Altglascontainer sollen bleiben

Service für Mieter erhalten

19.12.2013, Birgitt Eltzel

Foto: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Das Bezirksparlament hat am Donnerstagabend, dem 19. Dezember, einen interfraktionellen Antrag zur Erhaltung der wohnortnahen Altglasbehälter beschlossen. Wie berichtet, zieht die Berlin Recycling Gmbh, eine BSR-Tochter, in Berlin fast 8.000 von etwa 14.000 Behältern für Grün- und Weißglas aus den Haus-Sammelstellen ab. Stattdessen sollen Sammel-Iglus auf öffentlichem Straßenland genutzt werden. Darauf haben sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie das Duale System Deutschland geeinigt. Betroffen sind dabei zunächst die Bezirke Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick.

Antrag auch ans Abgeordnetenhaus
Bereits in der vergangenen Woche hatte die Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg gefordert, das als “Berliner Modell” bekannte System der haushaltsnahen Sammlung von Altglas beizubehalten. Auch Abgeordnete der Partei Die Linke setzen sich dafür ein und haben einen entsprechenden Antrag ins Parlament eingebracht. Sie kritisieren das System als mieterfeindlich und unökologisch. Der Lichtenberger SPD-Abgeordnete Ole Kreins sagt: “Wir brauchen die Altglasbehälter vor Ort.” Er habe bereits einige Bürgerbeschwerden wegen des Abbaus bekommen. Marzahn-Hellersdorfs Stadtentwicklungs-Stadtrat Christian Gräff (CDU) will keine zusätzlichen Standorte für Glas-Iglus auf öffentlichem Straßenland zulassen – ein kleines Druckmittel des Bezirks.

Modellversuch – längere Wege
Die ersten Container sind in den drei Bezirken bereits abgezogen worden. Bis zum 1. Januar soll das dort überall geschehen sein. Es wird umgestellt – vom Holsystem auf das sogenannte Bringesystem. Wer nicht weiter als 300 Meter entfernt von Altglas-Iglus auf öffentlichem Straßenland wohnt, soll seine Flaschen und Gläser dorthin bringen. Weil es da die Möglichkeit gibt, dreifarbig zu trennen – Grün-, Braun und Weißglas -, wird eine bessere Qualität des Sammelgutes erwartet, so die offizielle Leseart. Die Senatsverwaltung bezeichnete die neue Art der Erfassung, die in ganz Deutschland ähnlich üblich ist, als Modellversuch. Kritiker sehen darin eher einen Versuch des Dualen Systems, seine Kosten zu senken – zu Lasten der Mieter. In der Stadtentwicklungsverwaltung heißt es, dass 2015 ein Gutachter die Qualität der Erfassung prüft. Sollte sich diese nicht erhöht haben oder die Sammelmenge zurückgegangen sein, werde einer Ausweitung des Holsystems nicht zugestimmt. Die Stadtentwicklungsverwaltung werde dann auch darauf hinwirken, im jetzt betroffenen Modellgebiet die bereits getroffenen Maßnahmen zu revidieren.

Degewo erwartet Nachjustierung
Lutz Ackermann, Sprecher der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo, die rund 32.000 Wohnungen in Marzahn und Treptow-Köpenick hat, bedauert die Umstellung. “Wir befürchten, dass nun vermehrt wieder Altglas im Restmüll landet”, sagt er. “Dann werden die Müllkosten für unsere Mieter steigen.” Das sei sehr ärgerlich, denn die Degewo habe durch ihr konsequentes Abfallmanagement in den vergangenen Jahren eine Reduzierung dieser Kosten erreicht. “Wir erwarten, dass nachjustiert wird”, sagt er. Gerade in den betroffenen Bezirken sei immer gut getrennt worden. Ackermann kritisiert auch, dass die Vermieter sehr kurzfristig informiert wurden: “Wir haben nur eine Internetseite mit der Information über die Umstellung von Berlin Recycling angegeben bekommen.”

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