Unterhaltung, Spaß, Geborgenheit und Lebenshilfe für Nachbarn

RoBertO – Leuchtturm im Kiez

07.09.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Fennpfuhl. Harald, Kordula, Klaus-Peter, Renate und Peter geben sich im RoBertO auf dem Tanzboden ganz den Disco-Klängen hin. Sie tanzen alle gemeinsam im großen Saal und haben jede Menge Spaß dabei. Frank Nadler, ehrenamtlicher Discjockey, legt auf.

Geschenk zum 7. Geburtstag

„Alle gemeinsam“ ist auch das übergreifende Motto für die vielseitigen Angebote der RoBertO Begegnungsstätte im Haus der Generationen in der Paul-Junius-Straße. Der siebte Geburtstag des Hauses am Mittwoch, 4. September, ist ein willkommener Anlass zum Feiern. Auch für Geschäftsführer Emilio Bellucci von der RBO – Inmitten gemeinnützige GmbH, die das Haus unterhält. Der Chef hat ein Geburtstagsgeschenk mitgebracht, das er der Leiterin vom RoBertO, Daniela Kaup, übergibt. Die reicht das in Geschenkpapier eingewickelte Paket gleich weiter an Stammgast Peter Mechelke. Er darf – stellvertretend für alle Gratulanten – die Überraschung auspacken. Zum Vorschein kommt ein farbenfrohes Schwungtuch. Nur, wenn alle gemeinsam das Tuch straff halten, können die bunten Bälle darauf balanciert werden. „Das probieren wir doch gleich mal“, ruft Daniela Kaup. „Los, alle in den Garten!“ Es folgen Spiel und Spaß für Jung und Alt, bei dem man nach einer guten Viertelstunde ganz schön außer Puste kommt.

Sonnenstrahl-Torte

Zeit für eine Stärkung: Es gibt unter anderem Kaffee und hausgemachten Kirschkuchen mit Streuseln oben drauf. Er wurde von den Beschäftigten der gemeinnützigen Lichtenberger Werkstätten gebacken, die im RoBertO das Café Sonnenstrahl am laufen halten. Auch die leckere Geburtstagstorte stammt direkt von dort.

„FröSi“-Generationenchor

 

„Jetzt sind wir dran“, raunt der 78-jährige Harald Schmidt als er sich eilig ein blaues Shirt überzieht, auf dem ein „FröSi“-Logo aufgedruckt ist. Mehrere Gäste tun es ihm gleich. Es sind die Mitglieder des Generationenchores „FröSi“ (Fröhlich sein und singen). Sie geben auf der Bühne gleich mehrere Ständchen: „Butterfly“ von Danyel Gerard, „Über sieben Brücken“ von Karat, „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. So ausgelassen die Tänzer vorhin waren, so ernsthaft bei der Sache sind jetzt die Sängerinnen und Sänger. Schließlich will man sich vor eigenem Publikum nicht blamieren. Sie sind richtig gut! Kein Wunder, jeden Mittwoch wird von 16.30 bis 18 Uhr geübt. Die Zuhörer sind begeistert und spenden viel Beifall.

Man sieht sich im RoBertO

Noch eine ganze Weile währt das Fest, ehe sich die fröhliche Gemeinschaft langsam auflöst und jeder zufrieden nach Hause oder seiner Wege geht. Nicht weit. Die meisten wohnen im Kiez am Fennpfuhl. Alle wissen: Man sieht sich im RoBertO bald wieder. Zum nächsten Fest, zum Nachbarschaftstreff, zum gemeinsamen Frühstück oder Mittagessen, zum Interkulturellen Kochabend…

Viele Angebote

RoBertO bietet so viele verschiedene Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten, dass sie hier nicht alle aufgeführt werden können. Vom Senioren-Tanz, der Eltern-Kind-Gruppe, mehreren Selbsthilfegruppen über die Trommelgruppe, Lese- und Schreibkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, bis hin zu Yoga-, Line Dance- und Salsa Cubana-Kursen.

