Bezirke wollen mehr Sicherheit für Mitarbeiter schaffen

Schutzmaßnahmen in Dienstgebäuden

27.05.2019, Marcel Gäding

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf/Lichtenberg. Die Bezirke verstärken die Sicherheitsvorkehrungen in ihren Dienstgebäuden, weil es dort zu Gewaltvorfällen gegenüber Mitarbeitern kam.

So wurden im Marzahn-Hellersdorfer Sozialamt in der Riesaer Straße die öffentlichen Zugänge reduziert, um den ungeregelten Zutritt zu begrenzen, wie die zuständige Bezirksstadträtin Juliane Witt (Die Linke) mitteilte. Außerdem wurde ein Alarmierungssystem installiert, über das Sachbearbeiter Hilfe holen können.

Pförtnerloge wieder besetzt

Im Jugendamt in der Jenaer Straße wird zudem die Pförtnerloge wieder besetzt. Das Dienstgebäude ist darüber hinaus nun videoüberwacht. Über spezielle Transponder können dort die Angestellten ebenfalls Hilfe im Notfall anfordern. „Die Bereitschaft der Kunden, sich ihrerseits mit gewaltsamen Mitteln Recht zu verschaffen, die sinkende Bereitschaft zum Zuhören und zum Dialog, die Zunahme von Hausverboten hat die Teams im Sozialamt erschreckt und alarmiert“, sagt Witt. Daher sei dort zuerst gehandelt worden. „Durch die Maßnahmen sind Sicherheitsgefühl und faktische Sicherheit innerhalb kürzester Zeit gestiegen“, erklärt die Kommunalpolitikerin, die unter anderem für die Bereiche Soziales und öffentliche Dienstgebäude zuständig ist.

Schon in der vergangenen Wahlperiode habe es Gespräche gegeben, um die Sicherheitslage in den Dienstgebäuden zu verbessern. Witt räumt allerdings ein, dass entsprechende Vorschläge nie umgesetzt wurden. Als sie den Bereich 2017 übernahm, seien alle Dienstgebäude in Augenschein genommen worden. „Schnell konnten einige Maßnahmen bereits aus Mitteln der baulichen Unterhaltung 2018/ 2019 umgesetzt werden.“

Streifen im Ordnungsamt

Wieder besetzt werden soll auch die Pförtnerloge im Rathaus Helle Mitte. Dort war es kürzlich zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem ein Täter gefasst wurde. Neben zwei besetzten Eingängen sei im Haushalt auch Geld für zusätzlichen Wachschutz beantragt worden. Nach Übergriffen auf Mitarbeiter des Ordnungsamtes wurde ebenfalls reagiert. Ihr Dienstsitz in der Premnitzer Straße ist für den Besucherverkehr geschlossen. Wer ein Anliegen hat, muss sich beim Pförtner in der Premnitzer Straße 13 melden. Ein privates Wachschutzunternehmen hat zudem seine Streifengänge im Gebäude verstärkt.

Sicherheitskonzept für Bürgerdienste

Auch der Bezirk Lichtenberg hat die Sicherheitsvorkehrungen in seinen Dienstgebäuden verstärkt. Schon vor einigen Wochen die zuständige Stadträtin Katrin Framke (parteilos, für Linke) berichtete, dass es im Dienstgebäude Egon-Erwin-Kisch-Straße im Jahr 2018 einen körperlichen Angriff auf eine Standesbeamtin gegeben hatte. Diese sei von einem Kunden verletzt worden. Daraufhin wurde ein Wachschutz eingesetzt und ein sogenannter Schrill-Alarm angeschafft. Derzeit werde an einem Sicherheitskonzept für das gesamte Amt Bürgerdienste gearbeitet, so die Stadträtin. (mit el.)

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