Anwohner fordern Lösungen

Schleichwege durch den Kaskelkiez

26.05.2014, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann

Lichtenberg. Die Verkehrssituation im Kaskelkiez hat sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Immer mehr Kraftfahrer nutzen das idyllische Wohngebiet, um Staus in der Marktstraße und in der Hauptstraße zu umfahren. Mögliche Gegenmaßnahmen berieten kürzlich bei einer Stadtteilkonferenz Anwohner mit Stadtrat Andreas Prüfer (Linke), der für das Ordnungsamt zuständig ist.

Schülerlotsen nach den Ferien
„Die Situation hat sich weiter verschärft“, schätzt Prüfer ein, „weil immer mehr Kinder über die Türrschmidtstraße zur Schule in der Nöldnerstraße gehen“. Das größte Verkehrsaufkommen im Viertel gibt es morgens und abends. Das ist genau die Zeit, in der die Kinder zum Unterricht gehen oder von dort zurückkommen. Prüfer kündigte an, dass nach den Sommerferien wieder Schülerlotsen vor der Schule eingesetzt werden, die den Verkehr regeln.

Maßnahmen gegen den Durchgangsverkehr
„Wir wollen aber generell das Wohngebiet für den Durchgangsverkehr unattraktiver machen“, sagt der Stadtrat. Dazu gehöre ein verkehrsberuhigter Bereich rund um den Tuchollaplatz. Denn dort fahren viele Autos und auch der Lieferverkehr hat stark zugenommen. Eine einfache bauliche Maßnahme wäre, die Straßenverengung in der Türrschmidtstraße an der Ausfahrt Geusenstraße noch schmaler zu gestalten. Die bisherige Variante zwingt Kraftfahrer noch nicht zum Halten bei Gegenverkehr. Als zweite wichtige Maßnahme will der Stadtrat die Möglichkeit prüfen, ob die Einfahrt zur Türrschmidtstraße aus der Marktstraße verboten werden kann. Anwohner berichten, dass der Rückstau im Berufsverkehr sehr groß ist. Damit wird sowohl die Straßenbahn als auch der Verkehr in Richtung Ostkreuz bzw. Köpenick behindert.

Schreiberhauer Straße als Umfahrung
Für Prüfer hat sich die Einbahnstraße in der Pfarrstraße bewährt, die damit nicht mehr aus Richtung Marktstraße befahren werden kann. Durch eine solche Regelung könnte auch die Einfahrt zur Türrschmidtstraße verhindert werden. Für Prüfer ist die Umfahrung des Kaskelkiezes über die Schreiberhauer Straße wichtig. Von der Marktstraße kommen die Kraftfahrer über die Schreiberhauer Straße in die Kaskelstraße und können von dort alle anderen Straßen im Wohngebiet erreichen. Die Schreiberhauer Straße war extra gebaut worden, um das Wohngebiet vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Leider nützt das nicht viel, solange dort die bekannten Schleichwege geduldet werden.

Einbahnstraße „umdrehen“
Viele Kraftfahrer nutzen auch den Archibaldweg, um von der Nöldnerstraße zum Tuchollaplatz zu kommen. „Wenn wir die Einbahnstraße dort ‚umdrehen’, ist dieser Schleichweg ebenfalls zu“, meint der Stadtrat. Er will diese Möglichkeit auf alle Fälle überprüfen. „Es gibt aber viele Anwohner, denen gehen diese Maßnahmen noch nicht weit genug“, sagt Prüfer. Sie hätten deshalb bereits angekündigt, sich in einer Bürgerinitiative zu organisieren.

Parkzonen derzeit kein Thema
Auch das Thema Parkraumbewirtschaftung spielte bei der Zusammenkunft eine Rolle. Im Wohngebiet parken nämlich auch sehr viele Mitarbeiter der nahegelegenen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA). Diese Fahrzeuge spielten jedoch nach Feierabend und am Wochenende keine Rolle mehr, so Prüfer. Für ihn ist die Parkraumbewirtschaftung im Moment noch kein Thema. In Lichtenberg gibt es im Gegensatz beispielsweise zu Pankow oder Friedrichshain bisher keine Parkzonen. „In der Einwohnerversammlung gab es sowohl Zustimmung als auch Ablehnung zu diesem Thema“, erklärt Prüfer.

Erneuertes Pflaster dämpft Lärm
Einen weiteren Schwerpunkt sehen viele Kiezbewohner im Straßenbelag. Dieser besteht aus Kopfsteinpflaster und bei höheren Geschwindigkeiten von Fahrzeugen steigt die Lärmbelastung. „Wir haben jetzt das Pflaster in der Stadthausstraße erneuert“, sagt der Stadtrat. Dadurch sei es dort leiser geworden. Einige Anwohner verlangen auch, dass die zulässige Geschwindigkeit im Viertel, das als Tempo-30-Zone ausgewiesen ist, noch weiter abgesenkt werden soll. „Die Polizei hat oft im Kiez kontrolliert“, sagt Prüfer. Dabei sei zwar auch ein Spitzenwert von 61 km/h gemessen worden, aber die meisten Kraftfahrer hielten sich an die vorgeschriebenen 30 km/h.

 

 

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