Schloss Biesdorf zieht mehr Gäste als im Vorjahr an

Besucherzahl vervierfacht

09.04.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Biesdorf. Die Besucherzahlen im Schloss Biesdorf haben sich im ersten Quartal 2019 zum Vergleichszeitraum des Vorjahres vervierfacht, teilt das Bezirksamt mit. Von Januar bis März 2019 besuchten rund 22.000 Menschen die spätklassizistische Turmvilla an der Bundesstraße 1/5. Das bis 2016 denkmalgerecht sanierte Haus wird nach einem kurzen Intermezzo der Grün Berlin GmbH seit Februar vergangenen Jahres unter kommunaler Regie betrieben. Zwar ist die Einrichtung eine kommunale Galerie, doch finden dort auch Konzerte, Gesprächsrunden und Vorträge statt. Auch künstlerische Workshops und weitere Aktionen der Kunstvermittlung werden angeboten. Die erste Ausstellung in der neuen Galerie war am Himmelfahrtstag 2018 eröffnet worden. Insofern ist die jetzt gemeldete Vervierfachung der Besucherzahl natürlich auch der relativen Leere in den ersten drei Monaten 2018 geschuldet. Denn dort lief nur noch die Ausstellung “Blickverschiebung” des von der Grün Berlin getragenen Zentrums für Kunst und öffentlicher Raum (ZKR), die auch wegen der Kostenpflichtigkeit bis zum Start der Kommunalen Galerie weitaus weniger Besucher anzog als letztere. Dort ist der Besuch gratis.

15.000 Besucher bei “Fernwärme”

Ein absoluter Besuchermagnet war die Ausstellung „Fernwärme“ mit Fotos von Studentinnen und Studenten der Ostkreuzschule für Fotografie anlässlich des 40. Bezirksjubiläums, die in der vergangenen Woche zu Ende ging. Fast 15.000 Menschen besuchten diese Schau. Am Sonntag, 7. April, wurden gleich zwei neue Ausstellungen auf einmal eröffnet: die Exposition „collect, select, say good-bye“ zum Thema „sammeln, auswählen und wieder loslassen“ und „MaHe inside“ mit Fotos von Gerhard Westrich, der zahlreiche Bewohner des Bezirks porträtierte. Aus dem Kunstarchiv Beeskow  sind Grafiken zu „Liedern der französischen Revolution“ zu sehen. Führungen werden hier angeboten… Einen interessanten Vortrag gibt es am Mittwoch, 17. April, um 18 Uhr. Unter dem Titel „Biebl-Gomringer-Hunzinger-Jastram-Womacka“ geht es um Kunst im öffentlichen Raum und ihre Schöpfer. Gesprächspartner sind der Kunstwissenschaftler Martin Schönfeld und der Bildhauer Rolf Biebl. Die Veranstaltung wird gemeinsam organisiert von der Volkshochschule und dem Verein Freunde Schloss Biesdorf. Der Eintritt kostet 4 Euro.

Weitere mehr als 150 Veranstaltungen

Im Laufe des Jahres folgen u.a. „Klasse Damen“, eine Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum der Öffnung der Berliner Kunstakademie für Frauen, sowie die große Herbstausstellung zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls. Zusätzlich zu den Expositionen sind mehr als 150 Veranstaltungen mit verschiedenen Kulturpartnern im Schloss geplant.

12.000 Quadratmeter Kultur

Laut einer Mitteilung des Fachbereichs Kultur des Bezirksamts verfügt Marzahn-Hellersdorf über eine kommunale Kulturlandschaft mit einer Gesamtfläche von rund 12.000 Quadratmeter. Darunter sind weit über die Grenzen des Bezirks hinaus bekannte Unikate wie das von Charlotte von Mahlsdorf eingerichtete Gründerzeitmuseum. Den regionalen Künsten verpflichtet ist das Ausstellungszentrum Pyramide am Dienstgebäude Riesaer Straße in Hellersdorf. Dessen markante Architektur schuf das Architektenehepaar Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte (u.a. ICC am Berliner Messegelände, Steglitzer Bierpinsel). Das Bezirksmuseum mit seinen beiden Häusern in Alt-Marzahn informiert zu Themen von der ur- und frühgeschichtlichen Entwicklung der Region bis hin zur Errichtung der Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf. Am 12. Mai wird dort um 14 Uhr unter dem Titel „gesucht – gefunden“ eine Ausstellung zur Trillerschen Mühle eröffnet, dem Vorgänger der vor 25 Jahren eingeweihten Marzahner Bockwindmühle. Bei der Neubebauung  des Standortes wurden u.a. Teile der ältesten Windstromanlage Berlins von 1912 entdeckt.

Insgesamt zählten die kommunalen bezirklichen Kultureinrichtungen im Jahr 2018 rund 300.000 Besucher.

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Leserkommentare

  1. Leere war nicht!
  2. Eine kleine Korrektur zur Wertung der Autorin,es hätte eine programmatische Leere im ersten Quartal 2018 im Schloss gegeben. Dem ist nicht so. Bis Anfang April, also über das ganze 1. Quartal lief noch die Ausstellung der Grün Berlin GmbH. Erst danach war es bis zum Blütenfestbeginn Umbaubedingt kurzzeitig leerer im Schloss.

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