Zwölf neue oder erneuerte Radwege geplant

Östlich der Wuhle geht es los

22.10.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Zwölf neue bzw. zu erneuernde Radwege sind derzeit in der Planung des Bezirks. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke) hervor. Los geht es Ende Oktober mit dem Bau eines Radweges östlich parallel zur Wuhle.

Für Radfahrer und Fußgänger

Künftig sollen Radler bequemer vom Bahnhof Wuhletal/Altentreptower Straße bis zur Cecilienstraße und dem dortigen Anschluss des Wuhletal-Radweges gelangen. Deshalb wird der Weg, der parallel östlich der Wuhle verläuft, als Geh- und Radweg ausgebaut. Der Zugang von der Altentreptower Straße, bisher eine steile, unbefestigte Böschung, soll barrierefrei gestaltet werden. Der bis etwa Mitte der Strecke unbefestigte Weg wird bis zur unterhalb des Stadions Wuhletal beginnenden, vorhandenen Betonspur zweispurig (je 1,20 Meter Breite) ausgebaut. Im Bereich der Kaulsdorfer Teiche soll ein Schutzstreifen für Amphibien entstehen. Im Zuge der Bauarbeiten müssen laut Mitteilung des Bezirksamts auch Bäume gefällt werden, die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde liege vor. Die Rodungsarbeiten sollen voraussichtlich in der 44. Kalenderwoche beginnen.

Licht an der Fernwärmeleitung

Bereits in den vergangenen Monaten wurde der Weg auf dem Abschnitt der Betonspur ausgebessert. So wurden Querungsmöglichkeiten zwischen den beiden Fahrspuren durch zusätzliche Betonabschnitte dort geschaffen, wo es früher durchgehende grasbewachsene Streifen gab. Im Bereich der Unterfahrung der Fernwärmeleitung wurden eine auffällige gelbe Konstruktion aufgestellt, zudem eine Beleuchtung durch eine Laterne geschaffen – eine Hilfe wohl für Schnellradler, die das Hindernis nicht rechtzeitig erblicken.

Nicht alle Nutzer sind begeistert

Der geplante Ausbau des Radweges stößt nicht bei allen Nutzern auf einhellige Begeisterung. „Bisher war das ein recht ruhiger Abschnitt für Spaziergänger“, sagt eine Frau, die dort häufig ihren Hund ausführt. Mit dem Ausbau werde es dort mehr Radverkehr und voraussichtlich auch mehr Raser geben. „Für Spaziergänger bleibt dann weniger Platz“, befürchtet sie. Zudem gebe es ja wenige hundert Meter westwärts bereits einen gut ausgebauten, kombinierten Rad- und Fußweg, der entlang des Geländes des ehemaligen Griesinger-Krankenhauses eine Verbindung zwischen Bahnhof Wuhletal und der Cecilienstraße darstellt. Den mehr als 800.000 Euro teuren Ausbau des östlichen Wuhleweges für den Radverkehr bezeichnet sie deshalb als „unnötig und Geldverschwendung“. Da gebe es andere Bereiche, wo die Mittel für den Fahrradverkehr sinnvoller eingesetzt werden könnten.

Viele Projekte noch in Warteschleife

Laut Ronneburg ist von den insgesamt zwölf Projekten zum Ausbau der Fahrradinfrastruktur in Marzahn-Hellersdorf bisher lediglich eines in der Ausführung.


Bewilligt sind:

Bau eines Radeweges von der Hoyerswerdaer Straße bis Sebnitzer Straße (bis Asphaltweg) parallel zur U-Bahn (Radfernweg ZR1 und Ergänzungsroute). Die Planung ist abgeschlossen, Mittel stehen dem Bezirk seit April 2016 zur Verfügung. Die Ausschreibung erfolgte im Sommer 2019.

Bau eines Radweges, von Querungsstellen und Unterführungssicherung für Radfahrer östlich parallel zur Wuhle (Teil A: nördlich Altentreptower Straße im Bereich bis zum Beginn des Betonspurweges, Teil B: von Beginn des Betonspurweges bis Cecilienstraße). Baubeginn 44. Kalenderwoche 2019.

