Senatsverkehrsverwaltung verteidigt Kürzung der S75 bis Ostbahnhof

S75 – zur City weiter mit Umsteigen

30.07.2019, Marcel Gäding

Fotos: Volkmar Eltzel (1,2,4), Marcel Gäding (3,5). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Wartenberg/ Hohenschönhausen. Die Hoffnung, dass der Norden des Bezirks wieder eine Direktverbindung in die Innenstadt erhält, schwindet. Derzeit gibt es keine Pläne, die S-Bahnlinie S75 wieder bis zum Alexanderplatz und darüber hinaus zum Westkreuz zu verlängern. Das geht aus der Antwort aus einer Anfrage des Abgeordneten Danny Freymark (CDU) hervor.

Proteste führten nicht zum Ziel

Seit der sanierte Bahnhof Ostkreuz seinen Betrieb aufgenommen hat, heißt es für die Fahrgäste der S75 aus Wartenberg und Hohenschönhausen am Ostbahnhof: Endstation. Dort müssen sie auf die andere Bahnsteigseite wechseln, um in die Innenstadt zu fahren. Alle Proteste, diesen im Sommer 2017 umgesetzten Plan zu verhindern, schlugen fehl – zum Ärger der CDU und ihres Abgeordneten Danny Freymark, die Unterschriften gegen die Streckenkürzungen sammelten und Veranstaltungen mit dem S-Bahn-Chef organisierten LiMa+ berichtete.

Staatssekretär Streese: „Hohenschönhausen wird nicht benachteiligt“

Derzeit aber kann die Senatsverkehrsverwaltung nicht sehen, dass sich mit der Streckenkürzung die Anbindung von Neu-Hohenschönhausen an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verschlechtert hat. „Aufgrund des veränderten Laufweges der Linie S75 sind die Stationen Wartenberg, Hohenschönhausen und Gehrenseestraße zwar nicht mehr direkt, aber mit einmaligem Umstieg an die Stadtbahn angebunden“, teilt Staatssekretär Ingmar Streese (Bündnis90/ Grüne) in der Antwort auf die Anfrage des Abgeordneten Freymark mit.

„Auch an zahlreichen anderen Stellen im Stadtgebiet sind Umsteigevorgänge erforderlich, um per ÖPNV beispielsweise zu den Zentrumsbereichen zu gelangen“ erklärt Streese. Es sei nicht möglich, aus allen Teilen der Stadt Direktverbindungen anzubieten. „Hohenschönhausen wird somit nicht gegenüber dem übrigen Stadtgebiet benachteiligt.“

Fahrgästeanzahl gegeneinander abgewogen

Dass die Verkürzung des Laufwegs der Linie S75 Kritik hervorgerufen habe, sei dem Senat bekannt. „Durch die Neuordnung des Liniengefüges auf der Stadtbahn – also der Führung der Linien S3 und S9 anstelle der Linie S75 auf die Stadtbahn – haben in Summe jedoch mehr Fahrgäste eine umsteigefreie Direktverbindung auf die Stadtbahn erhalten. Es sind somit mehr Fahrgäste, die von den Anpassungen profitieren, als Fahrgäste, denen Nachteile entstehen“, erklärt Streese.


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