Nicht zu vergessen: Malen im Kreativraum unter fachmännischer Anleitung von Jörg Nickel. Und in der kleinen Hausbibliothek findet man Bücher, die in eine „einfache Sprache übersetzt“ sind und eine extra große Schrift haben. Hermann Hesse kann man hier beispielsweise lesen und Anne Frank. Für Menschen mit Beeinträchtigungen gibt es zudem spezielle Angebote und Beratungsgespräche. Zum Beispiel führt die Lichtenberger BetreuungsDienste gGmbH Demenzberatungen für Betroffene und deren Angehörige durch. Zusätzlich unterhalten die BetreuungsDienste gemeinsam mit RBO-Inmitten ein „Büro 55plus Lichtenberg“.

Im Sommer besuchen hunderte Gäste das Gartenfest, im Winter den Weihnachtsmarkt. Dort erhalten Stammgäste, deren Familien von Transfer-Leistungen leben müssen, Geschenkgutscheine für die Weihnachtsüberraschungen der Kinder. Selbstverständlich gibt es viele Stände und Zuckerwatte von der Schule am Roederplatz.

Auf nach Kreta

Die RoBertO-Leute organisieren Spaziergänge, Fahrradtouren, Dampferfahrten und sogar Reisen. Im September geht es zum Beispiel nach Kreta. Die Kosten für die Teilnehmer sind günstiger im Vergleich zu Reisen, die sonst im Behindertenbereich angeboten werden. Mit Unterstützung des Vereins „KulturLeben Berlin – Schlüssel zur Kultur“ werden Theater- und Konzertbesuche für Menschen ermöglicht, die von weniger als 950 Euro im Monat leben müssen.

Aus Hilfsbedürftigen werden Helfer

„Unsere Besucher sind so bunt zusammengewürfelt, wie das angebotene Programm“, sagt Leiterin Daniela Kaup. „Egal, ob jung, alt oder dazwischen, egal ob geistig oder körperlich beeinträchtigt oder eben nicht – bei uns sind alle Menschen willkommen, die respektvoll miteinander umgehen.“ Wenn die Nachbarn das RoBertO wieder verlassen, tragen fast alle ein Lächeln im Gesicht. Daniela Kaup, ihre RBO-Mitarbeiterinnen Nicole Seehaus und Yvonne Kalbe sowie eine große Anzahl ehrenamtlicher Mitstreiter haben es dorthin gezaubert. „Viele, die heute helfen, haben früher selbst Hilfe in der Begegnungsstätte bekommen“, erklärt die RoBertO-Chefin.

Märchenland mit Sauna

Im ersten Obergeschoss des Gebäudes, direkt über RoBertO, befindet sich die Kita Märchenland mit 75 Plätzen. Für die Kinder steht ein Häuschen mit einer Sauna im Garten. Besonders stolz ist Daniela Kaup über das Angebot der beiden Hebammen Dorothee Keinath und Kirsten Kovacš. Die beiden begleiten in Unterkünften für geflüchtete Menschen Mütter mit Kindern im ersten Lebensjahr.

Wohnungen für Hilfsbedürftige

Ebenfalls im oberen Teil des Gebäudes unterhält das Haus der Generationen mehrere Bereiche mit Wohnungen. Beeinträchtigte Menschen, die temporär betreut werden, kurzfristig in Not Geratene sowie Elternteile, die mit ihren Kindern eine begleitete Elternschaft benötigen, haben hier ein Zuhause. Darüber hinaus bietet RBO-Inmitten auch Begleitung im eigenen Wohnraum an.

Die Begegnungsstätte ist fest im Kiez verankert und tatsächlich ein Leuchtturm gelebter Inklusion und Integration. Demokratischen Parteien stehen die Räumlichkeiten für Veranstaltungen zur Verfügung. Gleich nebenan, nur wenige Meter entfernt, befindet sich übrigens die Stadtteilkoordination für den Fennpfuhl.

RoBertO – Begegnungsstätte im Haus der Generationen
Paul-Junius-Straße 64 A
10369 Berlin
roberto@rbo-inmitten.berlin
Tel. 98 60 19 99 11


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