Gedanken-Brösel. Noch ist nicht alles verloren

Reiches armes Land

27.01.2019, Mike Abramovici

Foto: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Sicherlich ist was Schönes dran am selbstbestimmten, freien Leben. Und dass man für seine Taten angeblich verantwortlich ist, ist nicht schlecht. Alle sollen ihr Glück selbst in die Hand nehmen. Gut! Und es wird so getan, als ob wir unabhängige Individuen sind und freien Handlungsspielraum haben. Natürlich wollen wir nicht überwacht werden, alles schon mal da gewesen. Nur leider kamen mir bei den letzten Reisen durch das wunderschöne Deutschland – und das meine ich wirklich so – andere Bilder vor Augen: Menschen am Rande der Gesellschaft. Und was ich besonders grausig dabei finde, Menschen, die an Bahnhofseingängen herumlungern. Viele davon in Rollstühlen, viele ältere Menschen, die, um etwas Wärme zu erhaschen, oft den Tag mit Alkohol als letztem Tröster verbringen. Man könnte meinen, sie trinken sich das Leben schön.

Muss es sowas wirklich geben, muss das sein in so einem reichen Land? Und hier kann niemand kommen und sagen, sie hätten es sich so ausgesucht! Von Selbstbestimmung bei explodierenden Mieten in den Städten kann ja auch kaum die Rede sein. Die angeblichen Stützen der Gesellschaft, also dieses eine reiche Prozent, was fast den ganzen Reichtum in unserem Land besitzt, kriegt einen feuchten Schlüpper bei jeder neuen Million, die auf das eigene Konto wandert. Und der normale Mensch kommt kaum noch über die Runden. Das ist jetzt erstmal der Anfang von dem Elend, was uns in den nächsten Jahren erwarten wird. Wenn die Prognosen stimmen, dürfte die Mehrheit der Rentner in den nächsten 20 Jahren unter Altersarmut leiden. Die Freude auf die Rente weicht der jähen Erkenntnis, dass es vorne und hinten nicht reicht. Dann macht man ein Fass auf – um dort einzuziehen, weil die Miete für irgendeine Wohnung nicht mehr bezahlbar ist!

Ein anderes grausiges Bild bietet sich in unserer sogenannten Gesundheitsversorgung. Sicherlich, (fast) jeder Mensch wird versorgt, irgendwie jedenfalls. Aber wehe denen, die mal dringend einen Termin beim MRT, Ultraschall oder Neurochirurgen brauchen. Wochenlanges Warten auf den Termin ist die Folge, wenn man denn nicht Privatpatient ist. Was bilden sich eigentlich diese Weißkittel alle ein? Studieren auf Kosten der Allgemeinheit, und danach werden am liebsten nur noch Privat-Versicherte versorgt. Und die werden dann übermäßig mit Medikamenten vollgepumpt!

So könnte noch vieles mehr aufgezählt werden: In der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, im Städtebau – überall sitzen Lobbyisten, überall haben sie ihre Finger im Spiel, um sich reich und übersatt zu machen. Wahrscheinlich schlafen einige von ihnen sogar mit dem Kopf im Safe, damit man ihre Goldplomben nicht stiehlt! – Die andere Seite: Menschen gehen in den Wald und hängen sich auf, damit sie wenigstens einmal im Leben auf einen grünen Zweig kommen!

Und wenn wir dann alle „zu viel“ Nachdenken, was sie mit uns so anstellen, dann geben Sie die Schuld den Migranten, damit wir wieder irgendjemanden haben, auf den wir hinabblicken können. Nur sie selbst geben sich nicht die Blöße. Aber Hauptsache, solche geldgierigen Typen wie Friedrich Blackrock Merz kommen zurück, Typen von denen es dann heißt, sie seien eine wichtige Stütze für die Gesellschaft und wegweisend für die Wirtschaft – na prima!

Es wird Zeit, aufzustehen, denn noch ist nicht alles verloren, eine bessere Gesellschaft ist möglich!

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