IGA 2017 in Marzahn

Seilbahn und Sterneköchin

18.12.2013, Birgitt Eltzel

Fotos 1-3: geskes.hack Landschaftsarchitekten, VIC Brücken und Ingenieurbau, Kolb Ripke Architekten; Fotos 4-5: Klaus Tessmann

Gleich mit drei Neuigkeiten konnten Christoph Schmidt und Katharina Langsch, die Chefs der IGA 2017 GmbH, am Dienstag aufwarten: Die umstrittene Seilbahn kommt, mit international tätigen Unternehmen wurde verhandelt. Der Vertrag soll im Januar 2014 unterzeichnet werden. Außerdem erhielt der erste Preisträger aus dem landschaftsarchitektonischen Wettbewerb zur Gestaltung der Internationalen Gartenausstellung (IGA) jetzt auch den Zuschlag für die Umsetzung seines Entwurfs. Und: Mit der Luxemburgerin Léa Linster interessiert sich eine bekannte Sterneköchin für die Gastronomie während der Schau.

2,4 Millionen Besucher
Diese findet von April bis Oktober 2017 in Marzahn statt. Austragungsort sind die “Gärten der Welt” im Erholungspark Marzahn sowie Teile des Wuhletals und der 102 Meter hohe Kienberg. Insgesamt ist das künftige IGA-Gelände rund 100 Hektar groß. Ursprünglich war die Gartenausstellung auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof geplant. Erst im September vergangenen Jahres wurde der Austragungsort wegen Protesten verlegt. Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf begrüßte die Schau. Zur IGA werden 2,4 Millionen Besucher erwartet. Der genaue Eröffnungstermin im April 2017 steht noch nicht fest.

Dafür ist nun aber klar, dass weitgehend so gebaut werden soll, wie es der in einem international hochkarätig besetzten Wettbewerb gekürte Siegerentwurf vorsieht – die Preisträger, geskes.hack Landschaftsarchitekten, VIC Brücken und Ingenieurbau und Kolb Ripke Architekten erhielten inzwischen auch den Zuschlag für das weitere Verfahren. Sie werden jetzt ihre Planungen weiter konkretisieren.

Erste Baumaßnahmen beginnen 2014
Nach dem Entwurf der Bürogemeinschaft soll nicht nur ein filigran wirkender Aussichtsturm auf dem Kienberg entstehen, der sogenannte Wolkenhain, sondern auch eine Brücke vom “Auftakt Hellersdorf” nahe des U-Bahnhofs Neue Grottkauer Straße über die Wuhle und den Wuhleteich führen. Erste Baumaßnahmen werden bereits 2014 beginnen. So soll laut Schmidt eine “Schaustelle” vorbereitet werden, von der Interessierte im Jahr 2015  die Bauarbeiten beobachten können. Auch für das Besucherzentrum, das im Erholungspark Marzahn entsteht, erfolgt im nächsten Jahr der erste Spatenstich. Zudem werden die Arbeiten am Englischen Garten, der die Reihe “Gärten der Welt” komplettieren soll, fortgesetzt. Im Erweiterungsgelände des Erholungsparks beginnen schon im Winter Erdarbeiten, bei denen erste Wege und Strukturen für die neue Parklandschaft geschaffen werden.

Kritiken berücksichtigt
Kritiken und Hinweise von Anwohnern und Naturschützern wurden  berücksichtigt. “So werden wir nicht, wie ursprünglich vorgesehen, den Wuhleteich vergrößern”, sagt Schmdit. Geprüft worden sei auch, ob eine nächtliche Beleuchtung des “Wolkenhains” zu einer riesigen Insektenfalle werde: “Das ist nicht der Fall”, sagt er und beruft sich auf Untersuchungen der Universität Düsseldorf. Danach wirke LED-Beleuchtung nur wenig anziehend für Insekten.

In einem Punkt aber bleibt der IGA-Chef, der auch Chef der Grün Berlin GmbH ist, die unter anderem den Erholungspark Marzahn betreibt, unnachgiebig: “Die Seilbahn muss kommen.” Denn nur durch ein solches Transportmittel könnten die Tausenden von Besucher, die täglich erwartet werden, befördert werden. Die Bahn, deren künftige, private Betreiber im März sich einer öffentlichen Veranstaltung im Bezirk vorstellen werden, soll in Spitzenzeiten bis zu 2.500 Besucher pro Stunde befördern. Sie wird in etwa 30 Meter Höhe über eine 1,2 Kilometer lange Strecke führen – mit drei Haltepunkten: Auftakt Hellersdorf, Kienberg und Erholungspark Marzahn, nahe Blumberger Damm. “Dabei werden keine Masten im Wuhletal aufgestellt”, verspricht Schmidt. Und er sagt auch, dass die Preise nicht zu hoch sein werden: “Wir haben das hart verhandelt.”

Spitzengastronomie in den “Gärten der Welt”
Ein Gastronomiekonzept für die Ausstellungszeit wird derzeit erarbeitet. Bei einem Besuch in Luxemburg hat Schmidt schon einmal bei einer internationalen Spitzenköchin vorgefühlt – und ist nach eigenen Worten “auf Interesse gestoßen”. Léa Linster, bekannt auch aus Kochshows im deutschen Fernsehen, Trägerin eines Michelin-Sternes, einzige Frau der Welt, die den internationalen Kochwettbewerb Bocuse d’Or in Lyon gewann, soll 2017 in den “Gärten der Welt” in Marzahn kochen, wenn es nach Schmidt geht. “Erste Gespräche dazu laufen”, sagt er.

Foto 1: Der Wolkenhain auf dem Kienberg
Foto 2: Naturschutzstation am Wuhleteich
Foto 3: Terrassen am Kienberg
Foto 4: Blick über den Wuhlesee
Foto 5: Die IGA-Chefs Katharina Langsch und Christoph Schmidt

 

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