Sanierung des Radweges TR7 (Ostring Köpenick – Ahrensfelde) zwischen Mehrower Allee und Havemannstraße (entlang Borkheider Straße): Die Ausführungsplanung ist wegen nachträglicher Änderungen noch nicht abgeschlossen. Die Mittel für die Ausführung der Maßnahme stehen dem Bezirk seit Mai 2018 zur Verfügung.

ZR1 (Zubringer zum Europaradweg), Parchimer Straße bis Wulkower Straße einschließlich Anbindungen an Blumberger Damm und Wuhlgartenweg, Köpenicker Straße Ecke Wulkower Straße: Fertigstellungstermin der Bauplanungsunterlagen (BPU) 1. Quartal 2020.

Bau eines Rad- und Gehwegs im Münsterberger Weg von Myslowitzer Straße bis Neuenhagener Straße: Die Planung ist abgeschlossen. Die Mittel für die Ausführung der Maßnahme stehen dem Bezirk seit Mai 2019 zur Verfügung. Die Ausschreibung erfolgte im Sommer 2019.

ZR 1, Berliner Straße bis Parchimer Straße: Ludwigsluster Straße ist ein Teilabschnitt des ZR1, Teil 1: Fertigstellungstermin der BPU 1. Quartal 2020.

Allee der Kosmonauten, Radwegsanierung Rhinstraße – Meeraner Straße: Maßnahme bis auf weiteres aus Kapazitätsgründen verschoben.

Planung von Radverkehrsanlagen in der Allee der Kosmonauten zwischen Eitelstraße und Elisabethstraße: Status: Erstellung der Bauplanungsunterlagen Sanierung der Radwege in der Gülzower Straße:  Die Planung ist noch nicht abgeschlossen.

Planung von Radverkehrsanlagen in der Marzahner Chaussee zwischen Bezirksgrenze und Allee der Kosmonauten: Maßnahme bis auf weiteres aus Kapazitätsgründen verschoben.

Erneuerung Rad- und Gehweg Menzelstraße parallel zur Ostbahn: Die Maßnahme ist in Planung.

Radschnellwege:

Tangentialverbindung Ost (TVO): Der Radschnellweg entlang der geplanten Tangentialverbindung Ost (TVO) ist Teil der Koalitionsvereinbarung von Rot-Rot-Grün. Die Planungen für den Radschnellweg erfolgen parallel zur Straßenplanung. Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf ist im Rahmen der regulären Beteiligung im Planungsverfahren durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beteiligt.

Radbahn U5: Gegenüber dem Senat hat das Bezirksamt auch die Planung eines Radschnellweges entlang der Strecke der U5 vorgeschlagen. Diese Idee geht auf eine Bürgerinitiative zurück, die seit Jahren dafür wirbt. LINKE, SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen unterstützen das Vorhaben in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf.

Märkische Allee: Auch für die Märkische Allee plant das Bezirksamt die Realisierung eines Radschnellwegs. Gegenüber dem Senat hat es die Realisierung eines gepollerten Radwegs über 7,5 Kilometer Länge eingefordert. Über diesen Antrag muss noch entschieden werden.

Waldpromenade: Laut Antwort des Senats will das Bezirksamt an der Waldpromenade an der Grenze zu Treptow-Köpenick einen Radschnellweg. Noch vor einem Jahr hatte es auf eine Schriftliche Anfrage geantwortet, dass es einen kombinierten Rad-und Gehweg entlang der Promenade verfolgt.

Trassenkorridor Landsberger Allee-Marzahn/Ost-Route (RSV 9): Der Trassenkorridor im Osten gehört zu den ersten Radschnellverbindungen, die der Senat in Berlin plant. Erste Ergebnisse zur Trassenfindung sollen der Öffentlichkeit Anfang Februar 2020 vorgestellt werden.

Fahrradstraßen: Trotz vieler Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern gibt es derzeit keine Planungen des Bezirks für die Einrichtung neuer Fahrradstraßen.

Die ausführliche Antwort auf die Anfrage finden Sie hier als PDF…


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