Badebetrieb im Freizeitforum Marzahn

Schwimmbad im Testbetrieb

26.08.2019, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Marzahn. Es gibt Hoffnung für Stammbesucher der Schwimmhalle im Freizeitforum Marzahn: Derzeit wird Wasser in das Becken gelassen, um einen Testbetrieb zu starten. Dabei wollen die Betreiber herausfinden, ob die neu verbaute Schwimmbadtechnik ordentlich arbeitet – und insbesondere auch das Wasser so reinigt, dass alle gesetzlich vorgeschriebenen Richtwerte eingehalten werden.

So mancher Besucher drückte sich vergangene Woche schon mal die Nase an den großen Scheiben der Schwimmhalle platt – und traute seinen Augen kaum. Wasser im Becken! Der Sport zuständige Bezirksstadtrat Gordon Lemm (SPD) hatte dann auch zur August-Sitzung der Bezirksverordneten eine Nachricht parat, die zumindest Hoffnung macht. „Anfang September soll ein Probebetrieb mit Sportvereinen starten, um zu testen, ob die Schwimmhalle einem Vollbetrieb standhält.“ Er hoffe, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Werte stabil bleiben, um dann einen verbindlichen Eröffnungstermin nennen zu können. Diese Werte beziehen sich auf mögliche Verschmutzungen des Badewassers, die im regulären Betrieb entstehen. Um sie niedrig zu halten, wird reinigendes Chlor hinzugegeben. Je schmutziger das Wasser, desto höher ist jedoch der Gehalt an dem chemischen Stoff. Und das bringt Gefahren für die Badebesucher mit sich. Hautausschlag und allergische Reaktionen könnten die Folge sein.

Dabei gibt es durchaus praktikable Lösungen, das Wasser sauber zu halten – in dem es mit Hilfe moderner Technik gefiltert und gereinigt wird. Entsprechend wurde seit Oktober 2017 in die Anlagen investiert. Doch nachdem das sanierte Bad Ende März 2019 wieder für die Besucher geöffnet wurde, musste es wenige Tage geschlossen und der für den 6. April 2019 groß angesetzte Eröffnungstermin auf unbestimmte Zeit verschoben werden – wegen schlechter Wasserwerte LiMa+ berichtete.

1,5 Millionen Euro pro Jahr vom Bezirk

Betrieben wird das Bad im 1992 eröffneten Freizeitforum Marzahn von der GSE gGmbH. Die gemeinnützige Gesellschaft erhält als Treuhänderin vom Bezirk Marzahn-Hellersdorf knapp 1,5 Millionen Euro im Jahr, um die beliebte Einrichtung an der Marzahner Promenade zu bewirtschaften. In der Vergangenheit waren Millionenbeträge in die energetische Sanierung des Komplexes geflossen. Von dem Fördergeld wurde auch in Schwimmbad, Sauna und Glasfassade investiert.

Doch ausgerechnet die Schwimmhalle – neben der im Haus beheimateten Bezirkszentralbibliothek ein wichtiger Besuchermagnet – ist das Sorgenkind im Freizeitforum und beschert der GSE viel Ärger. Zunächst sollte die Sanierung von Oktober 2017 bis Oktober 2018 dauern. Als Legionellen im Wasser entdeckt wurden, mussten wieder Fachleute ran. Ein halbes Jahr dauerte es bis zur verschobenen Wiedereröffnung, die dann in einem Debakel endete – weil das Bad elf Tage danach wieder geschlossen werden musste. Inzwischen listet der Leiter des Freizeitforums, Miroslaw Filzek, eine ganze Reihe weiterer Gründe auf, warum die Eröffnung nun erst im dritten Anlauf klappen könnte. So habe es mit dem Architekten des Freizeitforums Abstimmungsbedarf gegeben, was das Erscheinungsbild der neuen Glasfassade betrifft, schreibt Filzek auf der Webseite des Freizeitforums. Grundsätzlich haben Architekten nach geltendem Recht die Möglichkeit, in Veränderungen an ihren Bauwerken einbezogen zu werden. „Im Zuge dessen mussten technische Details in der Planung geändert werden, was wiederum die Produktion der neuen Fassadenelemente und Fenster verzögerte“, erklärt Filzek weiter.

Umplanungen in fünfstelliger Höhe

Auf Nachfrage nennt der zuständige Sportstadtrat Gordon Lemm Mehrkosten zwischen 10.000 und 15.000 Euro, die durch die Umplanungen entstanden seien. Er erwarte, dass die Schwimmhalle von der GSE mit höchster Priorität behandelt werde. Alexander Herrmann, Vorsitzender der Marzahn-Hellersdorfer CDU-Fraktion, fordert, „schnell dafür zu sorgen, dass die Halle wieder verfügbar ist“. Immerhin ist man inzwischen so weit, die neue Wasseraufbereitungsanlage zu testen. „Erst wenn die neue Technik einwandfrei funktioniert und die Ergebnisse der Wasserkontrolle in Ordnung sind, steht einer Eröffnung nichts mehr im Weg“, erklärt der Chef des Freizeitforums. Sportstadtrat Lemm verzichtet inzwischen darauf, einen verbindlichen Eröffnungstermin zu nennen.


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