Brandhaus an der Cecilienstraße 182 wird jetzt saniert

Sieben Familien wollen zurück

11.10.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1-4), Lutz Neumann (5), Volkmar Eltzel (6)

Biesdorf. Es war einer der verheerendsten Brände in Marzahn-Hellersdorf: Am 2. Dezember 2017 ging der Zehngeschosser Cecilienstraße 182 in Flammen auf. Das Feuer war in der dritten Etage beim Kochen ausgebrochen und breitete sich wie in einem Kamin nach oben aus. Weithin waren Flammen und Rauchschwaden zu sehen, die Feuerwehr war mit 200 Kräften stundenlang im Einsatz, wir berichteten. 38 Familien verloren ihr Heim, teilweise ihr ganzes Hab und Gut. Jetzt wird das Haus durch den Eigentümer, die Berlin Brandenburgische Wohnungsbaugenossenschaft, saniert. Voraussichtlich Mitte kommenden Jahres soll es wieder bezogen werden können.

Der gesamte Block wird modernisiert

Befürchtet worden war ursprünglich, dass die gesamte Statik des Plattenbaus bei dem Brand gelitten hat, das Haus deshalb abgerissen werden muss. „Das war glücklicherweise nicht der Fall“, sagt Jens Gundlach-Böhm, Leiter Vermietung und Mitgliederwesen bei der Genossenschaft. Nun werden die Wohnungen in Ordnung gebracht, ebenso die gesamte Haustechnik. Gleichzeitig wird der Aufzug in Kombination mit dem Hauseingang barrierearm gestaltet. In den Wohnungen, die neue Eingangstüren erhalten, werden nicht nur die Schäden beseitigt. Sie bekommen auch neue Bodenbeläge und modernere Bäder. Zudem wird die Elektrik erneuert. Auch die Fassade des gesamten Blocks Cecilienstraße 178-182 wird saniert. Zudem erhalten alle Wohnungen dort Loggien. Bisher verfügen noch nicht alle über Balkone. Wie die Fassade nach Fertigstellung aussehen wird, kann Gundlach-Böhm noch nicht sagen: „Sie wird sich aber in jedem Fall der Umgebung anpassen.“ Der Zehngeschosser bildet mit zwei weiteren in der Nachbarschaft ein Ensemble.

Mehrere Millionen Euro Kosten

Die Kosten der Sanierung betragen „mehrere Millionen Euro“, sagt Gundlach-Böhm. Genauer will er es nicht beziffern, im Laufe der Sanierung könnten ja weitere notwendige Maßnahmen erforderlich werden. Denn die Durchführung von Brandsanierungen unterscheide sich grundlegend von üblichen Modernisierungen, es gibt wenig Erfahrungswerte und keinen zeitlichen Planungsvorlauf. Wenngleich die Versicherung zahlt, werde auch die Genossenschaft eigene Mittel aufwenden müssen, insbesondere für die Modernisierungsmaßnahmen, so Gundlach-Böhm.

Große Hilfsbereitschaft

39 Wohnungen gibt es in dem betroffenen Hausaufgang. Zum Zeitpunkt des Brandes waren 38 bewohnt. Es gab viel Hilfe für die Mieter – Spenden wurden gesammelt, über soziale Netzwerke und das Bürgerbüro des CDU-Fraktionsvorsitzenden Alexander J. Herrmann. Das Bezirksamt richtete ein Spendenkonto ein, denn nicht alle Bewohner hatten eine Hausratversicherung abgeschlossen. Mit Kleidung konnten sich die Menschen zunächst in der zentralen Kleiderkammer des Bezirks versorgen. Nach ersten Hilfsmaßnahmen zur Unterbringung fanden die Bewohner in den folgenden Wochen neue Wohnungen. „Etwa 50 Prozent konnten Wohnungen in unserem Bestand beziehen, andere bei befreundeten Genossenschaften, die rasch halfen“, sagt Jens Gundlach-Böhm. Viele wollten gern im Viertel bleiben, in dem sie teilweise schon seit Jahrzehnten leben. „Das gestaltete sich schwierig, weil es dort nicht so viele freie Wohnungen gab.“

Sieben der ehemaligen Bewohner haben laut Gundlach-Böhm schon erklärt, dass sie nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder in das Haus ziehen wollen.

 

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Leserkommentare

  1. Komplette Sanierung des Blocks???
  2. Ich bin Mieter des Blocks und wir bekommen nur ein neuen Balkon. Ich hatte auch vorher ein Balkon und die Miete erhöht sich dafür um 40,-€. Das der ganze Block komplett saniert wird, darüber haben wir keine Info bekommen. Es wäre schön, wenn die Elektrik, die Bäder usw saniert werden würde. Ich habe auch Angst, das es zu einem erneuten Brand kommt.

  3. Sie haben Recht, wir haben das korrigiert. Alle Wohnungen im Block erhalten Loggien und die Fassade des gesamten Blocks wird saniert. Die anderen Maßnahmen betreffen nur die Nummer 182.

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