Neubau der Grundschule Am Fuchsberg übergeben

Schlüssel zum Glück

13.09.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Biesdorf. Was lange währt, wird gut: Am Mittwochnachmittag, 12. September, wurde der Schlüssel zur neuen Grundschule Am Fuchsberg übergeben. Ab sofort können somit alle Vorbereitungen für den Umzug der Bildungsstätte in den Neubau beginnen. Ab dem 4. Oktober ziehen die 432 Schüler der Klassen 1 bis 6 aus dem ewigen Provisorium am Dankratweg in das schicke Gebäude an der Apfelwicklerstraße 4. Der Bau der dreizügigen Grundschule kostete knapp 17,5 Millionen Euro und war damit etwa eine Million Euro billiger als geplant – eine Seltenheit in Berlin. Bauherr war die Senatsstadtentwicklungsverwaltung in Amtshilfe für den Bezirk.Weil es kurzzeitig Irritationen zwischen der Senatsverwaltung und dem Bezirk gab, hatte sich die Fertigstellung soweit verzögert, dass die technische Übergabe erst Mitte August stattfand. Somit konnte nicht mit dem neuen Schuljahr auch im neuen Schulgebäude gestartet werden.

Seit 20 Jahren geplant

Bereits aus den 1990er-Jahren datieren Pläne für einen Schulneubau in im Wohngebiet Habichtshorst. 1998 wurde erstmals ein Wettbewerb dazu ausgeschrieben. Doch dann dauerte es viele Jahre, ehe sich die Kräne drehten. Es hing nicht nur am Geld. Lange Zeit sah man im Senat keine Notwendigkeit für eine neue Schule im wachsenden Stadtteil Biesdorf-Süd, in den viele Familien mit Kindern zogen. Erst am 7. Juli 2016 wurde der Grundstein für die moderne Grundschule gelegt, am 2. März 2017 das Richtfest gefeiert.

„Zeit der Schulschließungen endgültig vorbei“

„Es ist der erste Schulneubau im Bezirk seit mehr als 15 Jahren“, sagte Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) bei der feierlichen Schlüsselübergabe. Bekanntlich wurden im Rahmen des Stadtumbau Ost seit 2002 Dutzende Schulen und Kitas abgerissen, weil die Bevölkerungszahl in Marzahn-Hellersdorf sank. Nun steigt sie seit einigen Jahren wieder enorm an – und erneut werden neue Schulen für alle Altersklassen gebraucht, ebenso Kindertagesstätten. „Die Zeit der Schulschließungen ist endgültig vorbei“, sagte Lemm. In den nächsten Jahren werden vermehrt Schulen gebaut, erweitert bzw. saniert. Erst Ende August war der Grundstein für eine Integrierte Sekundarschule in der Straße mit dem passenden Namen An der Schule in Mahlsdorf gelegt worden, wir berichteten.

Kein Vergleich mit dem alten Container

Die neue Fuchsberg-Grundschule ersetzt den Schulcontainer am Dankratweg 19, in dem seit 26 Jahren gelernt wird. Die Bedingungen dort sind nicht die Besten: Es gibt keine Fachräume,keine Mensa, keine Aula und keine eigene Sporthalle, aber auch kein eigenes Lehrerzimmer. All das und noch viel mehr ist im lichten und großzügig angelegten Neubau vorhanden. Die Spielflächen sind originell und groß, die Turnhalle ist eine wettkampfgerechte Zweifeldersporthalle. Sogar einen Innenhof gibt es – ein ruhiges Refugium für die Pausen und vielleicht auch die eine oder andere Unterrichtsstunde im Freien.

Neubau schon wieder zu klein

Doch die Freude über den Neubau am Habichtshorst ist nicht ungetrübt. Denn eigentlich ist er schon wieder viel zu klein, so dass in den eigentlich als Bibliothek vorgesehenen Räumen ebenfalls gelernt werden muss. Nun sollen sechs Schulcontainer für insgesamt 150 Schüler für Entspannung sorgen, die Senatsfinanzverwaltung hat die Finanzierung zugesagt. „Unser Ziel ist es, diese zum Beginn des Schuljahres 2019/20 betriebsbereit zu haben“, sagte Lemm. Auch die aus Marzahn-Hellersdorf stammenden Abgeordneten im Landesparlament unterstützen diese Not-Lösung. „Allerdings hätte man die Container schon früher beantragen können“, sagt der in Biesdorf direkt gewählte CDU-Abgeordnete Christian Gräff. Denn seit eineinhalb Jahren werde schon darüber geredet.

 

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