144 neue Schulplätze an der Lew-Tolstoi-Schule geschaffen

Schulcontainer sind einsatzbereit

07.08.2018, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Karlshorst. Wenn am 20. August, dem ersten Schultag nach den Sommerferien, die Schülerinnen und Schüler der Lew-Tolstoi-Grundschule am Römerweg ihr Schulgelände betreten, werden sie eine Neuerung vorfinden. Hinter der bereits 2017 eingeweihten neuen Turnhalle stehen schon seit Mitte Juli sechs Klassenraumcontainer mit einer Gesamtfläche von 431 Quadratmetern. Die sechs neuen Klassenzimmer bieten Raum für 144 Unterrichtsplätze.

Mehr Entspannung ab 2020

“Die Schüler sind aber nach den Ferien schon da“, sagt Schulstadtrat Wilfried Nünthel (CDU). „Mit den sechs Klassenraumcontainern wollen wir die Klassenstärken reduzieren.“ Bislang war die Tolstoi-Schule 1,5-zügig überbelegt“, erklärte Elternvertreter Dr. Johannes Frisch schon im Mai 2018 auf einer Demo für mehr Schulen in Karlshorst (LiMa+ berichtete). Deshalb musste eine schnelle Überbrückungslösung her. Im nächsten Jahr soll dann ein dauerhafter Schulergänzungsbau errichtet werden. Er wird sich direkt an das bestehende Schulgebäude anschließen. Schon 2020 soll der Neubau in Betrieb genommen werden. Später ist sogar noch der Bau einer zweiten Turnhalle vorgesehen.

„Sobald der Schulergänzungsbau fertig ist, bauen wir die Container hier wieder ab“, erklärt der Stadtrat. Dann würde sich auch die komplizierte Situation bei der Einnahme des Mittagessens entspannen. Denn das neue Gebäude soll auch eine komfortablere Schulkantine erhalten. Noch ist es so, dass die Schüler in mehreren Schichten von nur jeweils zehn Minuten in einem 60 Quadratmeter kleinen Raum ihr Schulessen einnehmen müssen.

Gut gedämmt

Die temporären Schulbauten sind gut gedämmt. Bei einem Vor-Ort-Termin war es im Inneren gut auszuhalten, obwohl das Thermometer draußen schon wieder an die 30 Grad zeigte. Von außen sind die Container mit robusten und langlebigen HPL-Platten (High Pressure Laminate, mehreren Schichten Papier mit Harz Beschichtung unter hohem Druck zusammengefügt) verkleidet. Kostenpunkt für alle sechs: 750.000 Euro. „Bis zum Schulbeginn werden die Außenanlagen noch gestaltet“, versichert Wilfried Nünthel. Die mobilen Container, die in Wismar von einer Hamburger Firma gebaut werden, kommen auch an anderen Schulstandorten in Lichtenberg zum Einsatz. An der Schule am Rathaus, Rathausstraße stehen beispielsweise welche. An der Schule auf dem lichten Berg, Atzpodien-/Siegfriedstraße sind sie geplant.

22.600 Schüler im Schuljahr 2018/19

„Die Einwohnerzahlen Lichtenbergs steigen jährlich noch immer um etwa 3.000“, sagt Bürgermeister Michael Gunst (Linke). Lebten 2007 noch 250.808 Menschen in Lichtenberg, so waren es zehn Jahre später bereits 286.246. „Gerade in Karlshorst verzeichnen wir das stärkste Bevölkerungswachstum innerhalb des Bezirkes“, ergänzt Wilfried Nünthel. Bis 2030 wird dort ein Anstieg der Einwohnerzahlen auf knapp 34.000 erwartet. 2017 betrug die Zahl der Karlshorster noch rund 27.000. „Damit einhergehend steigen auch die Schülerzahlen stetig.“ Im Schuljahr 2018/19 werden im Bezirk Lichtenberg rund 22.600 Schüler in Regelklassen unterrichtet. Die Lew-Tolstoi-Schule besuchen im nächsten Schuljahr rund 520 Kinder in den Klassenstufen 1 bis 4.

Wachstum bei Schülerzahlen hält an

Die Schaffung von ausreichend wohnortnahen Grundschulplätzen bleibe ein Kernthema in Lichtenberg, sagt der Schulstadtrat. In den nächsten zehn Jahren würden die Schülerzahlen um etwa ein Drittel steigen. „Noch eilen wir dieser Entwicklung hinterher“, sagt Nünthel. „Wir hoffen aber, dass wir durch den Neubau von insgesamt elf Schulen bis 2026 die Situation entspannen.“ Das sei eine große Herausforderung.

Geld ist genügend vorhanden. Über 900 Millionen Euro werden in den kommenden zehn Jahren im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive in die Sanierung und den Neubau von Schulen in Lichtenberg fließen (LiMa+ berichtete). Ein Engpass sind derzeit jedoch die begrenzten Kapazitäten der Bauwirtschaft. Auch in anderen Berliner Bezirken gibt es einen großen Bedarf an Neubauten im Allgemeinen und Schulneubauten im Besonderen.

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden