es mehrere Einrüche. Dabei wurden Tiere gestohlen und sogar getötet. Es gab damals viele Sach- und Geldspenden, sodass inzwischen das ganze Gelände gut gesichert werden konnte. Anna Freda hofft auch in der gegenwärtigen Krise auf eine Welle der Solidarität.

10. Geburtstag 2021

Eigentlich wollen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Kinderbauernhof im Spielewald Eiche auf den 10. Geburtstag im kommenden Jahr vorbereiten. Denn seit 2011 gibt es den Tierhof am Rande von Marzahn-Hellersdorf. Mit Hilfe des Bauernhofes und des Spielewaldes wurden in den vergangenen Jahren viele Tiere aus schlechter Haltung befreit und sie bekamen ein neues Zuhause.

„Der Kinderbauernhof soll auch in Zukunft für die Marzahn-Hellersdorfer Kinder eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in der Natur bieten“, sagt Anna Freda. Mit einer Video-Botschaft auf Facebook will sie ab sofort jeden Tag über die Arbeit auf dem Kinderbauernhof berichten.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Spendenaktion.

oder direkt an folgendes Konto überweisen
Wencke Gärtner
DE41 1005 0000 6010 0591 76
Berliner Sparkasse
Betreff: Kinderbauernhof


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