Zehn Tage gemeinsame Projektarbeit für eine bessere Zukunft

Schüler zu Besuch in Wolgograd

06.11.2018, Volkmar Eltzel

Fotos: Privatarchiv Tatiana Fitzer. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Hohenschönhausen. Im Rahmen eines Schüleraustausches waren 14 Schülerinnen und Schüler der Vincent-van-Gogh-Schule im Oktober für zehn Tage in Wolgograd zu Gast und besuchten dort ihre Partnerschule, die Allgemeinbildende Schule Nr. 134 „Darowanije“. Im Mittelpunkt der Schülerbegegnung stand die gemeinsame Arbeit an dem Projekt „Zusammen für die bessere Zukunft“.

Voneinander lernen für die Umwelt

Dabei machten sich die Jugendlichen aus Hohenschönhausen gemeinsam mit 17 Wolgograder Schülerinnen und Schülern im Alter von 13 bis 18 Jahren Gedanken darüber, was die Städte voneinander lernen können, um die Natur und Umwelt zu erhalten bzw. zu verbessern. In drei Gruppen arbeiteten sie an verschiedenen Themen, die sich alle mit Ökologie und Nachhaltigkeit befassten.

Die erste Gruppe beschäftigte sich mit dem Problem der vielen freilaufenden Tiere in Wolgograd. Dazu gehörte ein Besuch im örtlichen Tierheim und Gespräche mit den dortigen Mitarbeitern. Die Projektteilnehmer waren von der hohen Anzahl der untergebrachten Tiere beeindruckt und spendeten spontan zusammen 100 Euro.

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema der Mülltrennung. Dabei führten die Jugendlichen zunächst Interviews mit Bewohnern Wolgograds durch und fertigten danach eine Präsentation an, in der sie positive und negative Aspekte gegenüberstellten.

Die dritte Gruppe bearbeitete das Thema Luftverschmutzung. Auch hier gehörten Interviews und Gesprächsrunden zur Arbeit. Bei dem Treffen mit einem Abgeordneten des Wolgograder Stadtparlaments gab es eine Diskussion über den Zustand der Luft in der südrussischen Stadt. Die Mädchen und Jungen sprachen mit dem Politiker darüber, welche Veränderungen möglich sind und welche Maßnahmen schon eingeleitet wurden, um die Umweltbelastung der Luft zu verringern.

Starke Beachtung in den Medien

Die Ergebnisse und Vorschläge der gemeinsamen Projektarbeit wurden in der Wolgograder Presse, in der Schulzeitung der Schule 134 und im Internet veröffentlicht und diskutiert.

Zehn Tage lang erlebten die jungen Leute der Vincent-van-Gogh-Schule Wolgograd mit seinen gastfreundlichen Menschen. Sie erfuhren Interessantes, Aufregendes und Wissenswertes über Land und Leute. Alle deutschen Schülerinnen und Schüler waren in Gastfamilien untergebracht und wurden herzlich aufgenommen.

In der deutschen Delegation gab es nur fünf Jungs mit Russischkenntnissen. In der Gruppe der Wolgograder Jugendlichen waren acht Schülerinnen und Schüler, die deutsch verstehen und sprechen konnten. Die Kommunikation funktionierte trotzdem. Die jungen Leute halfen sich gegenseitig bei den Übersetzungen. Zur Not wurden Hände und Füße zu Hilfe genommen.

Freundschaften entstanden

Der Schüleraustausch zwischen der Vincent-van-Gogh-Schule und der Schule 134 „Darowanije“ fand bereits zum 10. Mal statt. „Im Frühjahr kommen die russischen Schülerinnen und Schüler zu uns nach Berlin und im Herbst fahren wir nach Russland“, sagt Tatiana Fitzer, Lehrerin und Organisatorin des Schüleraustausches. Bereits seit 2014 währt die Partnerschaft zwischen den Schulen. Inzwischen haben auch die deutschen und russischen Lehrer und Begleiter Freundschaften geschlossen. Gefördert werden die Begegnungen durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch. Die Organisation koordiniert und begleitet bundesweit den Jugend- und Schüleraustausch zwischen Deutschland und Russland.

Auf der Integrierten Sekundarschule Vincent-van-Gogh lernen derzeit rund 480 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 aus insgesamt 34 Nationen. Als 2. Fremdsprache neben Englisch können die Schüler Russisch und Spanisch erlernen. Auf der Schule 134 in Wolgograd lernen rund 900 Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 11. Klasse. Deutsch wird als erste Fremdsprache angeboten.

 

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Leserkommentare

  1. Besuch in Wolgograd
  2. Frage an den Verfasser: Gibt es eventuell Links zu den Veröffentlichungen in Russland? Ich beherrsche die russische Sprache perfekt und würde dort gern nachlesen.
    Der Austausch ist sehr zu begrüßen. Sich kennenlernen und miteinander sprechen ist immer besser, als etwas über Medien voneinander erfahren.

  3. Danke für die Frage! Ich werde mich bei den Organisatoren gleich mal erkundigen und melde mich dann. 🙂

  4. Vielen Dank für die Links. Spasibo.

    Vor allem die kleine Videoreportage war sehr eindrucksvoll. Neben russischen Vertretern kamen auch die deutsche Lehrerin und zwei deutsche Schüler zu Wort.

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