Jahreskalender Lichtenberg für 2019 präsentiert:

Seltene Lichtenberger

18.10.2018, Marcel Gäding

Foto: Marcel Gäding

Lichtenberg. Im neuen Jahreskalender 2019 des Bezirksamtes stehen Schmetterlinge im Fokus. Viele davon sind in ihrer Art bedroht. Der Zitronenfalter ist bekannt, das Tagpfauenauge auch. Doch nur wenige dürften den Braunen Feuerfalter oder den C-Falter kennen. Das ist auch kein Wunder, denn diese Schmetterlingsarten sind sehr selten im Bezirk anzutreffen. Zwölf Vertreter von in Lichtenberg heimischen Schmetterlingsarten werden nun in dem Kalender vorgestellt. „Lichtenberger Schmetterlinge – Botschafter der Vielfalt“ lautet deshalb auch der Titel des Wandkalendariums, das vom Umweltbüro Lichtenberg gestaltet wurde.

Tipps zur Artenerhaltung

Monat für Monat präsentieren die Autoren eine Schmetterlingsart, gehen auf ihre Verbreitung, Lebensweise, den Lebensraum und die Gefährdung ein. Dazu geben sie Tipps, an welchen Orten im Bezirk die Schmetterlinge beobachtet werden können. So hat der Große Feuerfalter in der Wartenberger Feldmark seine Heimat, während der seltene C-Falter am Rummelsburger Ufer anzutreffen ist. Ergänzt werden die Informationen von großformatigen Zeichnungen der Natur im Bild GmbH sowie Tipps, wie man selbst einen Beitrag dazu leisten kann, die Arten zu erhalten. Und das wird in einer Großstadt wie Berlin immer schwieriger. Vor allem, weil immer häufiger kleine Grünflächen und Biotope verschwinden, wie Lichtenbergs Umweltstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) erklärt. „Die übermäßige Ordnungsliebe in den verbliebenen Gärten und Parks tut ihr Übriges.“

Insektenfreundliche Grünflächen

Schon im Sommer hatte Nünthel darauf hingewiesen, dass sich die wachsende Stadt negativ auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt. Verschwinden Grünflächen oder werden diese zu intensiv gepflegt, bleiben Insekten auf der Strecke. Diese wiederum stellen jedoch für Vögel und Säuger mitunter eine wichtige Nahrungsquelle dar. Zumindest die Verwaltung in Lichtenberg will einen Beitrag leisten, dem zu begegnen. „Wir sind dabei eine Strategie zu entwickeln, wie man mit Grünflächen so umgeht, dass sie insektenfreundlich sind“, sagt Nünthel. Das heißt aber auch, dass die Bezirksgärtner umdenken müssen. Der Umweltstadtrat denkt daran, in den Parkanlagen einzelne Flächen nur noch ein bis zweimal im Jahr zu mähen. „Wir wissen, dass wir da auf einen Konflikt steuern“, sagt Nünthel. Einerseits muss er bei den eigenen Leuten Überzeugungsarbeit leisten. Andererseits rechnet er mit Beschwerden von Anwohnern, denen ein kurz gehaltener Rasen lieber ist als eine vor sich hinwachsende Wiese mit Kräutern, Gräsern und Wildblumen. Welche Flächen künftig nur noch wenig gemäht werden sollen, will Nünthel allerdings nicht im Alleingang entscheiden. „Dieser Vorschlag soll von den Gärtnern selbst kommen.“

Schnell vergriffen

Der neue Jahreskalender hat eine Auflage von 3.000 Exemplaren und ist ab sofort kostenlos im Rathaus Lichtenberg, im Umweltbüro (Passower Straße 35), auf dem Naturhof in Malchow, in den Bibliotheken und Bürgerämtern sowie in den Stadtteilzentren erhältlich. Erfahrungsgemäß ist der Kalender schnell vergriffen, wie Doreen Hantuschke, die Leiterin des Umweltbüros, sagt. Also: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

 

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